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: Lindner hält Sieg Laschets noch für möglich

von Dominik Rzepka
06.09.2021 | 19:44 Uhr
Schwache Umfragen für die Union, dennoch ist das Rennen für FDP-Chef Lindner offen. Armin Laschet kann noch Kanzler werden, sagt er im ZDF - und schließt dann die Ampel nicht aus.
Sehen Sie hier "Was nun, Herr Lindner" in voller Länge.
Noch vor wenigen Wochen hielt der FDP-Vorsitzende Christian Lindner die Bundestagswahl quasi für entschieden. Lindner sah CDU-Chef Armin Laschet schon als Kanzler, eine unionsgeführte Bundesregierung war für ihn eigentlich schon sicher. Nun liegt die Union im aktuellen ZDF-Politbarometer bei gerade einmal 22 Prozent, hinter der SPD.
Inzwischen sagt Lindner, die Schwäche der Union sei überraschend. Trotzdem sei das Rennen offen. Über Laschets Kanzlerchancen sagt Lindner in der ZDF-Sendung "Was nun, ...?:
Ich halte es unverändert für gut möglich, dass Armin Laschet der nächste Kanzler der Bundesrepublik Deutschland ist.
Christian Lindner, FDP

Lindner schließt Ampel nicht aus

Laschet habe die solideren Koalitionsoptionen, so Lindner. Auch wenn die Union nur zweitstärkste Kraft werde, könnte ein Dreierbündnis unter Führung Armin Laschets eine Mehrheit im Bundestag haben. Im Klartext: Eine Jamaika-Koalition mit einem Kanzler Laschet, die eine Mehrheit im Bundestag hätte, schließt Lindner nicht aus. Selbst dann nicht, sollten die Sozialdemokraten stärkste politische Kraft werden.
Lindner erinnert an das Jahr 1976. Damals sei die CDU mit Helmut Kohl zwar stärkste Kraft geworden. Dennoch blieb seinerzeit Helmut Schmidt (SPD) Kanzler in einem sozialliberalen Bündnis.
Sehen Sie hier ein Porträt von Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet.
Lindner schließt in dem Interview auch eine Ampel nicht kategorisch aus, also eine Koalition mit SPD und Grünen. Trotz mehrfacher Nachfrage sagt Lindner zu dieser Koalitionsmöglichkeit nur:
Wir entscheiden Koalitionsfragen nach Inhalten.
Christian Lindner, FDP
Zwar stehe die FDP der Union inhaltlich näher. Eine klare Absage vermeidet Lindner in Bezug auf eine Ampel aber. Zuvor hatte CDU-Politiker Friedrich Merz die FDP aufgefordert, ein solches Bündnis auszuschließen. Diese Forderung, so Lindner, sei "nicht frei von Ironie". Schließlich sei es Merz' CDU gewesen, die vor vier Jahren beinahe ein Bündnis mit den Grünen eingegangen wäre.

Lindner will Parteichef bleiben

Für den Fall, dass die FDP nicht Teil einer künftigen Regierung wird, will Lindner Parteichef bleiben. Auf die Frage, ob er sich in diesem Fall zurückziehe, sagt er: "Selbstverständlich nicht." Die FDP verbuche gerade einen Mitgliederrekord. Diese Mitglieder, die Vertrauen in die FDP investiert hätten, wolle er nicht enttäuschen.
Sollte er es hingegen schaffen, die FDP in eine Regierung zu führen, möchte Lindner Finanzminister werden. Auf die Frage, was ihn für dieses Amt qualifiziere - immerhin sei er kein Ökonom -, sagt Lindner: "Ich führe nun seit zehn Jahren Partei- und Fraktionsapparate, und ich glaube, dass die politischen Inhalte, für die ich mit der FDP stehe, uns qualifizieren, in Deutschland für solide Finanzen und wirtschaftliche Vernunft zu sorgen."
FDP-Chef Christian Lindner sagt, für ein Bündnis mit der SPD fehle ihm die Fantasie. Seine erklärte Lieblingskonstellation, Schwarz-Gelb, kommt allerdings in Umfragen immer schlechter weg. Inzwischen wirft er aber der CDU inhaltliche Schwammigkeit vor.

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