: So kommen Sie gut durch die Hitzewelle

16.06.2021 | 10:32 Uhr
Jetzt ziehen die Temperaturen kräftig an, in den kommenden Tagen dürfte es weit mehr als 30 Grad heiß werden. Wie Sie die Hitze gut überstehen können - ein Überblick.
Mit örtlich bis zu 35 Grad ist der Donnerstag der wärmste Tag der "kleinen Hitzewelle". Da ist Abkühlung vonnöten.Quelle: Gentsch, Friso/dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Donnerstag steigen die Temperaturen auf örtlich bis zu 35 Grad.
  • Zuerst sind vor allem der Westen und Südwesten Deutschlands von dieser ersten kleinen Hitzewelle des Jahres betroffen.
  • Am Wochenende zieht die Hitze weitestgehend in die östlichen Bundesländer.
Bis zu 35 Grad können es ab Donnerstag lokal werden, sagt ZDF-Meteorologin Katja Horneffer: "Besonders im Westen und Südwesten werden wir die Hitze zu spüren bekommen." Allerdings könnte diese "kleine Hitzewelle" schon nach drei Tagen wieder vorbei sein, prognostiziert Horneffer. "Wir rechnen damit, dass am Donnerstag bereits der heißeste Tag dieser kleinen Hitzewelle sein wird und die Temperaturen danach weitestgehend sukzessive sinken", sagt die ZDF-Meteorologin.
Heiße Tage machen vor allem älteren, chronisch kranken und übergewichtigen Menschen zu schaffen. Denn der Körper reagiert auf hohe Temperaturen und versucht sich abzukühlen.
Dadurch sinkt der Blutdruck, der Kreislauf wird geschwächt. Bei starker Hitze kann dies dazu führen, dass das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird - dann stellen sich Schwindel, Kopfschmerzen, Mattigkeit und Konzentrationsstörungen ein.

Viele Hitzetote in den letzten Jahren

Nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben in Europa im Rekordsommer 2003 rund 70.000 Menschen an den Folgen der Hitze. Für Deutschland wurden etwa 7.000 Hitzetote geschätzt. Studien zufolge kam es auch in nachfolgenden Hitzewellen wie 2010 oder 2018 zu überdurchschnittlich vielen Hitzetoten.

Warum sind ältere Menschen besonders gefährdet?

Ältere Menschen sind besonders gefährdet, weil sie häufig weniger Durst empfinden und zudem altersbedingt weniger Wasser im Körper haben. Sie neigen deshalb eher zur Austrocknung (Dehydrierung, Exsikkose) als jüngere Erwachsene.

Zudem haben ältere Menschen häufiger bereits durch Vorerkrankungen geschwächte Organsysteme. Auch Medikamente spielen eine Rolle, Diuretika (harntreibende, entwässernde Medikamente) können beispielsweise durch Flüssigkeitsverlust eine Austrocknung noch verstärken.

Wer ist noch gefährdet?

Neben älteren und chronisch kranken Menschen sind auch Säuglinge und Kleinkinder oder Schwangere besonders gefährdet. Hinzu kommen Menschen, die trotz Hitze körperlich anstrengenden Tätigkeiten nachgehen müssen, sich lange im Freien aufhalten sowie Obdachlose, die keine gekühlten Rückzugsorte finden.

Wo ist die Hitze am schlimmsten?

Statistisch gesehen sind Menschen, die in dicht bebauten Städten leben, stärker gefährdet als Menschen auf dem Land. In urbanen Räumen sorgen nur wenige Freiluftschneisen und eine starke Versiegelung der Böden dafür, dass sich die heiße Luft staut und die Temperaturen auch nachts nicht richtig abkühlen.

Mit diesen Maßnahmen kommen Sie gut durch die heißen Tage


  • Über den Tag verteilt zwei bis drei Liter Wasser, Gemüse- oder Obstsaftschorlen trinken, um den Körper mit ausreichend Mineralien zu versorgen.
  • Auf Alkohol verzichten: Er weitet die Gefäße, was das Herz noch mehr belastet.
  • Leichtes Essen in kleinen Portionen über den Tag verteilt, am besten mit viel Obst und Gemüse
  • Längere körperliche Anstrengungen möglichst nicht in die Mittags- und Nachmittagsstunden legen.
  • Senioren, Kindern und Menschen mit Kreislaufproblemen ist vom Sport bei Hitze ganz abzuraten.
  • Hände, Nacken und Gesicht hin und wieder mit kaltem Wasser waschen.
  • Wer die Beine zudem immer mal wieder für einige Minuten hoch legt, entlastet die Gefäße und beugt dem Anschwellen von Beinen und Füßen vor.
  • Querlüften in der Wohnung vor allem morgens, wenn sich die Luft noch nicht aufgeheizt hat.

Manche Nächte könnten tropisch werden

"Während der kommenden Tage wird das Thermometer örtlich auch nachts nicht unter die 20-Grad-Marke fallen. Es kühlt also wenig ab", sagt ZDF-Meteorologin Horneffer.
Um trotzdem gut schlafen zu können, empfiehlt sich
  • vor dem Zubettgehen eine kühle, aber nicht zu kalte Dusche. Die Feuchtigkeit nicht ganz abtrocknen, sondern verdunsten lassen - das bringt dem Körper Abkühlung.
  • ein leichter, luftiger Schlafanzug aus Naturfasern wie Baumwolle. Naturfasern können Schweiß gut aufnehmen. Immerhin schwitzt der Körper nachts einen halben Liter Flüssigkeit aus.
Tipps für geruhsame und kühlere Nächte
Schon am Wochenende werden wir die erste große Hitze größtenteils überstanden haben, zumindest im Westen Deutschlands: "Dann konzentriert sich die Hitze weitestgehend auf die östlichen Bundesländer", so Horneffer.

Klimageräte

Die Stiftung Warentest für die Juniausgabe der Zeitschrift "test" Klimageräte hat geprüft:

Splitgeräte (Preis: 700 bis 2.540 Euro), die aus Kühlteil und separatem Außenteil bestehen, sind demnach effektiver als Monogeräte (Preis: , die die Abluft durch einen Schlauch zum Fenster hinauspusten. Weil dabei zudem das Fenster angekippt werden muss und nicht komplett abgedichtet werden kann, strömt permanent warme Luft von draußen ins Zimmer.

Ventilatoren

Sie senken zwar nicht die Raumtemperatur, wirken aber erfrischend auf der Haut und lassen den Schweiß verdunsten. Hilfreich ist auch ein vor dem Ventilator platzierter Wäscheständer mit nassen Tüchern. Aber Achtung: Auch bei Ventilatoren drohen Nackenverspannungen und Erkältungen, wenn der Körper zu sehr auskühlt. Unter 18 Tischventilatoren, Standventilatoren und Turmventilatoren, die die Stiftung Warentest im vergangenen Jahr testete, gab es mehrere gute Angebote.

Quelle: AFP

Quelle: ZDF, AFP

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