: Messner: CO2-Preis wird steigen müssen

13.06.2021 | 18:45 Uhr
Nach Ansicht des Präsidenten des Umweltbundesamtes, Dirk Messner, muss der CO2-Aufschlag auf Kohle, Öl und Gas deutlich steigen. Der Klimaschutz koste sonst noch mehr.
Laut Messner müsse der Preis für eine Tonne CO2 bis 2030 von 25 auf "100 Euro plus X" ansteigen. Dies könne aber nicht die einzige Maßnahme sein.
Mit Beginn des Jahres 2021 wurde in Deutschland ein CO2-Preis auf Kohle, Benzin, Diesel, Heizöl und Gas eingeführt, um den Treibhausgas-Ausstoß zu reduzieren und die Klimaziele zu erreichen. Er liegt derzeit bei 25 Euro pro Tonne Kohlenstoffdioxid und soll bis zum Jahr 2025 schrittweise auf bis zu 55 Euro steigen. Bis Ende der 2020er-Jahre werde er sogar auf mehr als 100 Euro steigen müssen, davon gingen alle Experten aus, sagte der Präsident des Bundesumweltamtes, Dirk Messner, im Interview der Woche des Deutschlandfunks.

Messner: Preis nicht anzuheben wird teurer

Ohne eine solche Anhebung wirke der Preis wie eine Subvention der fossilen Energieträger, die viele Umweltschäden anrichteten. Gegen diese verzerrte Preiskonstellation "anzufördern", koste die Bürger dann wirklich Geld, betonte Messner.
Als sozialen Ausgleich hält der Präsident des Umweltbundesamtes eine Art "Klimageld" für geeignet, bei dem die Haushalte über eine direkte Überweisung aufs eigene Konto einen Teil der CO2-Einnahmen des Staates rückerstattet bekämen. Das sei möglicherweise sichtbarer als eine allgemeine Absenkung der Strompreise, die aber auch ein Weg sein könnte, so Messner.

Bedeutung der Artenvielfalt für den Klimaschutz

Messner bemängelte in Verbindung mit der im Oktober anstehenden Vertragsstaatenkonferenz der UN-Biodiversitätskonvention, dass der Schutz der Artenvielfalt zu wenig Aufmerksamkeit erhalte.
Dabei sei die Biodiversität ein wichtiger Teil der Problemlösung bei der Klimaerwärmung. Denn Meere, Wälder, Boden speichern als Senken CO2. Allerdings würde diese Senkenfähigkeit geschwächt, wenn zum Beispiel Wälder gerodet oder Moore für landwirtschaftliche Flächen trockengelegt würden.
Das Interview der Woche in voller Länge und auch zum Nachlesen beim Deutschlandfunk
Quelle: Deutschlandfunk

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