Interview

: Weber: Wahl wird erst im Endspurt entschieden

10.09.2021 | 19:38 Uhr
CSU-Vize Manfred Weber gibt das Rennen um das Kanzleramt zwei Wochen vor der Bundestagswahl noch nicht verloren. Armin Laschet sei ein Politiker, der Brücken bauen kann.
Manfred Weber (CSU) zum Umfragetief der Union. Er glaubt, dass die Wahl auf den "Schlussmetern" entschieden wird. Man wolle gemeinsam als CDU und CSU überzeugen, so Weber.
CSU-Vizevorsitzender Manfred Weber gibt den Kampf um den Einzug ins Kanzleramt für Unions-Kandidaten Armin Laschet (CDU) noch nicht verloren. "Die Messe ist noch nicht gelesen", sagte Weber bei ZDFheute live, "ich glaube, diese Wahl wird auf den Schlussmetern entschieden."

Weber: Richtungswahl am 26. September

Noch seien viele Wählerinnen und Wähler unentschlossen, um diese Menschen wolle die Union nun kämpfen. Am 26. September stehe eine "Richtunsgwahl" an, so Weber - etwa bei den Fragen Steuersenkungen versus Steuererhöhungen oder der Umwelt- und Klimapolitik, bei der man einen Weg "mit der Wirtschaft statt gegen die Wirtschaft" finden müsse.
Thorsten Faas, Wahlforscher an der FU Berlin, ordnet das aktuelle Umfragetief der Union ein. Armin Laschet sei in einer schwierigen Situation - auch durch die CSU, so Faas.
Weber lobte Laschet als "einen Brückenbauer, einen Politiker, der zusammenführen kann". Dies sei nicht nur für Deutschland, sondern auch für die Europäische Union notwendig: Eine linke Bundesregierung würde zu einer "weiteren Vertiefung der Spaltung in Europa führen", gerade mit den neuen Mitgliedern in Mittel- und Osteuropa. Zudem verfüge Laschet über die "besseren Konzepte für die Zukunft", dies werde der Unions-Kanzlerkandidat beim Triell am Sonntag beweisen.

Union soll selbstbewusster auftreten

Der CSU-Vize empfahl seiner Partei und ihrer Schwester CDU zudem, selbstbewusster aufzutreten: Deutschland stehe nach 16 Jahren Unionsregierung unter Angela Merkel gut da, "wirtschaftlich geht es uns gut, sozial haben wir viel gestaltet, und wir sind geachtet in Europa und in der Welt. Das wollen wir in die Zukunft führen."
Auf die Frage, ob die Spitzen des CSU-Vorsitzenden Markus Söder in Richtung Laschet ihren Teil zu den schwachen Umfragewerten beigetragen hätten, sagte Weber, dass Söders Aussagen wegen dessen eigener Kandidatur vielleicht bisweilen auf die Goldwaage gelegt würden. "Wir sitzen in einem Boot. Wir werden gemeinsam gewinnen, wir werden gemeinsam verlieren."

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