: Kassenärzte fordern Stiko-Empfehlung

01.09.2021 | 05:55 Uhr
Die Kassenärzte fordern eine Empfehlung der Stiko für eine Drittimpfung gegen das Coronavirus. Es gehe um den Schutz von Risikogruppen, so Kassenärzte-Chef Andreas Gassen.
Experten fordern mehr Klarheit beim Thema Auffrischungsimpfungen. Die Ständige Impfkommission solle eine Empfehlung dazu abgeben, fordert die KBV.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) fordert eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus.
"Die Stiko hat die Daten, um für bestimmte Gruppen eine Empfehlung für eine Drittimpfung auszugeben", sagte der KBV-Vorsitzende Andreas Gassen den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". "Die Stiko wäre für solche Vorgaben die richtige Institution. Dort sitzen die Fachleute, die tatsächlich Ahnung vom Impfen haben."

Gassen: Gefährdete zuerst schützen

Es gehe darum, diejenigen zuerst durch eine dritte Dosis schützen, die ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben. "Die Stiko trifft rationale, faktenbasierte Entscheidungen - anders als mitunter die Politik", sagte Gassen.
Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach forderte entsprechende Vorgaben für die Auffrischungsimpfungen. Die Politik müsse "jetzt eine klare Ansage machen, welche Gruppen bei den Auffrischungsimpfungen zuerst an der Reihe sind.
Besonders gefährdete Menschen bekommen ab sofort eine Corona-Auffrischimpfung. Nun verlangen Ärzte von der Stiko Klarheit darüber, für wen genau eine dritte Impfung empfohlen wird.

Lauterbach: Ähnlich wie in erster Welle

"Es muss klar sein, um welche Jahrgänge es sich handelt und bei welchen Risikofaktoren eine dritte Impfung angezeigt ist", sagte Lauterbach. Es müsse "so ähnlich laufen wie in der ersten Welle".
Zugleich forderte Lauterbach auch eine Klarstellung, wer vorerst auf eine Drittimpfung gegen Covid-19 warten müsse. Ansonsten würden Menschen geimpft, "die die dritte Dosis noch gar nicht bekommen sollen. In der Folge werden diejenigen nach hinten gedrängt, die die Corona-Auffrischungsimpfung aktuell am dringendsten benötigen", sagte der Gesundheitspolitiker.
Quelle: dpa, AFP

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