: Weltraumtouristen zurück auf der Erde

19.09.2021 | 08:54 Uhr
Nach drei Tagen im Orbit ist die erste Amateur-Crew im Weltraum wieder auf der Erde angekommen. Die vier US-Passagiere waren am Mittwoch zu ihrer Reise ins All gestartet.
Drei Tage lang waren die vier Weltraumtouristen ohne professionellen Atronauten im All unterwegs - nun sind sie sicher in Florida gelandet.
Die erste nur aus Laien-Astronauten bestehende Raumfahrt-Crew ist in der Nacht zum Sonntag wieder auf der Erde gelandet. Kurz nach 01.00 Uhr MESZ Zeit setzte die Kapsel mit ihren vier Passagieren vor der Küste Floridas im Atlantik auf, wie die "Inspiration4" genannte Mission mitteilte.
Nach ihrem Start am Mittwochabend (Ortszeit) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral war die "Dragon"-Raumkapsel des privaten US-Raumfahrtunternehmens SpaceX von Star-Unternehmer Elon Musk die vergangenen drei Tage um die Erde gekreist. Die Raumkapsel war weitgehend automatisch geflogen.

In 90 Minuten um die Welt

Pro Erdumrundung brauchte das Raumschiff bei rund 30.000 Kilometern pro Stunde rund 90 Minuten. Mit einer Höhe von 580 Kilometern über der Erde schwebte sie sogar höher als die Internationale Raumstation (ISS). SpaceX hat im Auftrag der US-Weltraumbehörde Nasa bereits zehn Astronauten zu der Weltraumstation gebracht, aber noch keine Weltraumtouristen befördert.
"Die Ausblicke sind spektakulär", hatte der 38-jährige US-Milliardär Jared Isaacman, der den All-Ausflug gechartert hatte, nach dem Start gejubelt. 
Mit ihm an Bord waren die Arzthelferin Hayley Arceneaux, die Künstlerin und Professorin Sian Proctor und der Raumfahrtingenieur Chris Sembroski.

Amateure im All

Die 29-jährige Arceneaux flog, nachdem sie als Kind eine Krebserkrankung überlebt hatte, als bisher jüngste US-Amerikanerin in der Erdumlaufbahn. Der 42-jährige Sembroski ist ein Veteran der US-Luftwaffe und die 51-jährige Proctor eine Geowissenschaftlerin, die 2009 beinahe als Nasa-Astronautin ausgewählt worden war.
Isaacman ist bereits der dritte Milliardär innerhalb weniger Monate, der von den USA aus ins All aufgebrochen ist. Im Juli hatten erst der Brite Richard Branson und rund zehn Tage später Amazon-Gründer Jeff Bezos erstmals ihre eigenen Raumschiffe getestet - allerdings beide nur mit wenigen Minuten langen Kurzausflügen und deutlich niedrigerer Flughöhe. Wie viel Isaacman für das Chartern des "Dragon"-Raumschiffs zahlte, wollten weder er noch SpaceX verraten.

Spendenaktion für kranke Kinder

Die Mitreisenden suchte Isaacman über verschiedene Benefiz-Aktionen aus, weil er mit der Mission Spenden für ein Kinderkrankenhaus im US-Bundesstaat Tennessee sammeln will. Während des All-Ausflugs, über den auch eine Dokumentation beim Streaming-Dienst "Netflix" entsteht, vertrieben sich die Weltraumreisenden unter anderem mit Gesprächen mit Schauspieler Tom Cruise oder SpaceX-Gründer Musk.
Die SpaceX-Mission ging deutlich weiter als die Flüge von Bransons Virgin Galactic und Bezos-Unternehmen Blue Orgin. "Das war eine Wahnsinnsreise für uns alle, aber jetzt geht es erst richtig los", erklärte der Milliardär Jared Isaacman kurz nach der Wasserung.
Quelle: AFP, dpa

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