US-Senat verabschiedet Billionen-Hilfspaket

26.03.2020 | 05:45 Uhr
Das größte Konjunkturpaket in der US-Geschichte soll die aktuelle wirtschaftliche Not mildern. Mit rund zwei Billionen Dollar will die Regierung Bürgern und Firmen helfen.
Das Hilfspaket in den USA sieht auch eine Ausweitung des Arbeitslosengelds vor.Quelle: ap
Der US-Senat hat im Kampf gegen die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Corona-Pandemie das größte Rettungspaket der Geschichte des Landes beschlossen. Die Kongresskammer stimmte mit klarer Mehrheit für die Maßnahmen mit einem Umfang von rund zwei Billionen Dollar. Der US-Bundeshaushalt liegt pro Jahr bei etwa vier Billionen Dollar, das Hilfspaket entspricht also ungefähr der Hälfte dessen.
Das Paket, das enorme Hilfen für die Bevölkerung und die Wirtschaft vorsieht, muss noch vom Repräsentantenhaus abgesegnet und von Präsident Donald Trump unterzeichnet werden.

Streit über Hilfe zwischen Demokraten und Republikanern

Über das Hilfspaket war im Senat tagelang heftig gestritten worden. Die Demokraten bemängelten, dass die Schutzmaßnahmen für Beschäftigte nicht ausreichten. Zudem gebe es kaum Kontrolle darüber, wie Hilfen an in Not geratene Großkonzerne vergeben werden sollen. Sie verlangten außerdem mehr Geld für Krankenhäuser, denen wegen der Corona-Pandemie eine dramatische Überlastung droht.
Sehen Sie hier einen Bericht zum aktuellen Hilfspaket:
Republikaner und Demokraten einigten sich auf ein billionenschweres Hilfspaket. Präsident Trump will trotz Corona bis Ostern zur Normalität zurück – um die Wirtschaft zu schonen.

Im Abgeordnetenhaus droht Widerstand

Vorgesehen sind unter anderem Einmalzahlungen von 1.200 Dollar an erwachsene Amerikaner und 500 Dollar pro Kind, eine Ausweitung des Arbeitslosengelds und ein 367 Milliarden Dollar schweres Programm zur Unterstützung von Kleinunternehmen. Nach einem Ja im Senat muss das Konjunkturpaket noch im Abgeordnetenhaus genehmigt werden, dort ist Widerstand aber wahrscheinlich.
US-Präsident Donald Trump zeigte sich in der Corona-Krise betont optimistisch:
Ich glaube nicht, dass es am Ende so eine schwierige Phase wird.
Donald Trump
Die Wirtschaft werde sich erholen "wie eine Rakete". Den Kongress beschwor Trump, die Hilfen zu verabschieden. Derweil ist das öffentliche Leben in den USA wegen des Coronavirus zum Erliegen gekommen. Die Wirtschaft befindet sich im Sinkflug, Experten befürchten einen sprunghaften Anstieg der Arbeitslosigkeit.
Sehen Sie hier, wie die USA mit der aktuellen Bedrohung umgehen:
In New York verbarrikadieren Ladenbesitzer ihre Geschäfte, während US-Präsident Trump eine Wiedereröffnung der Wirtschaft erwägt.

Coronavirus könnte saisonales Dauerproblem werden

Indes warnt der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, das neuartige Coronavirus könne zu einem jährlich wiederkehrenden Problem werden.
Es sei bedenklich, dass die Zahl der bekannten Infektionen derzeit in der südlichen Hemisphäre ansteige, wo es langsam kälter werde. Es sei vorstellbar, dass das Virus sich dort verbreite und dann im nächsten Winter wieder in die nördliche Halbkugel komme.

Mit Hochdruck an einem Impfstoff arbeiten

"Wir müssen vorbereitet sein", sagt Fauci. Deshalb müsse mit Hochdruck an der Forschung zu einem Impfstoff und Therapiemöglichkeiten gearbeitet werden. Es reiche nicht aus, das Virus Sars-CoV-2 nur jetzt zu bekämpfen.
Wir müssen wirklich auf einen nächsten Zyklus vorbereitet sein.
Anthony Fauci
Die gegenwärtigen Bemühungen machten aber gute Fortschritte, so Fauci. In den USA wurden bis Donnerstagmorgen 69.000 infizierte Menschen gemeldet, mehr als 1.000 Personen starben infolge einer Covid-19-Erkrankung.

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