Warum fast alles anders sein wird

16.01.2021 | 10:56 Uhr
Die Amtseinführung des gewählten Präsidenten Joe Biden am Mittwoch wird deutlich anders als vorherige Amtseinführungen in den USA sein. Das ist bislang darüber bekannt.
Die Amtseinführungszeremonie findet am Kapitol statt.Quelle: Liu Jie/XinHua/dpa
Was wir bislang wissen:

Kann die Öffentlichkeit teilnehmen?

Wahrscheinlich nicht. Die Bürgermeisterin von Washington, Muriel Bowser, hat Menschen aufgefordert, zuhause zu bleiben. Der Wohnungsvermittler Airbnb hat Buchungen abgesagt, damit keine Gäste in die Hauptstadt kommen.
Aktivisten forderten, dass Bowser alle örtlichen Hotels schließt. Das wollte sie jedoch nicht tun.
  • Straßen und U-Bahn-Stationen in der Innenstadt von Washington werden geschlossen sein.
  • Die Behörden überlegen auch, alle Brücken aus dem US-Staat Virginia in die Hauptstadt zuzumachen.

Was wird anders sein?

Fast alles. Der scheidende Präsident nimmt normalerweise an der Amtseinführung teil, um einen friedlichen Machtwechsel zu zeigen. Donald Trump weigert sich aber, zu kommen. Vizepräsident Mike Pence hat vor, teilzunehmen. Trump behauptet fälschlicherweise, dass es bei der Präsidentschaftswahl Betrug gegeben habe.
Das wird es diesmal nicht geben:
  • Keine Parade mit zahlreichen Menschen, die dem neuen Präsidenten zujubeln.
  • Keine Tanzveranstaltungen zur Amtseinführung für Biden, Harris und deren Ehepartner
Ursprünglich hatten die Organisatoren vor, Teile einer normalen Amtseinführung beizubehalten. Angesichts des gewalttätigen Angriffs von Trump-Anhängern auf das Kapitolgebäude am 6. Januar bleibt von Normalität bei der Amtseinführung nicht viel übrig.
Die Innenstadt von Washington sieht wie ein Militärlager aus. Die National Mall ist für die Öffentlichkeit abgeriegelt und das Washington Monument kann nicht besucht werden. Am 20. Januar werden 21.000 Mitglieder einer Nationalgarde im Einsatz sein, gemeinsam mit Polizisten der Hauptstadt und zahlreichen Bundesstrafverfolgungsbehörden.
Um örtliche Sicherheitskräfte zu unterstützen wird die Nationalgarde bis zu 15.000 Soldaten zusammenziehen. Das FBI warnt vor bewaffneten Protesten in allen 50 US-Staaten.

Was wird an andere Amtseinführungen erinnern?

  • Wie ihre Amtsvorgänger werden Joe Biden und Kamala Harris ihren Amtseid vor dem Kapitolgebäude ablegen.
  • Jennifer Lopez wird auftreten, Lady Gagawird die Nationalhymne singen.
  • Biden wird der Webseite seiner Amtseinführung zufolge eine Rede an die Nation halten.
Anschließend sollen Biden und Harris die traditionelle Inspektion von Soldaten vornehmen. Damit wird der friedliche Machttransfer an einen neuen Oberbefehlshaber symbolisiert. Biden, seine Frau Jill Biden, Harris und deren Ehemann Douglas Emhoff besuchen später den Arlington-Nationalfriedhof, um am Grab des unbekannten Soldaten einen Kranz niederzulegen. Dort gesellen sich die früheren Präsidenten Barack Obama, George W. Bush und Bill Clinton sowie deren Ehefrauen zu ihnen.
ZDF Korrespondent Elmar Theveßen zum Impeachment-Verfahren gegen Donald Trump, mit einem Ausblick wie es weiter geht. Und zur Sorge vor gewaltsamen Protesten am 20. Januar, am Tag der Amtseinführung von Joe Biden.

Wird es Gewalt geben?

Die Amtseinführung findet zwei Wochen nach dem Aufstand im Kapitolgebäude statt. Die Strafverfolgungsbehörden haben in Aussicht gestellt, dass sie diesmal nicht überwältigt werden. Die Bundespolizei FBI hat vor bewaffneten Protesten und möglichen Anschlägen von militanten Trump-Anhängern gewarnt. Die Spannungen werden bis nach dem 20.
Januar hoch sein.
Die Behörden teilten am Freitag mit, die Bewachung des Kapitolgebäudes und des Weißen Hauses könnte Angreifer dazu veranlassen, sich nach leichter anzugreifenden Zielen in Washington oder in anderen Teilen der USA umzusehen.
Quelle: AP

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