: Karliczek: Produktion schon vor Zulassung

08.10.2020 | 17:41 Uhr
Damit die Verteilung nach der Zulassung schneller geht, möchte die Bundesregierung die Produktion der Impfstoff-Kandidaten gegen das Coronavirus schon vor der Zulassung starten.
Die Bundesregierung möchte mögliche Impfstoff-Kandidaten schon vor einer Zulassung produzieren lassen. Damit will sie die Verfügbarkeit nach einer Zulassung beschleunigen.Quelle: picture alliance / Flashpic
Die Bundesregierung macht bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus Tempo. Ziel sei, dass ein entwickeltes Präparat bereits vor seiner Zulassung produziert werden könne, sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek am Donnerstag in Berlin.
Das Forschungsministerium fördere deshalb bei drei deutschen Pharma-Firmen auch den Aufbau von Produktionskapazitäten. Das berge zwar die Gefahr, dass ein Impfstoff nicht genutzt werden könne, wenn er am Ende keine Zulassung erhalte. "Aber sobald eine Zulassung erfolgt, steht der Impfstoff dann breiter zur Verfügung", sagte Karliczek.
Deshalb gibt es den Optimismus, dass es nächsten Sommer soweit sein kann.
Anja Karliczek, Bundesforschungsministerin
Das Forschungsministerium fördert die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs durch die Unternehmen Biontech, CureVac und IDT Biologika mit bis zu 750 Millionen Euro. Während Biontech dabei von einem Ende der dritten Testphase schon Ende Oktober ausgeht, erwartet Curevac eine Zulassung erst im Sommer 2021, IDT Biologika sogar erst Ende 2021 oder Anfang 2022.
Wirksam und wirklich sicher?

Produktionskapazitäten sind Nadelöhr

Biontech rechne mit einer Produktionskapazität in Deutschland von 750 Millionen Impfdosen jährlich, sagte Sierk Poetting, Geschäftsführer von Biontech. Es gebe ein Nadelöhr bei den sogenannten Abfüll- und Verpackungsbetrieben. Viele Firmen mit Aussicht auf einen Impfstoff hätten sich bereits Teil der knappen Kapazitäten gesichert. Freiräume könnten entstehen, wenn sich herausstellt, dass einzelne Impfstoffentwicklungen nicht erfolgreich seien.
Quelle: Reuters

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