Zahme erste Debatte der CDU-Vorsitzkandidaten

17.10.2020 | 21:15 Uhr
Im Dezember wird über den CDU-Vorsitz abgestimmt. Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen werben bei der Jungen Union für sich, einen klaren Gewinner gibt es nicht.
Die Junge Union hat die drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz nach Berlin zu einem sog. „Kandidaten-Pitch“ eingeladen. Laschet, Merz und Röttgen stellen sich den Fragen des Parteipublikums – per Videoschalte. Wer geht als Gewinner aus dem „Pitch“?
Armin Laschet, Friedrich Merz oder Norbert Röttgen - einer dieser drei soll im Dezember zum Parteichef der CDU gewählt werden. In einem von der Jungen Union (JU) organisierten Auftritt standen die Kandidaten im internen Wahlkampf gemeinsam auf der Bühne und stellten sich nach einleitenden Bewerbungsreden in einer Videokonferenz den Fragen von JU-Mitgliedern.
Wer eine harte Auseinandersetzung zwischen den Kandidaten oder große Neuigkeiten erwartet hätte, wurde bei diesem virtuellen Schaulaufen der Bewerber enttäuscht. Routiniert spulten sie ihre Antworten auf die Fragen des Parteinachwuchses ab.

Laschet präsentiert sich als "Macher"

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet stellte sich dem CDU-Nachwuchs als "Macher" mit breiten Erfahrungen als Regierungschef vor. Viele der aktuellen Forderungen der Jungen Union wie nach mehr Klimaschutz, Digitalisierung oder Generationengerechtigkeit seien von seiner Landesregierung bereits umgesetzt oder würden angegangen, sagte Laschet.
In seinem Kabinett seien beispielsweise Vertreter des Mittelstands genauso wie der Arbeitnehmervertreter, der Frauen und der jungen Generation vertreten, sagte Laschet, der nach einer Auslosung als erster der drei Kandidaten reden durfte. Diese Vielfalt müsse endlich auch in der Bundespartei sichtbar sein. Er kämpfe für eine modernisierte CDU, versprach Laschet dem Parteinachwuchs.
Noch 10 Wochen - dann findet der CDU-Parteitag statt und mit ihm die Wahl des neuen Parteivorsitzenden. Alle haben sich in den letzten Monaten in Stellung gebracht.

Merz für neuen Generationenvertrag

Friedrich Merz sprach sich für eine Erneuerung der Generationengerechtigkeit aus. Das Land dürfe nicht länger auf Kosten der jungen Generation leben, sagte der frühere Unionsfraktionschef. Unter seiner Ägide würden keine Beschlüsse mehr gefasst werden, die die Kosten in die Zukunft verlegen und sie der jungen Generation aufbürden.
Deutschland müsse wirtschafts- und finanzpolitisch aus der Corona-Krise heraus kommen - und zwar mit ökologischen Neuerungen. Dazu sei modernste Technologie nötig, daher strebe er eine Technologie- und Gründungsoffensive an. Das Land sei "zu träge geworden", sagte Merz. Im Übrigen müsse die CDU wie bisher die große Europapartei bleiben.

Röttgen will CDU erneuern

Für eine "Politik der modernen Mitte" warb Außenpolitiker Norbert Röttgen. Er zeigte sich zudem überzeugt, dass Deutschland einen "Aufbruch" benötige. Dazu brauche es "den Mut, den Willen und die Kompetenz zur Erneuerung". Die CDU wolle er weiblicher, jünger, digitaler und interessanter machen, sagte Röttgen. Die Partei brauche zudem klimapolitische Glaubwürdigkeit.
Es werde in den 20er Jahren weiter zu dramatischen Veränderungen kommen. Röttgen sprach von einem Epochenbruch, auf den Deutschland nicht angemessen vorbereitet sei. In der Corona-Pandemie seien auch die Schwächen Deutschlands sichtbar geworden. Bei der Digitalisierung hänge Deutschland 10 bis 20 Jahre zurück.
WLAN an jeder Schule ist ein frommer Wunsch.
Norbert Röttgen, Kandidat für CDU-Vorsitz
Quelle: dpa

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