Donald Trump: Der Reality-Star im Weißen Haus

von Caroline Leicht
24.08.2020 | 18:29 Uhr
Immobilienmogul, Fernsehstar, US-Präsident - die Persona Donald Trump ist komplex. Von den Anfängen in New York bis zur angestrebten Wiederwahl 2020: der US-Präsident im Porträt.
Die große Mehrheit der Deutschen hat für Donald Trump nur Hohn und Spott übrig: Ein Präsident, der nichts auf die Reihe kriegt. Doch in den Augen seiner Anhänger hat er geliefert.

Kurz und knapp: Zur Person Donald Trump

  • Geboren am 14. Juni 1946 in New York City
  • Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Wharton School
  • Übernahm 1971 das Familienunternehmen in der Immobilienbranche und benannte es in "The Trump Organization" um
  • Von 1996 bis 2015 gehörte ihm die Schönheitswettbewerbsmarke "Miss Universe"
  • Von 2003 bis 2015 produzierte und moderierte er die Reality-TV-Serie "The Apprentice"
  • In dritter Ehe seit 2005 verheiratet mit Melania Trump
  • Fünf Kinder: Donald Junior, Ivanka und Eric (aus erster Ehe), Tiffany (aus zweiter Ehe) und Barron (aus dritter Ehe)
  • Gewann 2016 die US-Präsidentschaftswahl gegen Hillary Clinton
  • Seit Januar 2017 US-Präsident, kandidiert 2020 für die zweite Amtszeit
Als Donald Trump 2015 seine Kandidatur für die US-Wahl 2016 bekannt gab, löste das bei vielen Schmunzeln aus. Trump war bekannt als Immobilienmogul und Reality Star, hatte keine politische Erfahrung. Seine Wähler schien das jedoch nicht zu stören, denn im November 2016 wurde Trump zum 45. US-Präsidenten gewählt. 2020 tritt er für eine zweite Amtszeit an.

Trump, der Immobilienmogul

Geboren wurde Donald Trump 1946 in New York City als Sohn von Fred Trump, der in der Immobilienbranche arbeitete. 1971 übernahm Donald Trump das Familienunternehmen von seinem Vater, benannte es in "The Trump Organization" um und baute es aus.
Zur Trump Organization gehören inzwischen zahlreiche Hochhäuser, Hotels, Casinos und Golf-Anlagen in Manhattan, Atlantic City (New Jersey), Chicago, Washington DC und Florida. Viele der Immobilien tragen den Trump-Namen, so auch der Trump Tower auf der Fifth Avenue in Manhattan, wo Trump selbst bis 2019 lebte. Trumps Geschäfte haben immer wieder zu Kontroversen und auch zu juristischen Verfahren geführt.

"You're fired!" - Trumps Popularität in Film und Fernsehen

Bekannt durch seine Immobiliengeschäfte startete Trump auch in den Medien durch. Er trat als Gast in TV-Serien und Filmen auf, so zum Beispiel in "Kevin - Allein in New York". Von 2011 bis 2015 hatte Trump einen wöchentlichen Sendeplatz als Gast-Kommentator beim Nachrichten-/Talkprogramm "Fox and Friends".
Bekannt für seine unberechenbare Politik und seine verbalen Provokationen, hält Donald Trump, der 45. Präsident der Vereinigten Staaten, die Welt in Atem.
1996 erwarb Trump die Schönheitswettbewerbsmarke "Miss Universe", die er 2015 wieder verkaufte. Ab 2003 produzierte und moderierte Trump das Reality-TV-Format "The Apprentice", bei dem Kandidaten um ein Jahr Arbeitserfahrung bei der Trump Organization kämpften. Dabei entwickelte Trump seinen berühmten Satz "You're fired!", den er sagte, wenn ein Kandidat die Show verlassen musste.

Twitter wird schon früh politisches Instrument

Trumps politische Parteizugehörigkeit hat sich mehrfach geändert. 1987 trat er der Republikanischen Partei bei, trat aber wieder aus, um sich 1999 der Reformpartei anzuschließen. Ab 2001 war er Mitglied der Demokratischen Partei, bevor er 2009 wieder zu den Republikanern wechselte.
Während der Amtszeit von US-Präsident Barack Obama nutzte Trump immer wieder seine Plattform auf Twitter, um Kritik an der Regierung zu äußern. Auch teilte er dort immer wieder Überlegungen, ob er als Präsidentschaftskandidat antreten solle.
Trumps Überlegungen zu einer möglichen Kandidatur, 2012:

Wahlerfolg gegen Hillary Clinton 2016

2015 setzte er die Überlegungen dann in die Tat um und registrierte sich als Kandidat für die Republikanischen Vorwahlen. Er setzte sich gegen seine Mitstreiter durch und wurde auf dem Parteitag 2016 zum Kandidaten für die Präsidentschaftswahl gekürt.
Seine Konkurrentin für die Wahl im November 2016 war die Demokratin Hillary Clinton, die als klare Favoritin galt. Doch erneut setzte sich Trump durch und entschied die Wahl für sich. Dabei erreichte er zwar nicht die Mehrheit der Stimmen, jedoch die Mehrheit der Wahlmänner im Electoral College, was im US-Wahlsystem ausschlaggebend ist.

Trump übersteht Amtsenthebungsverfahren im Wahljahr 2020

Als Präsident hat Trump viele seiner Wahlversprechen umgesetzt. Er zog die USA aus dem Pariser Klimaabkommen, brach Verhandlungen über die Transpazifische Partnerschaft ab und begann mit der Aufhebung von Obamacare. Trump ist für Waffenbesitz, gegen Abtreibung und will strengere Einwanderungsgesetze für die USA.
Verpasste Gelegenheiten, Misswirtschaft und ein Präsident, der immer alles besser weiß – die amerikanische Regierung unter US-Präsident Donald Trump verliert in der Coronakrise zunehmend an Glaubwürdigkeit - trotz Trumps Bemühungen.
Anfang 2020 wurde Trump in einem Amtsenthebungsverfahren wegen Amtsmissbrauchs und Behinderung des Kongresses vom US-Repräsentantenhaus für schuldig befunden. Der Senat stimmte jedoch dagegen, so dass Trump im Amt blieb. In der Corona-Krise sowie im Umgang mit den Black-Lives-Matter-Protesten ist Trump zuletzt erneut in die Kritik geraten. Trotzdem gibt er sich zuversichtlich, dass er bei der Wahl im November wiedergewählt wird.
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