: Baerbock: Lebenslauf wird nicht mehr geändert

11.06.2021 | 07:17 Uhr
"Jetzt bläst der Wind ganz schön von vorne", stellt die grüne Kanzlerkandidatin Baerbock selbst fest. Ihr Lebenslauf bleibt - nach Änderungen - jetzt jedenfalls, wie er ist.
Annalena Baerbock bedauert Fehler im Lebenslauf, entschuldigt sich - zeigt sich aber kämpferisch. Parteikollegen raten zur Gelassenheit und geben Rückendeckung. Baerbocks Umfragewerte sinken - der Parteitag der Grünen am Wochenende soll Auftrieb geben.
Grünen-Chefin Annalena Baerbock wird Details ihren Lebenslauf nach eigenen Angaben nicht noch einmal richtigstellen müssen. Die Frage, ob die Korrekturen damit abgeschlossen seien, bejahte sie am Donnerstagabend in der ARD-Sendung "Farbe bekennen". Die Frage "Warum machen Sie sich toller, als Sie eigentlich sind?" wehrte die designierte Kanzlerkandidatin der Grünen ab. "Das hab' ich so nicht gemacht."

Lebenslauf auf Website "sehr komprimiert"

Sie habe wichtige beruflichen Etappen und ihre Verbindungen zu Vereinen und Organisationen im Lebenslauf auf ihrer Website "sehr komprimiert" dargestellt. Baerbock hatte auf ihrer Website unter Mitgliedschaften zunächst unter anderem die Transatlantik-Stiftung German Marshall Fund und das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR aufgeführt. Später wurde die Seite geändert, die Überschrift lautet statt "Mitgliedschaften" nun "Beiräte, (Förder-)Mitgliedschaften, regelmäßige Unterstützung".
Das war offensichtlich sehr schlampig.
Annalena Baerbock

Baerbock will Kanzlerkandidatur nicht an Habeck abgeben

"Ich habe auch eigene Fehler gemacht, darüber ärgere ich mich tierisch und werde versuchen, jetzt um so stärker das Vertrauen zurückzugewinnen", sagte Baerbock im ZDF.
Baerbock machte in der ARD deutlich, dass sie die Kanzlerkandidatur der Grünen nicht an Co-Parteichef Robert Habeck abgeben will. Sie finde es wichtig, zu Fehlern zu stehen und sich zu korrigieren. "Jeder Mensch macht Fehler im Leben." Sich nun zu verstecken oder zurückzuziehen, "das bin ich ganz und gar nicht".
Wenn nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, könnte die CDU/CSU zulegen, die Grünen verzeichnen Verluste. Das zeigt das aktuelle ZDF-Politbarometer.

Grünen-Parteitag soll Nominierung bestätigen

Am Samstag soll der Parteitag die Nominierung Baerbocks bestätigen und in der gleichen Abstimmung auch über das Spitzenduo Baerbock und Habeck abstimmen. Nach Baerbocks Nominierung im April lagen die Grünen in Umfragen zeitweise vor der Union bei 25 Prozent. Im aktuellen ZDF-Politbarometer steht die Partei nun hingegen bei 22 Prozent, die CDU/CSU bei 28 Prozent.
Auch im Direktvergleich der drei Kanzlerkandidaten lag Baerbock zeitweise vorn. 43 Prozent der Befragten hielten sie im Mai für geeignet als Kanzlerin. Aktuell landet Baerbock mit deutlichen Verlusten auf Platz drei hinter CDU-Kandidat Armin Laschet und SPD-Kandidat Olaf Scholz.
Mit Blick auf die einstige hohe persönliche Zustimmung sagte Baerbock:
So heilig war ich nie, sondern alle machen Fehler.
Annalena Baerbock
Dafür habe sie schmerzlich bezahlt, was man auch in den Umfragen sehe.
Quelle: dpa, ZDF

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