: Tourismus: Brüssel will Lockerungen

03.05.2021 | 15:04 Uhr
Die Impfungen schreiten voran. In der Lockerungsdebatte werden Forderungen lauter, dass auch der Tourismus wieder Fahrt aufnehmen sollte. Das sieht auch Brüssel so.
Nimmt der Tourismus in Europa bald wieder Fahrt auf? Urlauber in RomQuelle: Cecilia Fabiano/LaPresse via ZUMA Press/dpa
Geht es nach der EU-Kommission, könnten bald wieder deutlich mehr Touristen in die Europäische Union einreisen. Die Corona-Einschränkungen für nicht zwingend notwendige Reisen sollten gelockert werden, schlug die Brüsseler Behörde vor.
So solle vollständig Geimpften die Einreise grundsätzlich erlaubt sein - auch wenn die epidemiologische Lage in ihrer Heimat nicht gut ist, so die Kommission. Auch der Infektionsgrenzwert, bis zu dem die Einreise problemlos möglich ist, sollte erhöht werden.

EU-Staaten müssen über Vorschläge noch beraten

Es sei Zeit, den europäischen Tourismus wiederzubeleben und grenzüberschreitende Freundschaften neu aufleben zu lassen, schrieb EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf Twitter.
Ursula von der Leyen auf Twitter:
Für den Fall, dass die Corona-Zahlen in einem Drittstaat vor allem wegen neuer Virusvarianten rasch zunehmen, schlägt die EU-Kommission eine Notbremse vor.
Bei dem Papier der EU-Kommission handelt es sich um Vorschläge. Nun müssen die EU-Staaten darüber beraten. Die Entscheidung liegt letztlich bei ihnen. Derzeit dürfen Menschen nur aus sieben Nicht-EU-Staaten mit guter Infektionslage problemlos in die EU reisen.
Während nicht Geimpfte sich der Prozedur einer Testung im Urlaub unterziehen müssen, dürfen sich Geimpfte mancherorts über Erleichterungen freuen, so Rechtsanwalt Kay Rodegra.

FDP: Tourismus im Inland noch im Mai

Die FDP fordert derweil, die Reiseeinschränkungen auch innerhalb Deutschlands noch im Mai aufzuheben. "Der Deutschlandtourismus braucht jetzt Planungssicherheit - und zwar nicht erst mit Blick auf die Sommerferien, sondern zu Pfingsten", sagte der tourismuspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Marcel Klinge.
Aus meiner Sicht sollten Modellprojekte, wie aktuell in Sylt, bundesweit ausgeweitet werden, und das Beherbergungsverbot muss mit Blick auf Pfingsten zeitnah fallen.
Marcel Klinge, FDP
Zudem müsse in der geplanten Verordnung über Lockerungen für Geimpfte, Genesene und negativ Getestete auch der Tourismus berücksichtigt werden, so Klinge weiter.
Seit dem 1. Mai empfängt Sylt im Rahmen des Tourismusmodellprojekt Nordfriesland wieder Touristen, um schrittweise Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen zu erproben. Dennoch sind die Regeln hier zum Teil strenger als in anderen Modellregionen.

Tourismusbeauftragter dämpft Erwartungen für Pfingsten

Thomas Bareiß, Tourismusbeauftragter der Regierung, dämpfte mit Blick auf Pfingsten allerdings die Hoffnung: Der CDU-Politiker sagte der "Bild"-Zeitung:
Das wird in vielen Urlaubsregionen leider wieder ins Wasser fallen.
Er sei aber zuversichtlich, dass ab Juni Urlaubsreisen in Deutschland in immer mehr Regionen möglich werden.
Gleichzeitig warnte Bareiß vor einer Verlängerung des Shutdowns: Wichtig sei, dass dieser nicht über Ende Juni hinaus verlängert werde. Hotels und Restaurants hätten gute Sicherheitskonzepte aufgestellt. Außerdem würden bis dahin so viele Impfdosen ausgeliefert sein, "dass es theoretisch jedem Bundesbürger für die Erstimpfung reicht".
Quelle: dpa, Reuters

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