: Spahn will kostenlose Schnelltests ab 1. März

16.02.2021 | 12:43 Uhr
Ab 1. März sollen alle Bürger kostenlos von geschultem Personal mit Antigen-Schnelltests getestet werden können, so Gesundheitsminister Spahn. Auch Laien-Tests sollen kommen.
Ab dem 1. März sollen allen Bürger und Bürgerinnen Schnelltests zur Verfügung stehen. Bundesfinanzminister Scholz will die kostenlosen Tests mit Bundesmitteln fördern.
Um die Gefahr einer erneuten Ausbreitung von Corona-Infektionen bei geplanten Öffnungsschritten zu begrenzen, will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ab dem 1. März allen Bürgern kostenlose Schnelltests anbieten. Das kündigte der CDU-Politiker am Dienstag auf Twitter an.

Zulassung von Laien-Selbsttests wird Anfang März erwartet

Die Pläne sollen zudem den Weg für den Einsatz von Laien-Selbsttests ebnen, die derzeit für eine demnächst erwartete Zulassung geprüft werden. Im Gespräch ist, sie gegen einen "geringen Eigenanteil" von einem Euro abzugeben. Das Gesundheitsministerium hatte betont, dass die Zulassung der in Österreich bereits eingesetzten Selbsttests Anfang März zu erwarten sei. Zuvor soll das Paul-Ehrlich-Institut die Qualität der Tests prüfen. "Diese Testmöglichkeiten können zu einem sicheren Alltag beitragen, gerade auch in Schulen und Kitas", twitterte Spahn. Das Ministerium verhandele mit mehreren Herstellern.
Der Bund hatte den Einsatz von Corona-Schnelltests schon in mehreren Schritten ausgedehnt. Sie können bereits in Pflegeheimen, Kliniken und nach Infektionsfällen etwa auch in Schulen verwendet werden - aber vorerst mit geschultem Personal. Dabei brauchen die Proben nicht extra zum Auswerten ins Labor geschickt zu werden. Antigen-Tests gelten aber als nicht so genau wie sonst genutzte PCR-Tests. Laut Robert Koch-Institut (RKI) muss ein positives Ergebnis eines Schnelltests daher mit einem PCR-Test bestätigt werden.
Virologe Jonas Schmidt-Chanasit sieht in einfachen Corona-Schnelltests einen "ganz wichtigen Baustein" um die Corona-Situation zu verbessern.

Infektionszahlen steigen wieder leicht

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hatte am Dienstag erstmals seit längerem wieder eine im Vergleich zur Vorwoche gestiegene Zahl an Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das Gesundheitsministerium führt dies nach einer Prüfung der Zahlen aber vor allem darauf zurück, dass am Dienstag vor einer Woche 600 Fälle aus Nordrhein-Westfalen erst einen Tag später mitgezählt worden waren.
Etliche Bundesländer hatten angekündigt, dass sie ab dem 22. Februar die Grundschulen und Kitas wieder öffnen wollen. Das massive Ausweiten der Tests wird als Möglichkeit gesehen, vor allem die Ausbreitung von hochansteckenden Virus-Varianten schnell zu entdecken und Öffnungsschritte in verschiedenen Branchen zu flankieren. Lockerungen etwa für den Einzelhandel soll es aber nach den Bund-Länder-Beschlüssen ohnehin erst geben, wenn die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz unter 35 fällt.
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier kam mit Vertretern von mehr als 40 Wirtschaftsverbänden zu einem Corona-Wirtschaftsgipfel zusammen, um über die Auswirkungen der Pandemie zu sprechen.
Quelle: reuters, dpa

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