: Ukraine scheint Fortschritte zu machen

28.07.2022 | 19:01 Uhr
Ukrainische Soldaten kommen wohl im Süden des Landes bei ihrer Gegenoffensive voran. Das russische Militär hat Probleme beim Nachschub, so ein Geheimdienst.

Den ukrainischen Truppen ist offenbar ein Angriff auf ein strategisch wichtiges Ziel bei Cherson gelungen. Ein ZDF-Team hat Soldaten an der Front bei Mykolajiw begleitet.

27.07.2022 | 01:36 min
Die Ukraine macht Fortschritte bei ihren Bemühungen um die Rückeroberung von Teilen der Südukraine. Im Gebiet Cherson sei es dem ukrainischen Militär dank vom Westen gelieferter Artilleriegeschütze gelungen, mindestens drei Brücken über den Dnipro zu beschädigen. Das erklärte das britische Verteidigungsministerium unter Berufung auf Geheimdienstinformationen. Das erschwere Moskau die Versorgung der besetzten Gebiete und mache die russische 49. Armee, die am Westufer des Dnipro stationiert sei, äußerst verwundbar.
Auch die Stadt Cherson als politisch bedeutendste Stadt in der Region unter russischer Kontrolle sei vom Rest der besetzten Gebiete nun so gut wie abgeschnitten, hieß es weiter. "Ihr Verlust würde die russischen Versuche, die Besatzung als Erfolg darzustellen, ernsthaft untergraben", betonte das britische Verteidigungsministerium.
Britisches Verteidigungsministerium zur Gegenoffensive

Russisches Militär hat wohl Probleme mit Nachschub

Der ukrainische Generalstab teilte am Donnerstag bei Facebook mit, im Gebiet Cherson gebe es aktuell Positionskämpfe, und russische Truppen seien zu Gegenangriffen an der Grenze zum Gebiet Dnipropetrowsk übergegangen. Kiew nährt seit Wochen Hoffnungen auf eine baldige Rückeroberung von Teilen der Südukraine.
Bereits am Mittwoch war aus westlichen Sicherheitskreisen verlautet worden, die Ukraine mache bei ihrer Gegenoffensive im Gebiet Cherson Fortschritte. Angesichts der zerstörten oder beschädigten Brücken, verliere Moskau wichtige Nachschubrouten. Auf russischer Seite gebe es ernsthafte Probleme bei der Versorgung und der Moral der Streitkräfte. "Unserer Ansicht nach ist eine operative Pause unausweichlich", sagte ein hochrangiger westlicher Beamter.

Die Bundesregierung hat den Verkauf von 100 Panzerhaubitzen genehmigt. Ein Kaufvertrag aus der Ukraine liegt noch nicht vor, doch nun können die Vorbereitungen beginnen.

27.07.2022 | 02:01 min

Selenskyj verspricht Wiederaufbau

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in einer Videoansprache mit Blick auf die von ukrainischen Streitkräften bombardierte Brücke über dem Fluss Dnipro im Gebiet Cherson, dass nach der Rückeroberung alles wieder aufgebaut werde.
Wir werden unser ganzes Land mit militärischen, diplomatischen und allen anderen zugänglichen Instrumenten befreien.
Wolodymyr Selenskyj
Die Ukraine hat Selenskyj zufolge bisher die Kontrolle über rund 20 Prozent ihres Staatsgebietes verloren. Er forderte vom Westen mehr schwere Waffen, um russische Angriffe zu stoppen und besetzte Gebiete zu befreien.

Die Bundesregierung hat nach ZDF-Informationen die Produktion von 100 Panzerhaubitzen des Herstellers Krauss-Maffei Wegmann genehmigt. Davon könnte auch die Ukraine profitieren.

27.07.2022 | 01:19 min

Anhaltende Kämpfe in der Ostukraine

Im östlichen Kriegsgebiet Donezk nähern sich die Kämpfe zwischen den Truppen Kiews und Moskau weiter den Städten Bachmut und Soledar. Bei Werschyna, südöstlich von Bachmut, habe der Gegner Teilerfolge erzielt, teilte der ukrainische Generalstab mit.
Andere Angriffe im Raum Bachmut und auch beim benachbarten Soledar seien hingegen abgewehrt worden. Auch nördlich von Slowjansk seien russische Attacken gescheitert. Im Donezker und im angrenzenden Gebiet Charkiw seien erneut ukrainische Stellungen in Dutzenden Orten durch Artillerie beschossen worden. Zudem habe es Luftangriffe gegeben.

Die Ukraine hat die ersten drei Luftabwehrpanzer aus Deutschland erhalten. Ob die Ukraine aber mit weiteren deutschen Waffenlieferungen rechnen kann, bleibt unklar. Es hakt am geplanten Ringtausch zwischen Bundesregierung und östlichen NATO-Partnern.

25.07.2022 | 01:41 min
In der Nacht zum Donnerstag wurden nach Angaben der ukrainischen Luftstreitkräfte zudem mehr als 20 Raketen auf Ziele in der Ukraine abgefeuert, unter anderem aus dem benachbarten Belarus. Dabei wurden demnach Infrastrukturobjekte im Kreis Wyschhorod nördlich der Hauptstadt Kiew und im anliegenden Gebiet Tschernihiw getroffen. Die Angaben der Ukraine ließen sich nicht unabhängig prüfen.
Bei einem Raketenangriff auf das zentralukrainische Gebiet Kropywnyzkyj südlich von Kiew wurden der Gebietsverwaltung zufolge am Donnerstag mindestens fünf Menschen getötet und 25 weiter verletzt.
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Quelle: dpa

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