: Bundesregierung will FFP2-Masken für Kinder

20.06.2021 | 17:53 Uhr
Es gibt sie zwar auch in kleinen Größen, aber für Kinder fehlt bis jetzt eine einheitliche Zertifizierung für FFP2 Masken. Das könnte sich bald ändern.
Die Bundesregierung will FFP2-Masken für Kinder.Quelle: dpa
Die Bundesregierung sieht nach eigener Aussage den Bedarf an für Kinder zertifizierte FFP2-Masken. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Grünen-Anfrage hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Regierung sehe "angesichts des fortgesetzten Pandemiegeschehens einen Bedarf für geeignete Kindermasken zum Zweck des Infektionsschutzes", heißt es in der Anfrage, die auch der Nachrichtenagentur AFP vorliegt.
Weil solche Masken bisher fehlen, hat dem Bundesarbeitsministerium zufolge das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im Einvernehmen mit dem Bundesgesundheitsministerium "die Normung einer Infektionsschutzmaske" beim Deutschen Institut für Normung initiiert, die auch Masken in Kindergrößen berücksichtigen solle. Es werden zwar Masken in kleinen Größen und auch mit der Aufschrift "für Kinder geeignet" angeboten, aber bisher sind diese Größen nicht genormt oder zertifiziert.

Grüne kritisieren: Bundesregierung habe "hier versagt"

Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte, dass die Normung von Kindermasken "Bestandteil des geplanten fachlichen Austauschs" mit dem Arbeitsministerium sei. "Eine Erkenntnis aus der Pandemie ist, dass wir Standards für Infektionsschutzmasken speziell für Kinder entwickeln müssen", erklärte das Gesundheitsministerium am Sonntag auf AFP-Anfrage.
Die verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Tabea Rößner, nannte es ein "Armutszeugnis, dass nach 16 Monaten Corona-Pandemie noch immer keine spezifischen FFP2-Masken für Kinder auf dem Markt verfügbar sind". "Beim gezielten Schutz der Kinder hat die Bundesregierung hier versagt", kritisierte die Grünen-Politikerin.
In Außenbereichen könnten nach Karl Lauterbach, SPD, bald "Abstand und Obergrenzen der Menschen, die sich auf den Plätzen aufhalten dürfen" die Maskenpflicht ablösen.
Die FFP2-Maskenpflicht in Schulen sei zwar aufgehoben worden. Viele Kinder benutzten in Bus und Bahn aber die auf Erwachsene ausgerichteten Masken. "Es ist unverantwortlich, dass die Bundesregierung angesichts der schon so lange anhaltenden pandemischen Lage nicht früher tätig geworden ist", kritisierte Rößner.

Arbeitsministerium verweist auf Prüfungen von FFP2-Masken

Das Bundesarbeitsministerium verwies seinerseits darauf, dass bei der Überprüfung einer Halbmaske der Klasse FFP2 nach der Europäischen Norm zehn Probanden mit unterschiedlichen Gesichtsformen teilnehmen. Einige Hersteller wählten dabei auch Menschen mit kleinen und schmalen Gesichtsformen aus.
Es sei daher nicht ausgeschlossen, "dass Masken hergestellt und geprüft werden, die im Bereich Infektionsschutz für Kinder und Jugendliche geeignet sind".
Quelle: AFP, dpa

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