Städtetag warnt vor Berlin als neuem Ischgl

09.10.2020 | 10:53 Uhr
Angesichts der vielerorts steigenden Corona-Infektionszahlen warnt der Städte- und Gemeindebund vor mehr Risikogebieten. Er fordert ein einheitliches Vorgehen.
Gerd Landsberg vom Deutschen Städte- und Gemeindebund plädiert für bundesweite Corona-Regelungen: "Es ist bedauerlich, dass die Länder nicht viel mehr an einem Strang ziehen".
Die nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen steigen vielerorts - und der Herbst hat gerade erst angefangen. Noch ist die Akzeptanz für Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus in der Bevölkerung eher hoch. Doch wenn die Bundesländer nicht einheitlicher vorgingen, leide diese Akzeptanz, wie der Chef des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, im ZDF-"Morgenmagazin" sagte.

Städtetag: Einheitliche Corona-Maßnahmen in den Bundesländern

Der Städtetag ruft die Länder deshalb dazu auf, die Maßnahmen zu vereinheitlichen. "Ich hätte mir schon gewünscht, dass da mehr an einem Strang gezogen wird", sagte Landsberg.
Wir müssen vermeiden, dass Berlin zum neuen Ischgl wird.
Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer Deutschter Städte- und Gemeindebund
Landsberg zufolge ist nicht auszuschließen, dass bald jede deutsche Großstadt zum Risikogebiet wird. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitag 4.516 Neuinfektionen gemeldet, wie das RKI auf seiner Webseite mitteilt.
Die Kurve geht wieder nach oben: In Deutschland infizieren sich wieder mehr Menschen mit dem Coronavirus. Die Zahl der Todesfälle steigt derzeit aber kaum. Anders als zu Beginn der Pandemie.

Landsberg warnt vor Corona-Zuständen wie in Frankreich

Landsberg warnte vor Zuständen wie in Frankreich, wo die Zahl der neuen positiven Tests zuletzt auf einem Rekordniveau über der Marke von 18.000 lag. Er mahnte: "Wenn wir Kontakte nicht mehr nachverfolgen können, dann haben wir die Pandemie nicht mehr im Griff."
Der Städtetagschef plädierte dafür, nicht nur die Gesundheitsämter, sondern auch die Kontrolle durch die Ordnungsämter zu verstärken. Die verordneten Einschränkungen würden mitunter nicht konsequent genug kontrolliert.
Die in manchen Städten beschlossenen Sperrstunden und Alkoholverbote seien der richtige Weg. Außerdem seien gezielte Aufklärumgskampagnen nötig. Denn die Partyszene informiere sich eben nicht in den Leitmedien, sagte Landsberg.

Merkel spricht mit Bürgermeistern der elf größten Städte

Landsberg äußerte sich im ZDF vor Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Oberbürgermeistern der elf größten Städte. Dabei soll es um die Frage gehen, was getan werden kann, um die schnelle Ausbreitung des Virus einzudämmen und wo neue Verschärfungen drohen. Darunter sind Berlin, Hamburg und München sowie Frankfurt, Köln, Düsseldorf und Stuttgart.
Quelle: Reuters

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