: US-Infrastruktur: "Drastisch veränderte Lage"

04.09.2021 | 11:28 Uhr
Hurrikan "Ida" richtet in den USA massive Schäden an. US-Präsident Biden sagt den Betroffenen Hilfe zu und mahnt, beim Wiederaufbau den Klimawandel im Blick zu haben.
US-Präsident Joe Biden hat den von Hurrikan «Ida» Betroffenen bei einem Besuch im Katastrophengebiet Unterstützung zugesagt. "Wir werden für sie da sein", sagte Biden.
Nach den jüngsten Stürmen und Überflutungen in den USA ruft Präsident Joe Biden zum Umdenken bei Investitionen in die Infrastruktur auf. "Die Dinge haben sich in Sachen Umwelt so drastisch verändert", sagte Biden mit Blick auf den Klimawandel.
Man kann eine Straße, einen Highway oder eine Brücke nicht einfach wieder so aufbauen, wie es vorher war.
US-Präsident Biden
Biden wies darauf hin, dass sich die hohen Investitionen in Schutzdämme rund um New Orleans nach dem Hurrikan "Katrina" 2005 bei neuen Stürmen wie "Ida" bezahlt machten.

Biden sagt Menschen im Katastrophengebiet Unterstützung zu

Der US-Präsident sagte den Leidtragenden des verheerenden Hurrikans "Ida" bei einem Besuch im Katastrophengebiet im Süden der USA Unterstützung zu. "Ich weiß, dass Sie leiden", sagte Biden in LaPlace bei New Orleans im Bundesstaat Louisiana. "Ich möchte, dass Sie wissen: Wir werden für Sie da sein." Bei der Katastrophenhilfe und dem Wiederaufbau dürften politische Motive keine Rolle spielen.
Hier geht es nicht darum, ob man Demokrat oder Republikaner ist. Wir sind Amerikaner, und wir werden das gemeinsam durchstehen.
US-Präsident Joe Biden
Nach dem massiven Regen im Nordwesten der USA durch Sturmtief "Ida" steigt die Zahl der Toten. Das Ausmaß ist katastrophal.

Dutzende Tote, massive Schäden

In Louisiana und dem benachbarten Bundesstaat Mississippi waren infolge des Hurrikans mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben des Weißen Hauses hatten zuletzt 800.000 Haushalte in der Katastrophenregion noch immer keinen Strom.
"Ida" war am Sonntag als Hurrikan der Stärke vier (von fünf) südwestlich von New Orleans auf die Küste getroffen und hatte massive Schäden angerichtet. Dann schwächte sich der Sturm über Land ab und zog nach Nordosten weiter. Dort kam es in der Metropole New York und in mehreren Bundesstaaten zu heftigen Regenfällen und katastrophalen Überschwemmungen. Mindestens 48 Menschen starben, die weitaus meisten davon in New Jersey sowie der Stadt New York und deren Umland.

De Blasio: Bewohner von Kellerwohnungen besser schützen

Die Aufräumarbeiten nach den verheerenden Unwettern im Nordosten gingen unterdessen weiter. Auch in dieser Katastrophenregion hatten am Freitag weiterhin Zehntausende Menschen keinen Strom. Dort waren bei dem Unwetter am Mittwochabend innerhalb kürzester Zeit Straßen zu reißenden Flüssen geworden, Menschen wurden in ihren Autos von den Wassermassen eingeschlossen, Krankenhäuser, Regierungsgebäude und Wohnhäuser von den Einsatzkräften leergepumpt.
Ausläufer des Tropensturms Ida haben in New York City für heftige Regenfälle und Überschwemmungen gesorgt. Bürgermeister de Blasio rief den Ausnahmezustand aus.
Im New Yorker Central Park gingen binnen einer Stunde 80 Millimeter Regen nieder - die erst Ende August erreichte historische Höchstmarke für New York von 49 Millimetern wurde damit regelrecht pulverisiert. Bürgermeister Bill de Blasio kündigte an, sich künftig besser um den Schutz jener New Yorker zu kümmern, die in Kellerwohnungen leben. Mehrere Bewohner solcher Apartments waren wegen der unkontrollierbaren Wassermassen in ihrem Zuhause ertrunken - ähnlich wie bei der jüngsten Hochwasserkatastrophe in Deutschland.
De Blasio tat es Biden gleich und machte deutlich, dass er solche und ähnliche Wetterereignisse künftig immer wieder erwarte:
Wir müssen vom Schlimmsten ausgehen auf eine Weise, wie wir es noch nie zuvor gemacht haben: Dass Stürme schneller kommen werden, dass sie viel heftiger sein werden, viel plötzlicher und dass sie regelmäßig Rekorde aufstellen.
Bill de Blasio, Bürgermeister von New York
Quelle: dpa

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