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: Bundestagswahl: Wie steht es in den Umfragen?

von Robert Meyer
17.09.2021 | 11:37 Uhr
Welche Partei liegt vorne? Wen wünschen sich die Deutschen ins Kanzleramt? Welche Themen sind am wichtigsten? Die Zahlen zur Bundestagswahl immer aktuell im Überblick.
Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel spiegeln den Stand vor der Bundestagswahl wider.
Alle Live-Ergebnisse zur Bundestagswahl finden Sie ab sofort in folgendem Artikel:
Wer wird die stärkste politische Kraft in Deutschland? Wie schneiden Union, Grüne, SPD, AfD, FDP und Linke ab? Am 26. September wählt Deutschland einen neuen Bundestag - und es könnte ein so knappes Rennen werden wie schon seit vielen Jahren nicht mehr.
Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, würden die Menschen in Deutschland für folgende Partei entscheiden. Mithilfe der blauen Schaltflächen können Sie zudem sehen, wie viele Prozentpunkte die Parteien im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 laut Forschungsgruppe Wahlen hinzugewinnen oder verlieren würden und wie sich die Ergebnisse der Sonntagsfrage entwickelt haben.
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Wen wünschen sich die Deutschen als Kanzler*in?

Zum ersten Mal seit dem Amtsantritt von Angela Merkel (CDU) 2005 wird es in Deutschland eine*n neue*n Kanzler*in geben. Mit Armin Laschet (CDU), Annalena Baerbock (Grüne) und Olaf Scholz (SPD) bewerben sich drei Kandidat*innen um dieses Amt.
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Regierungsmehrheiten laut Umfragen

Die aktuell regierende Große Koalition aus CDU, CSU und SPD hätte fast keine Regierungsmehrheit mehr. Eine größere Mehrheit hätte eine "Deutschland-Koalition" gemeinsam mit der FDP. Aber auch eine "Jamaika-Koalition" aus Union, Grünen und FDP wäre machbar.
Aber auch ohne CDU und CSU wären Mehrheiten nicht unwahrscheinlich. Eine "Ampel-Koalition" aus SPD, Grünen und FDP hätte aktuell auch eine Mehrheit - einer Linkskoalition mit SPD, Grünen und Linken ebenso.
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Nur weil eine Koalition möglich ist, heißt das aber noch nicht, dass die Wähler*innen sie sich auch wünschen. Folgende Grafik zeigt, welche Parteienbündnisse aktuell am beliebtesten wären. In der Umfrage gab es dabei keine Antwortvorgaben, was die teils geringen Werte erklärt:
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Wie machen die Politiker*innen ihre Arbeit?

Wie zufrieden sind die Deutschen mit der aktuellen Regierungskoalition aus CDU, CSU und SPD? Gerade im ersten Jahr der Corona-Krise hat die Bundesregierung laut der Umfragen gute Arbeit verrichtet. Doch im Frühjahr 2021 drehte sich der Trend. Folgende Grafik zeigt auf einer Skala von +5 (zufrieden) bis -5 (unzufrieden), wie die Befragten die Arbeit der Bundesregierung einschätzen:
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Bei den Umfragen der Forschungsgruppe Wahlen haben die Befragten auch die Möglichkeit, einzelne Politiker*innen nach Leistung und Sympathie auf einer Skala von +5 (halte sehr viel) bis -5 (halte überhaupt nichts von dem Politiker oder der Politikerin) zu bewerten:
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Welche Themen sind den Deutschen am wichtigsten?

Corona und Klimawandel - laut Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen sind das die beiden wichtigsten Themen, die die Menschen in Deutschland derzeit beschäftigen.
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Über welche Themen twittern die Politiker*innen?

Aber sind das auch die Themen, über die Politiker*innen sprechen? Ein Blick auf Twitter verrät, welche Themen für die aktuellen Bundestagsabgeordneten besonders relevant sind:
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Folgende Übersicht zeigt zudem, welche Partei über welches Thema am meisten twittert. Je größer der farbige Parteibalken, desto größer der Anteil der Politiker*innen der jeweiligen Partei an der Debatte - so sind es zum Beispiel vor allem grüne Abgeordnete, die über Klima und Umwelt twittern.
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Woher stammen die Umfragedaten? Wie werden die Daten erhoben?

Die Forschungsgruppe Wahlen führt regelmäßig für das ZDF-Politbarometer Befragungen durch. Diese erfassen Meinungen und Einstellungen der wahlberechtigten Bevölkerung zu aktuellen Ereignissen, zu Parteien und Politikern, aber auch zu allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklungen.

Jeweils dienstags bis donnerstags befragt die Forschungsgruppe jeweils ca. 1.250 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch. Die Ergebnisse werden freitags veröffentlicht.

