Laschet gegen Röttgen und Merz' "Weiter so"

13.01.2021 | 21:09 Uhr
Es sind die letzten Meter auf der Zielgeraden. Nochmal machen die drei CDU-Kandidaten Wahlkampf. Trotz aller Geschlossenheitsappelle gibt es auch andere Töne.
Quelle: dpaDiese drei Kandidaten bewerben sich um den Vorsitz der CDU: Norbert Röttgen, Armin Laschet und Friedrich Merz (von links nach rechts)
Kurz vor der Entscheidung über den CDU-Parteivorsitz haben alle drei Bewerber versprochen, Gräben und Lagerdenken in der Partei nach ihrer Wahl zu überwinden. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, Ex-Fraktionschef Friedrich Merz und Außenpolitiker Norbert Röttgen waren am Mittwoch getrennt voneinander digital einer Klausur der baden-württembergischen Landtagsfraktion zugeschaltet.

Merz: Kein Bruch mit Ära Merkel

Friedrich Merz versicherte im Fall seiner Wahl, einen Bruch mit der Ära Merkel verhindern zu wollen.
Nach Angela Merkel die Zeit zu gestalten, wird - ob wir das wollen oder nicht - von der Bevölkerung in Deutschland als eine tiefe Zäsur empfunden.
Friedrich Merz
"Ich möchte alles tun, um zu vermeiden, dass daraus ein Bruch wird. Wir wären völlig verrückt, wenn wir das anders machen würden." Aber auch nach Corona werde es nicht zurückgehen zur Normalität. Auf das Land kämen eine Reihe nationaler und internationaler Aufgaben zu. Nach der Wahl müsse die Partei Geschlossenheit zeigen, egal, wer das Rennen mache.
ZDF-Korrespondentin Shakuntala Banerjee zur letzten Fragerunde für CDU-Mitglieder.

Fünf Länder werben für Laschet

Geschlossenheit will auch Armin Laschet, für den sich die scheidende CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer jüngst indirekt ausgesprochen hatte:
Eine künftige Regierung muss noch mehr die Breite der Partei widerspiegeln.
Armin Laschet
Die CDU müsse das Kunststück schaffen, die Menschen, die besonders Angela Merkel als Person schätzten, zu halten, und gleichzeitig Antworten zu finden für die Zukunftsthemen. Die CDU müsse ihre Wirtschaftskompetenz und die innere Sicherheit im Wahlkampf thematisieren. Man dürfe nicht nur über den Green Deal, sondern müsse auch mehr über Industrieproduktion und Arbeitsplätze reden, das käme ihm zu kurz.
Laschets Kandidatur für den Bundesvorsitz unterstützen CDU-Fraktionsvorsitzende aus fünf Landtagen. In einer gemeinsamen Erklärung warben die Fraktionschefs aus NRW, Niedersachsen, Bremen, Thüringen und Brandenburg für ihn.
Wer wird neuer Vorsitzender der CDU?

Röttgen gegen FDP - Laschet gegen Röttgen

Auch Norbert Röttgen rief zum Zusammenhalt der Partei auf - für die Zeit nach dem Parteitag. "Wenn wir den nicht glaubwürdig und wirklich hinkriegen, dann Gnade uns Gott", sagte er mit Blick auf die Wahlen, die in diesem Jahr anstehen.
Ich bin kein Lager. Ich kann und will die gesamte Partei repräsentieren.
Norbert Röttgen
Trotz aller Bekenntnisse zur Geschlossenheit nutzte Laschet den kurzen Auftritt vor den Südwest-Parlamentariern für eine Attacke auf Röttgen. Der hatte sich zuvor kritisch zu einer Zusammenarbeit mit der FDP geäußert. "Auf eine Partei, die mal Lust hat, zu regieren und dann wieder nicht, kann man sich nicht verlassen", hatte Röttgen der "Augsburger Allgemeinen" gesagt.
Die FDP zu beschimpfen halte er für einen fundamentalen Fehler, entgegnete Laschet. "Das treibt alle in die Ampel hinein." Laschet nannte die Aussagen von Röttgen gefährlich. Er versuche, zu FDP-Parteichef Christian Lindner einen Draht zu halten. "Es kann der Moment kommen, wo wir sie brauchen", sagte Laschet. Ein Jamaika-Bündnis mit Grünen und FDP sei ihm lieber als Schwarz-Grün.
Quelle: dpa

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