: Göring-Eckardt: Urlaubsflüge nicht verteufeln

09.06.2021 | 08:04 Uhr
Grünen-Fraktionschefin Göring-Eckardt warnt ihre Partei davor, Urlaubsflüge zu verteufeln. Kritik kommt von Verkehrsminister Scheuer.
Ferienflieger werden im Wahlkmapf zum Politikum. Quelle: Epa
In der anhaltenden CO2-Preis-Diskussion warnt Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt ihre Partei vor überzogenen Forderungen. "Ich glaube, dass wir mit einem CO2-Preis von 60 Euro genau richtig liegen", sagte sie den Funke-Medien. "Das ist ein sinnvoller, ambitionierter Betrag."

Göring-Eckardt: Niemanden überfordern

Mit Blick auf Änderungsanträge zum Wahlprogramm, die Abgabe bis 2023 von derzeit 25 Euro nicht auf 60, sondern 90 oder 120 Euro zu erhöhen, mahnte sie: "Wir dürfen niemanden überfordern". Auch warnte sie davor, Urlaubsflüge zu verteufeln. Sie betonte:
Niemand soll sich bei einem Mallorca-Urlaub schlecht fühlen.
Katrin Göring-Eckardt, Grünen-Fraktionschefin
Allerdings sollten "Kurzstreckenflüge überflüssig werden", etwa durch den Bahnausbau. Auch Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hatte zuvor klargestellt, dass seine Partei keine Kurzstreckenflüge verbieten wolle. "Wir wollen Mobilität ermöglichen - allerdings CO2-frei." Leider sei es in den vergangenen Jahren versäumt worden, den Bahnverkehr entsprechend attraktiv zu machen.
Unions-Kanzlerkandidat Laschet hält einen Verzicht auf innerdeutsche Flüge für denkbar - wenn es Alternativen gäbe. Vor der NRW-CDU griff er die Grünen scharf an.

Scheuer: Grüne seit Jahren gegen Flüge

Kritik kam von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer: "Hofreiter wird zum Dolmetscher von Baerbock", sagte der CSU-Politiker. "Er versucht uns zu übersetzen, dass das Verbot der Kurzstreckenflüge nicht so gemeint war. Fakt ist: Den Kampf der Grünen gegen das Fliegen erleben wir seit vielen Jahren. Die grüne Verbotspartei hat Angst vor der Urlaubszeit." Scheuer weiter:
Wir als CDU/CSU wollen das Fliegen mit Innovationen made in Germany sauberer machen.
Andreas Scheuer, Bundesverkehrsminister
Die Grünen wollen ab Freitag auf einem weitgehend digitalen Parteitag ihr Wahlprogramm für die Bundestagswahl im September verabschieden und Parteichefin Annalena Baerbock offiziell als Kanzlerkandidatin aufstellen.
Quelle: dpa, AFP

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