Diese Regeln gelten jetzt in Deutschland

02.11.2020 | 07:12 Uhr
Der Friseur bleibt offen, Restaurants müssen schließen: Bundesweit gelten für den November strenge Regeln und Kontaktbeschränkungen. Die Corona-Maßnahmen auf einen Blick.
Deutschland im Teil-Lockdown: Freizeit, Kultur und Gastronomie sind in Zwangspause – Kitas und Schulen bleiben diesmal offen. Die Maßnahmen gelten für vier Wochen – vorerst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Von Montag an beginnen für vier Wochen strenge Einschränkungen im Alltag
  • das Ziel: die Zahl der persönlichen Kontakte herunterzufahren
  • Kitas und Schulen bleiben zunächst offen
  • den Freizeit- und Kulturbereich sowie die Gastronomie trifft es besonders hart

Wer darf sich jetzt noch treffen?

Grundsätzlich haben Bund und Länder beschlossen, dass sich in der Öffentlichkeit nur Angehörige zweier "Hausstände" treffen dürfen, also aus zwei Wohnungen, und insgesamt höchstens zehn Leute. In Wohnungen seien Gruppen feiernder Menschen "inakzeptabel". Die Regel gilt für einzelne Treffen.
  • Hamburg und Berlin etwa wollen Kinder unter zwölf Jahren bei der Zwei-Haushalts-Regel nicht mitzählen.
  • Baden-Württemberg und Bayern wollen diese Regel auch für Treffen im privaten Raum anwenden.
  • In Bremen sollen sich im Freien zwei Haushalte treffen dürfen, aber auch bis zu fünf Personen, die nicht zusammen wohnen.
  • In Sachsen dürfen sich Angehörige von zwei Haushalten treffen oder ein Hausstand und fünf weitere Personen - auch aus verschiedenen Hausständen.

Was, wenn Angehörige oder Freunde Hilfe brauchen?

Grundsätzlich sollen die Bürger auf "nicht notwendige" Reisen und Besuche möglichst verzichten - der Mutter oder dem Opa beizustehen, die von der Treppe gestürzt sind, kann ja notwendig sein. Das gilt auch für Besuche in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen. Hier gelten unterschiedliche Regelungen. Offen bleiben auch Sozial- und Jugendhilfe und Beratungsstellen, um Notlagen möglichst abzufangen oder zu verhindern.
Die Wucht der zweiten Corona-Welle

Kann man noch auswärts essen, trinken und feiern?

Nein - Restaurants, Bars und Kneipen dürfen keine Gäste mehr empfangen. Clubs und Diskotheken haben aber in der Regel ohnehin schon seit März zu und müssen auch dicht bleiben. Lieferdienste und der Verkauf zum Mitnehmen bleiben aber erlaubt. Kantinen bleiben dagegen offen.
"Keiner weiß, ob es funktioniert", sagt der Virologe Prof. Bodo Plachter. Er ist jedoch auch "optimistisch, dass diese vier Wochen Shutdown ausreichen."

Wie sieht es mit Sport aus?

Der Profisport - etwa die Bundesliga - muss wieder ganz auf Zuschauer verzichten. Fitnessstudios, Schwimm- und Spaßbäder und andere Sport-Orte müssen zumachen. Auch der Amateursportbetrieb wird größtenteils eingestellt. Erlaubt bleibt Individualsport, also etwa joggen, walken oder inlineskaten, alleine oder zu zweit oder mit dem eigenen Haushalt.
Ab heute bleiben Theater, Museen und Konzerthäuser für einen Monat geschlossen. Bei allem Verständnis wächst bei vielen Kulturschaffenden die Angst um ihre Existenz.
Ausnahmen gibt es auch hier wieder: Berlin will Kindern bis zwölf Jahren das Training an der frischen Luft in festen Gruppen von bis zu zehn Personen ermöglichen.
In Mecklenburg-Vorpommern dürfen Kinder und Jugendliche grundsätzlich weiter trainieren. Die Entscheidung dazu soll auf kommunaler Ebene je nach Infektionsgeschehen getroffen werden.
Der erneute Corona-Lockdown trifft auch den Sport hart. DOSB-Präsident Alfons Hörmann macht sich um die Vielfalt des Sports in Deutschlands Sorgen und blickt bereits auf Olympia.

Was macht sonst noch zu?

Fast alles, wo Menschen sich in der Freizeit unterhalten lassen oder entspannen: Theater, Opern, Konzerthäuser, Kinos, Freizeitparks, Saunen, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen, Tanzschulen, Bordelle.
Es lohnt sich aber, auf die Details zu schauen:
  • In Berlin, Sachsen-Anhalt und Thüringen bleiben die Außenbereiche der Zoos offen.
  • Die Zoos in Köln und Stuttgart schließen ganz.
  • In Thüringen dürfen Museen ihre Türen für unentgeltliche Bildungsangebote öffnen.
  • Gottesdienste und Demonstrationen sollen in der Regel erlaubt bleiben - unter Auflagen.
  • Manche Länder halten Bibliotheken, Volks- oder Musikschulen offen, Thüringen zumindest zum Teil auch Museen.
Während die deutsche Wirtschaft Corona-bedingt schwächelt, schreibt China wieder schwarze Zahlen. ZDF-Wirtschaftsexperte Frank Bethmann erklärt die Hintergründe.

Kann man noch zum Friseur gehen?

Ja, Friseursalons dürfen - unter Auflagen - offen bleiben. Andere Dienstleistungen müssen aber ausfallen. Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und so weiter schließen. Möglich bleiben aber medizinisch notwendige Behandlungen etwa in der Physio-, Ergo- und Logotherapie sowie medizinische Fußpflege. Sachsen-Anhalt will zum Beispiel auch Kosmetik- und Sonnenstudios offen halten, Thüringen hält es ähnlich - auch hier lohnt ein Blick auf die Details im eigenen Land.

Darf man noch eine Reise antreten?

Die Bürger sollen auf private Reisen, Tagesausflüge und Verwandtenbesuche verzichten - auch im Inland. Hotels und Pensionen dürfen keine Touristen mehr aufnehmen. Touristen müssen abreisen.

Schulen und Kindergärten bleiben offen?

Ja, Schulen und Kindergärten bleiben offen. Genauso Einrichtungen der Sozial- und Jugendhilfe.
Deutschland ist im Teil-Lockdown, doch die Schulen sollen diesmal geöffnet bleiben. Luftfilteranlagen könnten das Infektionsrisiko in den vollen Klassenzimmern minimieren.

Geht es wieder ins Homeoffice?

Ja. Überall, wo das möglich ist, soll wieder von zu Hause gearbeitet werden.

Mehr Informationen zu Covid-19

Aktuelles zur Coronavirus-Krise