Wann Länder mit Impfungen starten wollen

von Katharina Schuster
30.11.2020 | 11:55 Uhr
Verschiedene Impfstoffe gegen Covid-19 stehen kurz vor der Zulassung. Wann beginnen welche Länder mit Corona-Massenimpfungen und wer wird zuerst geimpft? Ein Überblick.
Quelle: imagoÜber 200 Firmen, Universitäten und Institute forschen der WHO zufolge an einem Corona-Impfstoff.
"Es gibt Anlass zum Optimismus, dass es noch in diesem Jahr eine Zulassung für einen Impfstoff in Europa geben wird", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND) Anfang vergangener Woche. Aktuell hat die EU Verträge mit sechs Pharma-Firmen geschlossen, darunter auch Biontech-Pfizer und Curevac, die ihren Sitz in Deutschland haben.
China impft laut Staatsmedien schon seit Wochen mit Impfstoffen, die klinisch noch nicht geprüft sind. Die USA erwarten den Beginn der Impfungen Mitte Dezember. Ein Überblick zum Stand der Impfkampagnen in acht Ländern der Welt:

Europäische Union

Sobald sie verfügbar, als sicher und wirksam erwiesen und auf EU-Ebene zugelassen sind, haben alle Mitgliedsstaaten gleichzeitig Zugang zu Covid-19-Impfstoffen. Die Gesamtzahl der Impfdosen wird in der Anfangsphase und, bevor die Produktion hochgefahren werden kann, aber begrenzt sein.
Quelle: ZDF

Deutschland

Anfang November wurde von Bund und Ländern die "Nationale Impfstrategie" verabredet. So schnell wie möglich soll eine Infrastruktur aufgebaut werden, mit der Massenimpfungen möglich sind. Obwohl, so heißt es in dem 15-seitigen Papier, noch unklar sei, welchen Impfstoff es wann und in welchen Mengen geben wird.
Dass es aber einen Impfstoff gibt und die Logistik noch nicht steht, soll auf keinen Fall geschehen. Die Aufgaben sind deshalb schon verteilt: Der Bund bekommt den Impfstoff von der EU zugeteilt und leitet diesen an zunächst 60 sogenannte Verteil-Zentren weiter. Danach übernehmen die Bundesländer, die schon begonnen haben, eigene Impfzentren aufzubauen.
  • Start der Impfkampagne: sobald Impfstoff zugelassen ist und Impfzentren fertiggestellt sind, voraussichtlich Mitte Dezember/Anfang Januar
  • Priorität: Risikogruppen und medizinisches Personal

Frankreich 

Auch die Pariser Regierung hofft auf eine schnelle Freigabe von Impfstoffen. Spätestens Anfang Januar soll die Impfkampagne in Frankreich beginnen. Allerdings setzt dies Überzeugungsarbeit voraus: In einer Umfrage gab kürzlich fast jede zweite Französin bzw. Franzose an, sich nicht impfen lassen zu wollen.
  • Start der Impfkampagne: sobald Impfstoff zugelassen ist und Impfzentren fertiggestellt sind, voraussichtlich spätestens Anfang Januar
  • Priorität: Risikogruppen, insbesondere Senior*innen über 65 oder Menschen mit chronischen Krankheiten

USA

US-Präsident Donald Trump kündigte für Anfang Dezember erste Impfstoff-Lieferungen an. In einem Video-Telefonat mit US-Soldaten im Ausland sagte Trump am 27. November, die Auslieferungen würden in der kommenden und der darauf folgenden Woche beginnen. Zuerst würden gefährdete Personengruppen wie medizinisches Personal und Senioren geimpft.
  • Start der Impfkampagne: sobald Impfstoff zugelassen ist, voraussichtlich Mitte Dezember
  • Priorität: Senior*innen über 65 und medizinisches Personal

Russland

Massenimpfungen sollen in den nächsten Wochen beginnen. Russlands Gesundheitsminister Michail Muraschko sagte, die klinischen Studien hätten gezeigt, dass der russische Impfstoff "Sputnik V" eine "effiziente Lösung ist, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen".
  • Start der Impfkampagne: in den nächsten Wochen
  • Priorität: zunächst Menschen aus Risikogruppen, Ärzt*innen, Lehrer*innen

China 

In China berichten Staatsmedien bereits seit Wochen über Impfungen bestimmter Bevölkerungsgruppen, etwa von Militärangehörigen und Klinikpersonal, aber auch von Diplomaten und Diplomatinnen und Angestellten von Staatskonzernen. Ihnen werden Impfstoff-Kandidaten verabreicht, für die die Prüfung in klinischen Studien nicht abgeschlossen ist.
  • Start der Impfkampagne: bereits vor einigen Wochen
  • Priorität: Angehörige von Militär, Klinikpersonal, Diplomat*innen und Angestellte von Staatskonzernen
Der Autorin auf Twitter folgen: kathi_diana7
Quelle: ZDF, AP, Reuters, AFP

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