: Pharmahändler stimmen Milliarden-Vergleich zu

21.07.2021 | 15:32 Uhr
In den USA sind Hunderttausende Menschen an Opioid-Überdosen gestorben. Liegt die Schuld bei den großen Pharmahändlern? Drei haben jetzt einem Milliarden-Vergleich zugestimmt.
Drei US-Pharmahändler zahlen im Zusammenhang mit der Opioid-Krise zusammen 1,18 Milliarden US-Dollar.Quelle: Imago
Im Skandal um die massenhafte Verschreibung opioidhaltiger Schmerzmittel haben im Bundesstaat New York die drei größten Arzneimittelhändler der USA einem milliardenschweren Vergleich zugestimmt. Die Unternehmen McKesson, Cardinal Health und Amerisource Bergen willigten ein, insgesamt 1,18 Milliarden Dollar (umgerechnet rund eine Milliarde Euro) zu zahlen. Das teilte Generalstaatsanwältin Letitia James mit.

Im Gegenzug wird das Gerichtsverfahren gegen die Konzerne eingestellt. Das Geld soll unter anderem in Hilfsprogramme gesteckt werden und über einen Zeitraum von 17 Jahren fließen.

Die Opioid-Krise in den USA

Mehreren US-Medikamentenhändlern und -herstellern wird vorgeworfen, opioidhaltige Schmerzmittel unter Verschleierung der Suchtgefahren mit rücksichtslosen und aggressiven Methoden vermarktet zu haben. Nach Erkenntnissen des Staates sind mehr als 450.000 Amerikaner von 1997 bis 2018 an einer Überdosis der Medikamente gestorben sind. Mehr als 3.000 Klagen liegen deswegen vor.

Aus Sicht der Kläger haben die Pharmariesen einen wesentlichen Grundstein für die verheerende Opioid-Krise in den USA gelegt. Opioide sind Arzneimittel mit unter anderem schmerzlindernden Eigenschaften, bei denen jedoch auch enorme Abhängigkeitsrisiken und hohes Missbrauchspotenzial bestehen. Quelle: dpa

Wie geht es in der Opioid-Krise weiter?

Der Kompromiss mit der New Yorker Staatsanwaltschaft betrifft nur einen kleinen Teil der Verfahren gegen US-Firmen, die beschuldigt werden, mit Schmerzmitteln zur grassierenden Medikamenten-Abhängigkeit und Drogen-Epidemie in den USA beigetragen zu haben.
Kampf gegen die Abhängigkeit von Schmerzmittel: Absprachen zwischen Medikamentenherstellern und ihrer Aufsichtsbehörde haben dramatische Folgen auf die Bevölkerung.
Bundesstaaten, Städte und Landkreise fordern von Unternehmen der Pharmaindustrie viele Milliarden Dollar zurück, die sie für den Kampf gegen Opiat-Abhängigkeit und Überdosierung ausgegeben haben.

Kommt eine weitere Einigung?

Zuvor hatten bereits einige andere Konzerne einzelne Vergleiche erzielt. Eine umfassende landesweite Einigung, mit der Tausende Klagen in den USA beigelegt werden könnten, steht aber noch aus. Im Raum steht ein rund 26 Milliarden Dollar schwerer Vergleich mit US-Bundesstaaten und Gemeinden, an dem neben McKesson, Amerisource Bergen und Cardinal Health auch Johnson & Johnson beteiligt sein soll.
Quelle: dpa, Reuters, AFP

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