: Eine Milliarde Impfstoffdosen für arme Länder

11.06.2021 | 19:57 Uhr
Sie ziehen wieder an einem Strang: Nach Jahren der Krise wollen die führenden westlichen Demokratien stärker zusammenrücken. Vor allem im Kampf gegen Corona und die Klimakrise.
Der Kampf gegen die Pandemie, der Klimaschutz, die Ankurbelung der Weltkonjunktur und der Umgang mit China und Russland – das sind die Hauptthemen des G7-Gipfels in Cornwall.
Es ist der erste Gipfel der bedeutendsten westlichen Demokratien nach Donald Trump: Nach Jahren der Krise ziehen die USA und ihr neuer Präsident Joe Biden mit den anderen führenden westlichen Demokratien wieder an einem Strang. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie wollen die G7-Staaten eine Milliarde Impfstoffdosen an ärmere Länder abgeben. Außerdem im Fokus des Gipfels: Die Debatte um mehr Klimaschutz und wie die Weltwirtschaft nach der Pandemie wieder angekurbelt werden kann.
Heute tagen in Cornwall die sieben wichtigsten westlichen Industrienationen. Welche Ziele haben sich die Teilnehmer des G7-Gipfels gesetzt? Diana Zimmermann mit einer Einschätzung.
Kanzlerin Angela Merkel sagte bei ihrem Eintreffen am Freitag im südwestenglischen Cornwall, Biden "repräsentiert das Bekenntnis zum Multilateralismus, das uns in den letzten Jahren gefehlt hat". In den vergangenen Jahren standen die G7 wegen der protektionistischen Politik von Bidens Vorgänger Donald Trump kurz vor der Spaltung.

Biden nennt Vorhaben "historisch"

Wie genau das Ziel von einer Milliarde Impfstoffdosen erreicht werden soll, war noch nicht ganz klar, als die Staats- und Regierungschefs am Freitag im englischen Cornwall zusammenkamen. Trotzdem bezeichnete Biden das Vorhaben bereits als "historisch".
Der Klimaschutz und der Kampf gegen das Coronavirus sind Themen des G7-Gipfels. Die Staaten wollen ärmeren Ländern mindestens eine Milliarde Impfdosen zur Verfügung stellen.
Großbritanniens Premier Boris Johnson und seine Frau Carrie begrüßten ihre Gäste einzeln vor malerischer Kulisse im Badeort Carbis Bay, bevor sich die Teilnehmer zu ihrer ersten Arbeitssitzung zurückzogen. Auf der Agenda für den dreitägigen Gipfel steht auch die gewaltige Herausforderung, die Weltwirtschaft nach der größten Pandemie in einem Jahrhundert wieder in Schwung zu bringen.

USA kündigen an, 500 Millionen Dosen zu spenden

Vorgeprescht mit Impfstoff-Zusagen waren bereits Biden, mit der Ankündigung, bis nächstes Jahr 500 Millionen Dosen zu spenden und Johnson, der 100 Millionen versprach. Die US-Spende soll bis spätestens Juni nächsten Jahres geliefert und mit Hilfe der internationalen Impfstoffinitiative Covax verteilt werden.
Merkel hatte sich im Vorfeld mit konkreten Zahlen zum Beitrag Deutschlands beim Erreichen des Milliarden-Ziels zurückgehalten. Sie verwies auf den Beitrag der Europäischen Union für die globale Versorgung mit der Ausfuhr von schon mehr als 200 Millionen Dosen. Deutschland stelle rund eine Milliarde Euro für das internationale Programm Covax bereit, was Geld für den Kauf von weiteren etwa 200 Millionen Impfdosen entspreche.
Bundeskanzlerin Merkel ist inzwischen beim G7-Gipfel in Cornwall eingetroffen. Nach zwei Jahren kommen die Staats- und Regierungschef der G7-Länder wieder persönlich zusammen.

Merkel besucht Biden im Juli

Zudem verwies sie auf die Zusage, dass Deutschland bis Jahresende 30 Millionen Dosen zur Verfügung stellen wolle. Trotzdem zeigte sie sich nach ihrer Ankunft in Cornwall demonstrativ optimistisch. "Ich hoffe, dass wir hier sehr gute Ergebnisse erreichen, um zu zeigen: Wir denken nicht nur an uns, sondern wir denken auch an diejenigen, die noch keine Chance haben, geimpft zu werden" - vor allem in den Ländern Afrikas, aber auch in anderen Ländern.
Zudem gehe es darum, wie man die Weltwirtschaft wieder ankurbeln könne. Kaum einen Zweifel ließ sie daran, dass sie dabei auch auf eine verbesserte Zusammenarbeit mit den USA setzt. Mitte Juli wird die Kanzlerin nach mehr als drei Jahren erstmals wieder im Weißen Haus in Washington erwartet. Biden wolle Merkel am 15. Juli empfangen, teilte das Weiße Haus am Freitag mit.
Es wurde erwartet, dass sich Merkel und Biden bereits am Rande des G7-Gipfels erstmals seit dem Amtsantritt des US-Präsidenten persönlich treffen. Für Biden ist es der erste große Gipfel und die erste Auslandsreise seit Amtsantritt. Zur Gruppe der Sieben (G7) gehören die USA, Deutschland, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan. Auch die EU nimmt an ihren Treffen teil.
Der Kampf gegen die Pandemie, der Klimaschutz, die Ankurbelung der Weltkonjunktur und der Umgang mit China und Russland – das sind die Hauptthemen des G7-Gipfels in Cornwall.
Quelle: dpa

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