: Kellner rügt Billigfleischbranche

28.12.2021 | 12:22 Uhr
Grünen-Geschäftsführer Michael Kellner kritisiert im ZDF die Billigfleischbranche - und verteidigt Parteifreund Özdemir, der ein Ende der Ramschpreise für Lebensmittel forderte.

Wie Billigfleisch produziert wird, "ist weder sozial noch ökologisch zu rechtfertigen", so Michael Kellner, Bundesgeschäftsführer B'90/Die Grünen.

28.12.2021 | 06:19 min
Wie sollen sich ärmere Menschen in Deutschland künftig die steigenden Lebensmittelpreise leisten können? Wie kann die Energiewende gelingen? Wie wird die Corona-Politik der Bundesregierung aussehen? Im ZDF-Morgenmagazin war heute früh Thema, wie die Grünen mit diesen Themen ins neue Jahr starten - Bundesgeschäftsführer Markus Kellner stand dazu Rede und Antwort. Das sagte Kellner zum Thema...

... steigende Lebensmittelpreise

Was tun die Grünen, damit ärmere Menschen nicht so stark von steigenden Lebensmittelpreisen betroffen sind? Zunächst solle bereits im kommenden Jahr der Mindestlohn auf zwölf Euro erhöht werden, so Kellner. Zugleich verwies er auf die schlechten Arbeitsbedingungen in der Billigfleischbranche, "wo Menschen ausgebeutet werden in riesigen Schlachthöfen".
Diese Art und Weise, wie Billigfleisch produziert wird, ist weder sozial noch ökologisch zu rechtfertigen.
Michael Kellner, Bundesgeschäftsführer Bündnis 90/Die Grünen
Kellner verteidigte seinen Parteikollegen, den Landwirtschaftsminister Cem Özdemir: Der hatte am Wochenende Dumpingpreise für Lebensmittel und Agrarprodukte angeprangert und gefordert, dass es keine Ramschpreise für Lebensmittel mehr geben dürfe.
Cem Özdemir habe zu Recht darauf hingewiesen, dass "dieses System, ja diese Perversionen da nicht weitergehen sollen", so Kellner.

... Sanktionen für Impfpflicht-Verweigerer

In der Diskussion um eine Impfpflicht gegen das Coronavirus wandte sich Kellner gegen den Vorschlag des bayerischen Gesundheitsministers Klaus Holetschek, dass Ungeimpfte künftig höhere Beiträge für die Krankenkassen zahlen sollten, wenn sie eine Impfung dauerhaft verweigern.
"Unser Gesundheitswesen basiert auf dem Gedanken von Solidarität", so Kellner.
Es ist egal, ob sie jeden Morgen joggen gehen und fit sind oder ob sie 20 Zigaretten am Tag rauchen. Die Beitragssätze sind für alle Menschen gleich.
Michael Kellner, Bundesgeschäftsführer Bündnis 90/Die Grünen
Unterschiedlich hohe Beitragssätze seien der falsche Weg

... Vertrauensverlust durch gebrochene Versprechen

Die Politik diskutiert nun eine Impfpflicht, die vorher nahezu alle Politiker ausgeschlossen hatten - auch die Grünen. Kellner verteidigt diese neue Haltung: Es gehöre zur Politik dazu, dass man seine Position verändert, wenn man neue Erkenntnisse gewinnt, so Kellner.
"Wir haben doch gesehen in den letzten Monaten, dass das Virus sich verändert, dass es ansteckender wird." Um sich dennoch vor dem Virus zu schützen, brauche man eine Impfquote, die noch mal deutlich höher ist als die derzeitige.
Quelle: ZDF

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