: Lauterbach sorgt sich um Ungeimpfte

02.01.2022 | 11:01 Uhr
Gesundheitsminister Karl Lauterbach will die Zahl der Corona-Toten durch Omikron mit mehr Erstimpfungen senken. Bereits nach 14 Tagen reduziere diese das Sterberisiko drastisch.

Möglichst noch im Januar soll ein neues Medikament zur Behandlung schwerer Covid-Verläufe zur Verfügung stehen. Gesundheitsminister Lauterbach hat aber weiter Sorge um die Ungeimpften.

02.01.2022 | 02:21 min
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sieht auch bei Corona-Erstimpfungen schon eine große Schutzwirkung. "Die erste Impfung senkt bereits nach 14 Tagen das Sterberisiko drastisch", sagte er der "Bild am Sonntag".
Mit einer Steigerung der Erstimpfungen könnte auch in der "Omikron-Welle" die Zahl der Corona-Toten wirksam gesenkt werden. Das Gefühl vieler Ungeimpfter, dass der Zug für sie eh abgefahren sei, stimme nicht. Studien zeigten, dass sich die Omikron-Variante wesentlich schneller verbreite als die Delta-Variante, aber auch etwas weniger schwere Fälle verursache. [Wie viele Menschen wurden in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern geimpft? ZDF-Zahlen zeigen den aktuellen Stand.]

Lauterbach: Keine Entwarnung für Ungeimpfte

"Das ist aber keine Entwarnung für ältere Ungeimpfte", betonte Lauterbach. Er warte auf weitere wissenschaftliche Studien. In Dänemark und Großbritannien, wo Wissenschaftler mildere Krankheitsverläufe bei einer Omikron-Infektion meldeten, liege die Impfquote bei Älteren deutlich höher als in Deutschland. Auf Twitter schrieb Lauterbach, dass Omikron in Großbritannien zu "sehr vielen" Krankenhauseinweisungen führe.
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Einweisungen auf die Intensivstation stiegen hingegen langsamer. Eine "Tragödie" sei dort bislang ausgeblieben, weil die Älteren eine "hohe" Impfquote hätten und 75 Prozent geboostert seien. In der "BamS" zeigte sich Lauterbach "sehr, sehr in Sorge um die Ungeimpften" in Deutschland.

Vor einem Jahr starteten in Deutschland die Covid-Impfungen. Wo stehen wir heute - auch mit Blick auf die drohende Omikron-Welle? ZDFheute live mit Immunologin Christine Falk.

27.12.2021 | 40:13 min

Masken gegen Omikron

Lauterbach bekräftigte auch den Nutzen von Masken - dieser habe sich durch die neue Variante sogar noch gesteigert: "Die Viruslast der Infizierten ist bei Omikron niedriger, deshalb wirken Masken besser." Insbesondere in der Schule sei das Tragen der Masken "ein absolutes Muss für alle Klassen", sagte er der Zeitung.
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Der Statistiker Christian Hesse von der Universität Stuttgart prognostizierte der "BamS" zufolge ein Durchsetzen der Omikron-Mutante binnen weniger Tage: "Bereits jetzt ist in einigen Bundesländern wie Niedersachsen die Omikron-Variante dominant. In einer Woche wird sie das in ganz Deutschland sein."

Erster Omikron-Fall in Südafrika

Die stark mutierte Omikron-Variante war vor gut einem Monat erstmals in Südafrika nachgewiesen worden. Seitdem hat sie sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in etwa hundert Länder ausgebreitet. In mehreren europäischen Ländern, darunter Frankreich und Portugal, entwickelte sich Omikron bereits zur vorherrschenden Corona-Variante.
Quelle: AFP, Reuters

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