: Putin stellt AKW unter russische Verwaltung

05.10.2022 | 18:22 Uhr
Kremlchef Putin hat das besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja zum Besitz Russlands erklärt. Putin unterzeichnete ein entsprechendes Dekret.
Der russische Präsident Wladimir Putin erklärt einem Medienbericht zufolge das Atomkraftwerk Saporischschja zum Besitz der Russischen Föderation.Quelle: AP
Der russische Präsident Wladimir Putin hat für das besetzte AKW Saporischschja russische Verwaltung angeordnet. "Die Regierung ist angewiesen zu gewährleisten, dass Objekte zur Nutzung von Atomenergie des Kernkraftwerks Saporischschja und anderes für dessen Funktion notwendiges Eigentum in den staatlichen Besitz übernommen werden", heißt es in dem Dekret.
Das größte Atomkraftwerk Europas im Süden der Ukraine befindet sich seit Anfang März unter Kontrolle der russischen Armee, wird aber gegenwärtig von ukrainischen Technikern betrieben.

IAEA-Chef: Schutzzone um AKW "dringender denn je"

Der Chef des AKW, Ihor Muraschow, war am Freitag von russischen Truppen festgenommen worden. Mittlerweile ist er nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) wieder bei seiner Familie.
IAEA-Chef zur Freilassung von Muraschow
Unterdessen teilte IAEA-Chef Rafael Grossi mit, er sei auf dem Weg in die ukrainische Hauptstadt Kiew. "Der Bedarf für eine Schutzzone um das Kraftwerk ist dringender denn je."
Bereits am Dienstag hatte die IAEA angekündigt, Grossi reise noch diese Woche erst nach Kiew und dann nach Moskau, um Beratungen über die Einrichtung einer Sicherheitszone rund um das AKW fortzusetzen.

Rafael Grossi ist oberster Atomwächter der UN. Zur Zeit macht er sich Sorgen: Um seine Leute im AKW Saporischschja - und um Putins Drohungen.

04.10.2022 | 02:44 min
Die Anlage geriet in den vergangenen Wochen immer wieder unter Beschuss, für den sich Moskau und Kiew gegenseitig verantwortlich machten. Der Beschuss sowie Kämpfe in der Nähe des Atomkraftwerks schüren die Angst vor einer Atomkatastrophe. Alle sechs Kraftwerksblöcke sind inzwischen heruntergefahren, zwei Mitarbeiter der IAEA überwachen die Situation. 
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Quelle: AFP, dpa, Reuters

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