Analyse

: Welche Rolle die ukrainische Drohnenarmee spielt

von Christian Mölling, András Rácz
18.06.2024 | 08:20 Uhr
Die Ukraine hat kürzlich einen der bisher größten Drohnenangriffe auf russische Luftstreitkräfte gestartet. Währenddessen rückt Russland auf Pokrowsk vor. Die Militäranalyse.
Ein ukrainischer Soldat bereitet den Start einer Furia-Drohne an der Frontlinie vor. Quelle: dpa
Am 11. Juni stellte die Ukraine offiziell ihre neu geschaffenen Einheiten für und mit unbemannten Systemen als eigenständigen Teil der Streitkräfte vor. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die Schaffung dieser neuen Truppe vor etwa vier Monaten angeordnet.
Die neuen Streitkräfte werden von dem erfahrenen Spezialisten für unbemannte Systeme, Oberst Vadym Sukharevski, befehligt. Die Schaffung einer eigenen Truppengattung für unbemannte Einheiten ist ein Novum in modernen Armeen und zeigt die Bedeutung verschiedener Drohnen für die Ukraine.

Die Abschlusserklärung beim Ukraine-Friedensgipfel in der Schweiz wurde von 80 der 93 Teilnehmerstaaten gebilligt. "Aus Sicht der ukrainischen Regierung und der politischen Elite ist dies ein Erfolg", so ZDF-Reporterin Katrin Eigendorf.

17.06.2024 | 02:44 min

Schwerste Welle ukrainischer Drohnenangriffe

Am 13. Juni startete die Ukraine einen der bisher größten Drohnenangriffe auf russische Luftstreitkräfte. Der Militärflugplatz Morozovsk in der Region Rostow, auf dem einige russische Sukhoi Su-34-Bomber stationiert sind, wurde von mindestens 70 ukrainischen Drohnen angegriffen.
Ausgehend von den bereits verfügbaren Satellitenbildern wurden mindestens zwei Bomber sowie Teile der Flughafeninfrastruktur zerstört.

Dr. Christian Mölling ...

Quelle: DGAP
... ist Forschungsdirektor der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin und leitet dort das Programm Sicherheit, Verteidigung und Rüstung. Er forscht und publiziert seit über 20 Jahren zu den Themenkomplexen Sicherheit und Verteidigung, Rüstung und Technologie, Stabilisierung und Krisenmanagement. Für ZDFheute analysiert er regelmäßig die militärischen Entwicklungen im Ukraine-Konflikt.

Dr. András Rácz ...

Quelle: DGAP
... ist Associate Fellow im Programm Sicherheit und Verteidigung der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin. Er forscht und publiziert zu Streitkräften in Osteuropa und Russland und hybrider Kriegsführung.

Russische Angriffe auf Flugplätze und zivile Infrastruktur

Im Laufe der Woche hat Russland mindestens zwei massive Angriffe gegen den ukrainischen Flughafen Starokonstantiniv in der Region Hmelnytskyi durchgeführt. Dieser Flughafen gehört angeblich zu den Flughäfen, auf denen die Ukraine ihre F-16-Kampfjets stationieren wird, sobald sie dort eintreffen.
Zudem griffen russische Streitkräfte auch weiterhin die zivile und energetische Infrastruktur in der Zentral- und Ostukraine an. Hierbei setzten sie sowohl Marschflugkörper als auch ballistische Raketen ein.

Wegen knapper Munition steht die ukrainische Armee unter Druck. Zum Ausgleich setzen die Streitkräfte auf sogenannte FPV-Drohnen, die feindliche russische Stellungen zerstören.

10.04.2024 | 16:49 min
Offiziellen, von der Ukraine veröffentlichten Zahlen zufolge wird die ukrainische Luftabwehr bei der Abwehr dieser Angriffe immer effizienter, da immer mehr moderne westliche Luftabwehrwaffen eintreffen, aber viele der Raketen (insbesondere die fortschrittlicheren) erreichen immer noch ihre Ziele.

Langsames Vorrücken Russlands auf Pokrowsk

In Richtung Pokrowsk rückten die russischen Truppen weiter vor, wenn auch langsam. Durch die Einnahme des kleinen Dorfes Nowoaleksandriwka sind die Russen nun etwa 15 Kilometer von der äußerst wichtigen Straße Dnipro-Pawlograd-Pokrowsk-Tschasiw Jar entfernt, die eine der Hauptversorgungsrouten der ukrainischen Truppen ist, die in Richtung Bachmut kämpfen.

Laut Experten mehren sich Anzeichen, dass ein F-16-Einsatz in der Ukraine bevorsteht. Der Jet sei verlässlich. Er fordere aber einen hohen Ressourcenaufwand, so Oberst Reisner.

13.06.2024 | 15:56 min
Russland hat noch keine Feuerkontrolle über die Straße, aber ihre Artillerie kann sie bereits von Zeit zu Zeit erreichen. Die Ukraine ist bestrebt, die Frontlinie in dieser Richtung zu stabilisieren und die russischen Vorstöße zu isolieren.
In der Zwischenzeit setzten die ukrainischen Streitkräfte ihre langsame Zurückdrängung der russischen Truppen in Richtung Wowtschansk und Lipsi fort. Das kontinuierliche Eintreffen westlicher Munitionslieferungen ist eine wichtige Voraussetzung für diese Erfolge.

Für den Angriffskrieg in der Ukraine rekrutiert Russland auch Söldner aus Indien. "frontal"-Recherchen zeigen, dass viele nicht freiwillig an der Front kämpfen.

30.04.2024 | 09:28 min

Russland fehlen zunehmend Fahrzeuge

Es gibt immer häufiger Anzeichen dafür, dass es den russischen Truppen an gepanzerten Mannschaftstransportwagen mangelt. Bereits seit Monaten setzt die russische Infanterie Cross-Motorräder sowie in China hergestellte Desertcross-1000-Geländefahrzeuge ein. Darüber hinaus sind kürzlich Videoaufnahmen aufgetaucht, die zeigen, wie die russischen Streitkräfte alte BRDM-Spähwagen für Infanterieangriffe einsetzen. BRDM wurden in den späten 1950er Jahren entwickelt und ab 1962 produziert.
Obwohl Russland diese Fahrzeuge im Rahmen eines Modernisierungsprogramms mit zusätzlicher Panzerung und einem Nachtsichtgerät ausgestattet hat, sind sie immer noch stark veraltet. Die Tatsache, dass die russischen Streitkräfte sie dennoch für einen Zweck einsetzen, für den sie eigentlich ungeeignet sind (das heißt für Infanterieangriffe statt für die Aufklärung), deutet möglicherweise darauf hin, dass der Mangel an geeigneten gepanzerten Mannschaftstransportwagen auf russischer Seite ein zunehmend ernstes Problem darstellt.
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