Exklusiv

: Stiko-Chef: Bald Booster-Empfehlung ab 18

von Dominik Rzepka
17.11.2021 | 05:30 Uhr
Alle ab 18 sollen den dritten Piks bekommen: Die Ständige Impfkommission wird heute eine entsprechende Empfehlung beraten und wohl auf den Weg bringen, sagt Stiko-Chef Mertens.

Bei "Markus Lanz" kündigt Stiko-Chef Mertens Auffrischungsimpfungen für alle ab 18 an. Sehen Sie hier die ganze Sendung.

16.11.2021 | 76:13 min
Offiziell sollen erst einmal Menschen über 70 eine Auffrischungsimpfung gegen Corona bekommen. So empfiehlt es die Ständige Impfkommission (Stiko) zur Zeit. Auch, wer ein geschwächtes Immunsystem hat oder mit dem Impfstoff von Johnson und Johnson geimpft wurde, soll eine sogenannte Booster-Impfung erhalten.
Jetzt aber will die Stiko ihre Empfehlung fürs Boostern beraten und sehr bald auch ändern. In der ZDF-Sendung "Markus Lanz" kündigt Stiko-Chef Thomas Mertens an, dass auch Jüngeren die Auffrischungsimpfungen empfohlen werden sollen. Auf die Frage, wie weit die Altersgrenze gesenkt werden soll, sagt Mertens:
Bis 18.
Thomas Mertens, Stiko

Ab wann kann ich geboostert werden?

Im Klartext: Alle ab 18 können und sollten eine Booster-Impfung bekommen. Ähnliche Forderungen kamen in den vergangenen Tagen und Wochen bereits aus der Politik. Unter anderem Noch-Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte Auffrischungsimpfungen für alle gefordert und damit Kritik vieler Ärzte auf sich gezogen.
Bisher empfiehlt die Stiko, mit der Auffrischungsimpfung sechs Monate nach der Zweitimpfung zu warten. Ob die Stiko an diesem Abstand festhält, ist noch unklar. Denkbar ist aber, dass Booster-Impfungen bereits nach etwa fünf Monaten möglich werden - zumindest in der Praxis. Und auch politisch gibt es bei dieser Frage Bewegung. [Der Stiko-Chef teilte bei Lanz auch gegen CSU-Chef Söder aus.]

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine "Booster"-Impfung? Gibt es Nebenwirkungen? Welcher Impfstoff sollte verwendet werden? Fragen an Prof. Dr. Leif Erik Sander, Leiter der Impfstoffforschung Charité Berlin.

15.11.2021 | 11:28 min

Muss ich noch sechs Monate warten?

Jens Spahn schreibt in einem Brief an die Ärztinnen und Ärzte in Deutschland, der dem ZDF Hauptstadtstudio vorliegt:
Der gemäß Zulassung vorgesehene Abstand von sechs Monaten zur vollständigen Immunisierung bei Personen ab 18 Jahren ist als zeitliche Richtschnur zu verstehen, der natürlich nicht tagesgenau einzuhalten ist.
Jens Spahn, CDU
Im Klartext: Ärzte haben laut Spahn keine Konsequenzen zu befürchten, wenn sie eine dritte Impfung nach weniger als sechs Monaten durchführen.
Auch der Virologe Christian Drosten hatte im NDR gesagt, wichtiger als ein Datum im Impfpass sei es, schnell gegen die vierte Welle anzuimpfen. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach twitterte, die Wirkung der Impfung in Bezug auf Ansteckung lasse nach etwa vier Monaten nach, am wenigsten noch bei Moderna. Deshalb brauche es jetzt eine dritte Impfung zumindest ab dem fünften Monat.
Lauterbach bei Twitter

Einige Ärzte impfen jetzt schon

Nach ZDF-Informationen gibt es bereits Ärztinnen und Ärzte, die Auffrischungsimpfungen nach etwa vier bis fünf Monaten durchführen. Aus diesem Grund rufen viele Impfwillige derzeit in Hausarztpraxen an und versuchen, einen Impftermin zu vereinbaren.
In Berlin gibt es aber auch Impfwillige, die weggeschickt wurden, wenn ihre Zweitimpfung noch nicht sechs Monate her ist. Entsprechende Berichte gibt es von den mobilen Impfbussen, die derzeit durch Berlin fahren. Ein Bus wird am Freitag vor einer großen Moschee stehen, ein anderer am Montag vor der Technischen Universität.
Fazit: Wer wann wo eine Booster-Impfung bekommen kann - so richtig eindeutig scheinen diese Fragen im Moment noch nicht geklärt zu sein.

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