Kurzer Lockdown: Auch Merkel dafür

07.04.2021 | 12:06 Uhr
Nun auch die Kanzlerin: Die Forderungen nach einem kurzen Lockdown werden lauter. Vor dem Bund-Länder-Gipfel darüber sprechen, will aber auch Merkel nicht.
Bislang war man sich in der Regierung uneinig, ob ein harter, bundesweiter Lockdown durchgeführt werden soll. Merkel hat sich nun aber hinter den Vorschlag von CDU-Chef Laschet gestellt.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterstützt die Forderung nach einem Lockdown zum Senken der Zahl der Corona-Infektionen und mahnt ein einheitliches Vorgehen der Länder an. Jede Forderung nach einem kurzen, einheitlichen Lockdown sei richtig, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer auf die Frage, ob die Kanzlerin den Vorschlag von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) für einen "Brücken-Lockdown" unterstützt.

Bundesweite Regeln aus dem Kanzleramt gefordert

Ein "gemeinsames, bundeseinheitliches Vorgehen wäre hier richtig", sagte Demmer. Es gehe um gemeinsames Handeln, denn:
Die Vielfalt der beschlossenen Regeln trägt im Moment nicht zur Sicherheit und zur Akzeptanz bei.
Regierungssprecherin Demmer
Armin Laschet hält an seiner Idee eines Brücken-Lockdowns zur Eindämmung des Coronavirus fest. Aus seiner Idee, das Bund-Länder-Treffen vorzuziehen, scheint nichts zu werden.
Gleichzeitig erteilte die Bundesregierung Laschets Forderung nach einer vorgezogenen Ministerpräsidentenkonferenz eine Absage. Dafür gebe es "erkennbar keine Mehrheit", sagte Demmer. Die Regierungschefs und -chefinnen wollen am Montag wieder beraten.

Corona-Daten wegen Ostern nicht gut genug

Laschet hatte am Ostermontag einen "Brücken-Lockdown" gefordert. Er nannte einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen mit härteren Corona-Schutzmaßnahmen, bis die bundesweite Inzidenz die Zielmarke von 100 unterschreitet. Am Mittwoch meldete das Robert-Koch-Institut eine Inzidenz von 110,1, wies dabei aber darauf hin, dass über die Ostertage viele Daten nicht gemeldet wurden.
Demmer sagte, die Datenbasis zu Neuinfektionen sei aktuell nicht gut. Eine deutliche Sprache spräche aber die Zahl der belegten Intensivbetten. Sie steige zu stark und viel zu schnell.

Laschet verteidigt "Brücken-Lockdown"

Laschet verteidigte seinen Vorschlag und forderte Kritiker wie Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) und die SPD-Ministerpräsidenten auf, ihre eigenen Ideen zur Bekämpfung der Pandemie vorzulegen.
Laschet forderte innovative Ideen wie temporäre Drive-In-Zentren zur Beschleunigung der Impfungen. Bis das Impfen mehr Fahrt aufnehme, gelte es, "in den letzten Wochen der Pandemie" so viele Leben wie möglich zu schützen. "Alle sollten sich jetzt noch einmal schnell, hart und klar zusammenraufen."
Quelle: epd

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