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: EMA und WHO: Nutzen von Astrazeneca überwiegt

07.04.2021 | 22:15 Uhr
Weltweit gibt es noch keine klare Linie zum Corona-Impfstoff von Astrazeneca. Während EMA und WHO am Mittwoch nochmals den Nutzen betonten, grenzt London die Anwendung ein.
Der Nutzen des Impfstoffs von Astrazeneca überwiegt die möglichen Risiken. ZDF-Korrespondentin Anne Gellinek berichtet über den Beschluss der Europäischen Arzneimittelbehörde.
Nach der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat sich auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorerst für die weitere Verwendung des Impfstoffs von Astrazeneca ausgesprochen.

Experten: Weitere Studien nötig

Nach aktueller Datengrundlage scheine ein Zusammenhang mit Thrombosen zwar plausibel, aber nicht bestätigt, teilten die Experten des Impfkomitees der WHO am Mittwochabend mit. Es bedürfe noch weiterer Studien, um eine mögliche Verbindung zwischen Impfung und etwaigem Risiko zu untersuchen.
Zuvor hatte am Nachmittag bereits die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) weiter grünes Licht für den Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca gegeben. Trotz sehr seltener Fälle von Blutgerinnseln in Hirnvenen empfiehlt die EMA weiterhin uneingeschränkt die Anwendung des Impfstoffes. So sagte EMA-Chefin Emer Cooke in Amsterdam:
Der Nutzen des Wirkstoffes bei der Bekämpfung von Covid-19 ist deutlich höher zu bewerten als die Risiken.
Die Experten stellten zwar einen Zusammenhang zwischen Impfstoff und Thrombosen bei einer sehr geringen Zahl von Blutplättchen fest. Dies trete allerdings sehr selten auf. Die Behörde hält damit weiterhin an ihrer Bewertung des Präparates fest. Experten hatten zuvor Meldungen von Thrombosen nach einer Impfung eingehend untersucht. Diese Analysen würden fortgesetzt, wie die EMA mitteilte.
2,7 Millionen Mal wurde das Astrazeneca-Vakzin verimpft. 31 Menschen wiesen danach eine Sinusvenenthrombose auf, neun starben daran. Der Zusammenhang ist jedoch noch nicht belegt.

31 Verdachtsfälle nach Astrazeneca-Impfung in Deutschland

Unklar ist, was für Folgen die EMA-Entscheidung nun für die Impfungen haben wird. Mehrere EU-Länder, darunter Deutschland, hatten zuvor den Einsatz des Impfstoffes auf Personen ab 60 Jahre eingeschränkt. Hintergrund waren seltene Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen nach einer Astrazeneca-Impfung. In Deutschland gab es 31 Verdachtsfälle.
Daraufhin hatte die EMA im März eine Expertengruppe eingesetzt. Sie hatte zunächst keinen Zusammenhang mit der Impfung festgestellt. Die Untersuchung war aber fortgesetzt worden. Die Experten vermuten, dass es um eine sehr seltene Immun-Reaktion gehe. Die meisten Fälle waren den Angaben zufolge etwa zwei Wochen nach der Impfung aufgetreten. Die Experten hätten keine besonderen Risikofaktoren wie Alter oder Geschlecht festgestellt.

Großbritannien impft Astrazeneca nicht mehr unter 30

Geimpften riet die EMA, auf die entfernte Möglichkeit der sehr seltenen Blutgerinnsel zu achten. Bei entsprechenden Symptome sollten sie sofort medizinischen Rat einholen, hieß es weiter. Der Impfstoff mit dem Marktnamen Vaxzevria hatte Ende Januar eine bedingte Marktzulassung für die EU erhalten. Danach ist der britisch-schwedische Hersteller weiterhin verpflichtet, alle Daten zu möglichen Nebenwirkungen weiterzuleiten.
Auch die britische Impfkommission änderte ihre Empfehlung für den Astrazeneca-Impfstoff: Das Präparat soll künftig möglichst nur noch Erwachsenen über 30 Jahren verabreicht werden, wie die Kommission nach der neuen EMA-Verkündung mitteilte.

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Quelle: dpa, Reuters

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