Ist die Befragung repräsentativ für die Bevölkerung?

Umfragen sind repräsentativ, wenn die Auswahl der Befragten streng nach dem Zufallsprinzip erfolgt, also jede*r Wahlberechtigte die gleiche Chance hat, befragt zu werden. Das stellt die Forschungsgruppe Wahlen beispielsweise dadurch sicher, dass die letzten Ziffern der Telefonnummern zufällig generiert werden. Damit können auch Wahlberechtigte erfasst werden, die nicht im Telefonverzeichnis eingetragen sind.

Die Umfrageergebnisse werden mit bekannten Verteilungen der Grundgesamtheit gewichtet. Und zwar werden dabei die Anteile für Geschlecht, Alter und Bildung der wahlberechtigten Bevölkerung dem Mikrozensus und der repräsentativen Wahlstatistik entnommen. Dies erfolgt, um sowohl systematische Ausfälle aufgrund des Studiendesigns auszugleichen, als auch um die Stichprobe der Grundgesamtheit anzupassen.

Wie genau ist die Umfrage?

Politische Umfragen sind immer nur Momentaufnahmen. Sie spiegeln die Meinung der Bevölkerung im jeweiligen Befragungszeitraum wider und sind keine Prognose für einen weiter entfernten Wahltag.

Zudem unterliegen repräsentative Befragungen immer einem statistischen Fehler. Deshalb werden bei Umfragen auch Fehlerbereiche angegeben.

Beispiel: Eine Partei kommt in der Umfrage auf 10 Prozent. Aufgrund des statistischen Fehlerbereichs kann der Wert für diese Partei auch bei 8 oder 12 Prozent liegen (Konfidenzintervall) – die Fehlertoleranz liegt also bei +/- zwei Prozentpunkten.

Bei einem Wert von 40 Prozent in der Umfrage liegt der Fehlerbereich zwischen 37 und 43 Prozent. Allerdings sind Werte im Fehlerbereich nicht alle gleich wahrscheinlich. So ist die Wahrscheinlichkeit, dass der tatsächliche Wert im Zentrum des Konfidenzintervalls liegt (in diesem Beispiel also bei 40 Prozent) größer als dass er sich am Rand des Intervalls befindet (37 bzw. 43 Prozent).

Woher stammen die Twitter-Daten? Welche Daten liegen der Analyse zugrunde?

Die Tweets der Bundestagsabgeordneten werden mithilfe des Python-Tools "twint" abgerufen. Grundlage für die Grafik "Worüber twittern die Abgeordneten?" sind die im Jahr 2021 geschriebenen Tweets der Bundestagabgeordneten mit Twitter-Account. Entsprechende Account-Listen stellen die Bundestagsfraktionen auf ihren eigenen Twitter-Accounts zur Verfügung. Der Wert eines jeden einzelnen Tages stellt die Zahl der Tweets zum jeweiligen Thema in den vergangenen sieben Tagen je 1.000 Tweets der Bundestagabgeordneten dar. Durch den längeren Zeitraum werden Ausreißer an einzelnen Tagen ausgeglichen und die Analyse auf eine breitere Datenbasis gestellt.

Die Grafik "Worüber twittern die Parteien?" steht auf derselben Datenbasis. Allerdings berücksichtigt sie sogar die Tweets der vergangenen zwei Wochen, um auch kleineren Themen eine ausreichende Datenbasis zu geben.

Wie wurden die Tweets nach politischen Themen durchsucht?

Jedem der Oberthemen in den Grafiken liegen bestimmte Begriffe oder Begriffsteile zugrunde, mit deren Hilfe die Tweets durchsucht worden sind. Für das Thema "Klimawandel" wurden zum Beispiel die Tweets der Bundestagsabgeordneten mithilfe der Wörter "Klimawandel", "Klimaschutz" und "Klimakrise" durchsucht. Wenn ein Tweet mehrere dieser Begriffe beinhaltet, zählt er trotzdem nur als eine Nennung. Die Zahl der Tweets wurde dann ins Verhältnis zur Zahl sämtlicher in den vergangenen ein bzw. zwei Wochen von Bundestagsabgeordneten veröffentlichten Tweets gesetzt.

Das bedeutet aber auch: Bestimmte Themen könnten in der Grafik "Worüber twittern die Abgeordneten?" alleine aufgrund einer einzigen Partei überrepräsentiert sein. Twittert die Linke beispielsweise an einem Tag besonders viel zum Thema Arbeitslosigkeit, könnte der Wert nach oben ausschlagen - ohne dass sich die anderen Parteien überhaupt mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Bei der Interpretation der Daten hilft deshalb auch der Vergleich mit anderen Parteien ("Worüber twittern die Parteien?").

Aktuelles zur Bundestagswahl 2021