: Biden stellt Beziehungen zu Saudis infrage

12.10.2022 | 07:25 Uhr
Nach dem Opec+-Beschluss zur Drosselung der Ölförderung kündigt ein erzürnter US-Präsident Biden "Konsequenzen" an. Erste US-Politiker fordern das Ende der US-Waffenlieferungen.

Dass die Opec+-Allianz die Ölproduktion kurz vor den Zwischenwahlen in den USA drosselt, sorgt dort für Irritationen. Russland hingegen profitiert von steigenden Preisen.

11.10.2022 | 02:35 min
US-Präsident Joe Biden hat wegen der geplanten Kürzung der Erdölförderung durch die von Saudi-Arabien dominierte Öl-Allianz Opec+ Konsequenzen angekündigt. Er werde mit dem US-Kongress über die nächsten Schritte beraten, sagte Biden im Gespräch mit dem Nachrichtensender CNN.
Es wird einige Konsequenzen für das geben, was sie getan haben, mit Russland,
US-Präsident Joe Biden
Was er konkret im Sinn habe, wolle er noch nicht sagen. "Aber es wird Konsequenzen geben."

Ölverknappung für höheren Ölpreis

Hintergrund ist die vergangene Woche verkündete Entscheidung des Opec+-Kartells, dem auch Russland angehört, die Ölfördermenge ab November um zwei Millionen Barrel pro Tag (je 159 Liter) zu kürzen. Die Angebotsverknappung soll den Ölpreis hochtreiben, wovon wiederum aus US-Sicht Moskau profitiert, das mit dem Erlös den Angriffskrieg gegen die Ukraine weiterfinanzieren kann.

Russland, Indien und China werden als Absatzmärkte immer wichtiger, so Energieexperte Goldthau im ZDF.

11.10.2022 | 03:46 min
Regierungssprecherin Karine Jean-Pierre warf Saudi-Arabien vor, mit Russland gemeinsame Sache zu machen. "Dies ist nicht die Zeit, sich mit Russland zusammenzutun", betonte sie.
Der saudische Außenminister Faisal bin Farhan Al Saud erklärte im Sender Al-Arabija hingegen, die Regierung in Riad strebe die Produktionskürzungen aus "rein ökonomischen" Beweggründen an.
Regierungssprecherin Karine Jean-Pierre zu den Saudi-Beziehungen
Die Förderkürzung könnte jedoch US-geführte Bemühungen unterlaufen, den Krieg für den Kreml finanziell untragbar zu machen. Befürchtet wird zudem, dass die ohnehin durch den Ukraine-Konflikt angeschlagene Weltwirtschaft durch das Opec+-Vorhaben zusätzlich geschwächt wird.

Steigende Benzin-Preise Problem vor Zwischenwahlen

Und erneut steigende Preise an den amerikanischen Zapfsäulen könnten kurz vor den Zwischenwahlen in den USA für Biden und seine Demokraten zur politischen Last werden.
Ein Rückblick auf Bidens jüngste Reise nach Saudi-Arabien:

16.07.2022 | 01:29 min
Erst zu Wochenbeginn forderte der Vorsitzende des Außenausschusses im US-Senat, Robert Menendez, eine Einstellung der Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien. Alle Waffenverkäufe und die sicherheitspolitische Zusammenarbeit müssten vorläufig eingefroren werden. Die USA sollten sich auf eine Mindestkooperation mit Saudi-Arabien beschränken, die der Verteidigung amerikanischer Interessen dienen sollte, verlangte Menendez.
Die Entwicklung der Opec - ein Rückblick:

Die Opec, das Kartell der erdölproduzierenden Staaten, erschütterte in den 70er-Jahren die Welt. Heute geht das nicht mehr so einfach.

14.09.2020 | 01:37 min
Einen Tag später legten der demokratische Senator Richard Blumenthal und sein Parteikollege Ro Khanna, Abgeordneter im Repräsentantenhaus, einen Gesetzesentwurf vor, der einen sofortigen Stopp aller US-Waffenverkäufe an Saudi-Arabien für ein Jahr vorsieht. Betroffen wären auch Deals mit Ersatz- und Reparaturteilen, Dienstleistungen und logistische US-Unterstützung.

Weißes Haus: Nationale Interessen

John Kirby, Sprecher des nationalen Sicherheitsrats des Weißen Hauses, erklärte bei CNN, Biden sei gewillt, mit dem Kongress zu erörtern, wie die Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien künftig aussehen solle. Es sei an der Zeit, die Beziehungen einer erneuten Prüfung zu unterziehen und sicherzugehen, dass sie den nationalen Interessen der USA dienten.
Zugleich wies das Weiße Haus darauf hin, dass die Waffendeals mit Riad auch als wichtiges Gegengewicht zum Iran fungierten. "Jetzt leben 70.000 Amerikaner in Saudi-Arabien, ganz zu schweigen von all den anderen Truppen, die wir in der ganzen Region haben", erklärte Kirby. "
Also ist es nicht nur in unserem eigenen Interesse, dass die Raketenabwehr in der Region vernetzter und kooperativer wird. Es ist auch im Interesse unserer Verbündeten und Partner in diesem Teil der Welt.
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Quelle: AP

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