: Lauterbach: Rasche Impfpflicht ohne Register

05.01.2022 | 06:14 Uhr
Gesundheitsminister Lauterbach strebt die rasche Einführung einer Corona-Impfpflicht ohne Aufbau eines Impfregisters an. Er plädiert zudem für verschärfte Kontaktbeschränkungen.

Die Corona-Variante Omikron breitet sich rasant aus. Am Freitag sollen in einer Bund-Länder-Konferenz neue Regeln beschlossen werden. Im Gespräch ist, die Quarantäneregeln anzupassen. Aber auch die Verschärfung von Maßnahmen.

05.01.2022 | 02:07 min
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) arbeitet an einem Vorschlag für eine allgemeinen Corona-Impfpflicht für über 18-Jährige - ohne den Aufbau eines Impfregisters. Zudem wolle er bei der Bund-Länder-Konferenz am Freitag eine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen durchsetzen.
Die Impfpflicht muss schnell kommen.
Karl Lauterbach, Bundesgesundheitsminister
Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland forderte der Politiker mit Verweis auf die neue Virusvariante: "Wir können nicht darauf warten, dass eine Impfpflicht überflüssig wird, weil wir eine sehr hohe Durchseuchung der Bevölkerung haben."

Lauterbach: Unbürokratische Impfpflicht

Mit Verweis auf die neue Virusvariante fügte er hinzu: "Omikron als schmutzige Impfung ist keine Alternative zur Impfpflicht", betonte der SPD-Politiker. "Das wäre sehr gefährlich."
Hinsichtlich seines Vorschlags für die geplante Impfpflicht erklärte Lauterbach:
(Eine Impfpflicht) soll unbürokratisch sein und bevorzugt ohne Impfregister auskommen. Es soll auch keine neuen Meldestrukturen geben.
Karl Lauterbach, Bundesgesundheitsminister

Vorsichtiger Optimismus bei Karl Lauterbach, die Omikron-Variante sei wahrscheinlich etwas harmloser als zunächst befürchtet. Millionen Ungeimpfte sind aber weiterhin akut bedroht.

02.01.2022 | 01:54 min

Impfpflicht im Gesundheitswesen und der Pflege

Der Bundestag hatte im vergangenen Jahr bereits eine Impfpflicht für das Personal von Einrichtungen beschlossen, in denen besonders durch Covid-19 gefährdete Menschen versorgt, behandelt oder betreut werden.
Diese im Wesentlichen auf das Gesundheitswesen und die Pflege begrenzte Pflicht gilt ab Mitte März. Darüber hinaus wird auch über eine allgemeine Corona-Impfpflicht für die ganze oder zumindest große Teile der Bevölkerung diskutiert.

Impfpflicht: Zweifel bei Teilen der FDP

Dazu soll es Anträge im Bundestag geben, über die die Abgeordneten dann jeweils nach Überzeugung und nicht nach Fraktionsdisziplin abstimmen sollen. Konkrete Entwürfe für eine allgemeine Impfpflicht liegen bislang noch nicht vor.
Aus den Reihen der FDP gibt es aber bereits einen Entwurf zur Ablehnung einer allgemeinen Impfpflicht. Gegen die einrichtungsbezogene Impfpflicht gibt es bereits Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht.

Kontaktbeschränkungen verschärfen

Der Bundesgesundheitsminister will zudem bei der nächsten Bund-Länder-Konferenz am Freitag neben verkürzten Quarantäne-Zeiten auch eine weitere Verschärfung der Kontaktbeschränkungen wegen der drohenden starken Ausbreitung des Coronavirus durchsetzen:
Verschärfungen werden leider notwendig sein, um der schweren Welle, die auf uns zukommt, zu begegnen.
Karl Lauterbach, Bundesgesundheitsminister
Insbesondere für Ungeimpfte seien die Beschränkungen wichtig. "Ich möchte es den Ungeimpften ersparen, dass sie auf die Intensivstation kommen", sagte der SPD-Politiker. Diese sollten sich deshalb auch "schnell" mindestens einmal impfen lassen.

Ziel: 56 Prozent der Bevölkerung geboostert

Für die Kampagne zu Auffrischungsimpfungen rief der Gesundheitsminister ein neues Ziel aus: "Nach der Modellierung des Robert-Koch-Instituts sollte das Ziel sein, dass mehr als 80 Prozent der doppelt geimpften auch geboostert sind, also rechnerisch 56 Prozent der Bevölkerung".
ZDFheute Infografik
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Lauterbach erklärte zudem, den geplanten Pflegebonus nur einem begrenzten Kreis von Pflegekräften gewähren zu wollen:
Der Pflegebonus sollte vor allem Pflegekräften bezahlt werden, die in der Corona-Pandemie besonders belastet waren.
Karl Lauterbach, Bundesgesundheitsminister
"Dann kann der Bonus auch in nennenswerter Höhe angesetzt werden", so Lauterbach. Nur so könne die besondere Leistung von Pflegekräften gewürdigt werden, die teilweise auch "ins persönliche Risiko gegangen" seien.
Quelle: epd, dpa, Reuters, AFP

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