: Erhöhte Spannung zwischen China und Taiwan

von Stefanie Schoeneborn
13.10.2021 | 18:22 Uhr
Der Konflikt zwischen China und Taiwan verschärft sich. China spricht von "Wiedervereinigung", Taiwan will davon nichts wissen. Ein Blick auf zwei chinesische Staaten.
Ein Militärhubschrauber zieht eine Taiwan-Fahne hinter sich her (Archiv vom 5.10.2021).Quelle: Daniel Ceng Shou-Yi/ZUMA Press Wire/dpa/Bild vom 05.10.2021
Jedes Jahr werden sie abgehalten: die Kriegsspiele um Taiwan. Dabei wird ein Krieg zwischen China und den USA um Taiwan simuliert. Was, wenn aus den Spielen Realität wird?
Die Bedrohung wird stärker und zählbar: Allein um den chinesischen Nationalfeiertag des 1. Oktobers flogen 150 Kampfflugzeuge in den taiwanesischen Luftraum. Denn die Volksrepublik China will die Republik China, wie Taiwan auch bezeichnet wird, zurückhaben. Das ist zumindest die Sicht Xi Jinpings und der Kommunistischen Partei Chinas.
Xi spricht von einer vollständigen Wiedervereinigung, die erreicht werden könne und auch werde. Gleichzeitig warnt er vor einem zu großen Einfluss aus dem Ausland, wiederholt, dass Taiwan eine innere Angelegenheit sei und sich niemand einzumischen habe.
Die Äußerungen Xis sind eine Fortsetzung zahlreicher Aussagen, die immer die gleiche Drohungen Richtung Taiwan schicken.
Unter Xi Jinpings Führung erlebt China gerade eine massive politische Umwälzung, die bereits als Kulturrevolution 2.0 bezeichnet wird. So greift der Staat massiv in die Wirtschaft ein und tilgt "Unpatriotisches", in der Kultur und bei der Erziehung.

China versus Taiwan: Die Spannungen verschärfen sich

Doch diesmal fühlt es sich nach mehr an. Es sind die schwersten Spannungen seit 25 Jahren. Die militärischen Provokationen scheinen kein Ende zu nehmen und die Aufforderung Xis zu einer friedlichen Wiedervereinigung wirken fast schon surreal. Denn zeitgleich warnt er, dass eine Abspaltung Taiwans "ein böses Ende" nehmen werde.
Es kann nur ein China geben: Das China der Volksrepublik unter Xi Jinping. Das ist das Bestreben Xis und der Kommunistischen Partei. Taiwan wiederum sieht das anders. Der Inselstaat will seine politische Eigenständigkeit beibehalten und sich nicht dem Druck Chinas unterwerfen. Vor allem sieht Taiwan sich nicht als Teil der Volksrepublik Chinas.

Keine Wiedervereinigung laut Taiwans Präsidentin

Also weist Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen eine "Wiedervereinigung" ganz klar ab. Niemand könne Taiwan dazu zwingen, den Weg einzuschlagen, den China für Taiwan vorgesehen habe. Tsai formuliert es noch deutlicher. Sie ruft China auf, die Existenz als Taiwan anzuerkennen.
China müsse respektieren, dass 23 Millionen Taiwanesinnen und Taiwanesen auf Freiheit und Demokratie bestehen. Dagegen gehen viele Experten in den USA davon aus, dass China innerhalb der nächsten fünf Jahre versuchen wird, Taiwan militärisch einzunehmen.

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