Braun: Weihnachten nicht ohne Großeltern

21.11.2020 | 05:55 Uhr
Trotz Corona-Restriktionen soll Weihnachten im Familienkreis gefeiert werden können, sagt Kanzleramtschef Helge Braun (CDU). Der Teil-Shutdown könnte allerdings verlängert werden.
Quelle: dpaHelge Braun mahnt besonders vor dem Zusammenkommen an Weihnachten, Kontakte zu reduzieren und auf Symptome zu achten.
Obwohl Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) sich für weitere Corona-Restriktionen ausspricht, setzt er darauf, dass in Deutschland Weihnachten im Familienkreis gefeiert werden kann. Bund und Länder wollen am Mittwoch unter anderem beraten, ob der geltende Teil-Shutdown bis kurz vor Weihnachten verlängert wird.
"Es ist für mich nicht vorstellbar, dass die Großeltern an Weihnachten nicht mitfeiern", sagte Braun den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland". Dies setze aber "besondere Sorgfalt" voraus.

Braun: Kontakte reduzieren und auf Symptome achten

"Wichtiger als die Anzahl der Menschen, die zusammenkommen, ist, dass man vorher seine Kontakte reduziert und darauf achtet, dass niemand Symptome hat." Die Maßgabe des Bundeskanzleramts, dass jede Familie privat nur noch mit einem Menschen aus einem weiteren Haushalt Kontakt haben solle, sei nicht als Verpflichtung zu sehen.
Es handelt sich nicht um eine Vorschrift, sondern um einen Verhaltenshinweis.
Helge Braun, Kanzleramtschef
Dies sei "eine Art Winter-Knigge". Feiern, Treffen mit vielen Freunden und Reisen sollten derzeit vermieden werden. Es sei auch "nicht die richtige Zeit, um Silvester groß zu feiern. Das wird in diesem Winter nicht möglich sein".
Braun warnte davor, eine anhaltend hohe Corona-Infektionsrate könne eine Auswahl bei der Aufnahme von Intensivpatienten nötig machen. "Wenn ein Gesundheitssystem überlastet ist, kann man die Triage nicht ausschließen", sagte er.

Corona-Krise: Intensivbetten knapper

Die Zahl der in Deutschland verfügbaren Intensivbetten gehe zurück. Der Kanzleramtsminister verwies auf die Schweiz, wo bereits alle Intensivbetten belegt seien. Dort werde nun abhängig vom Lebensalter und von Vorerkrankungen entschieden, wer vordringlich behandelt wird:
Es gibt einen breiten Konsens in der Gesellschaft, dass wir das vermeiden wollen.
Helge Braun, Kanzleramtschef
Wenn in Krankenhäusern Intensivkapazitäten knapp werden, müssen die Ärzte entscheiden – teils über Leben und Tod. In der Schweiz könnte es bald so weit sein.
Die Regierungschefs von Bund und Ländern wollen am Mittwoch über künftige Maßnahmen beraten, nachdem sie bei der vorangegangenen Video-Konferenz keine Einigung darüber erzielt hatten. Im Gespräch ist nun, den seit Anfang November geltenden Teil-Shutdown bis kurz vor Weihnachten fortzuführen.

Corona-Warn-App: Keine Abstriche beim Datenschutz

Braun erteilte Überlegungen eine Absage, bei der Corona-Warn-App den Datenschutz zu lockern, um ihre Funktionen erweitern zu können. "Wir werden beim Datenschutz keine Abstriche machen. Da es ein freiwilliges Instrument ist, brauchen wir eine maximal hohe Akzeptanz und ein Vertrauen der Benutzer", sagte Braun.
"Die App funktioniert hervorragend. Sie macht genau, was sie soll und wozu die Bürger sie brauchen", sagte Braun. Nachdem viele positiv Getestete anfangs keine App-Warnung ausgelöst hätten, sei das Programm verbessert und vereinfacht worden.
Quelle: dpa, AFP

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