: Finnland registriert regen Grenzverkehr

25.09.2022 | 11:28 Uhr
Seit Moskau die Teilmobilmachung anordnete, registriert Finnland einen regen Grenzverkehr. Der ukrainische Präsident Selenskyj ruft russische Soldaten zur Aufgabe auf.

Nach der Teilmobilmachung versuchen Russen an vielen Stellen das Land zu verlassen. Sie sind auf der Flucht vor dem Regime.

25.09.2022 | 00:59 min
Nach der russischen Teilmobilmachung beobachtet der finnische Grenzschutz an der Grenze zu Russland weiterhin mehr Verkehr als gewöhnlich. Am wichtigsten Grenzübergang Vaalimaa hätten sich die Autos auf russischer Seite am Sonntagmorgen etwa 500 Meter lang gestaut, erklärte Matti Pitkäniitty, Leiter für internationale Angelegenheiten beim Grenzschutz.
Am Samstag seien insgesamt 8.572 Russinnen und Russen über die Landgrenze in Finnland angekommen, vor einer Woche waren es 5.286. Nach Russland ausgereist seien 4.199 Russinnen und Russen.
Matti Pitkäniitty auf Twitter

Grenze zu Finnland: Route Richtung Helsinki

Der Grenzschützer teilte mit, dass sich das Reiseprofil verändert habe. Vor der Pandemie seien die meisten über den Grenzübergang Nuijamaa weiter nördlich eingereist. Dieser sei wichtig für Tagestouren nach Südkarelien. Über Vaalimaa, nun der geschäftigste Übergang, reisten die meisten auf direktem Weg nach Helsinki und dann weiter in andere Schengen-Staaten.
Pitkäniitty twitterte, den Grenzern seien nur wenige gefälschte Dokumente aufgefallen, zudem habe es keine illegalen Grenzübertritte in den Wäldern gegeben. Dies zeige zwar, dass die legalen Einreisewege derzeit ausreichten. Pitkäniitty betonte aber:
Das kann sich ändern.
Matti Pitkäniitty vom finnischen Grenzschutz
Viele Russen würden mit Visa nach Finnland einreisen, die von anderen Schengen-Staaten ausgestellt worden seien und das Land nur zur Durchreise nutzen.

Der russische Anwalt Michail Benjasch vertritt junge Russen, die nicht in der Ukraine kämpfen wollen. Bei ZDFheute live spricht er über die Gründe der Kriegsdienstverweigerer.

23.05.2022 | 18:06 min

Finnland will Grenze für Touristen bald dichtmachen

Finnland hat mit 1.340 Kilometern die mit Abstand längste Grenze eines EU-Mitglieds mit Russland. Russische Touristen konnten bislang trotz des Angriffskriegs gegen die Ukraine weiter per Bus oder Auto über die finnische Grenze in den Schengenraum einreisen. Allerdings hatte Helsinki kürzlich angekündigt, schon bald die Einreise russischer Touristen zu stoppen, auch wenn sie über gültige Schengenvisa verfügen.

Nach der Teilmobilmachung in Russland diskutieren Politiker in Deutschland über die Aufnahme von Kriegsdienstverweigerern, Deserteuren und Dissidenten.

23.09.2022 | 01:56 min
Russlands Präsident Wladimir Putin hatte am Mittwoch eine Teilmobilmachung für den Krieg in der Ukraine angeordnet. Bei vielen Russen löste das Panik aus. Bei Protesten in Dutzenden Städten in Russland wurden seit Mittwoch mehr als 2.000 Menschen festgenommen.

Selenskyj: Putin schickt Bürger wissentlich "in den Tod"

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte russische Soldaten zum Aufgeben auf. Es sei besser, die Einberufung zum Dienst abzulehnen, als auf fremder Erde als Kriegsverbrecher zu sterben, sagte Selenskyj in seiner Videobotschaft. Putin "schickt Bürger" wissentlich "in ihren Tod". Selenskyj bot an, dass sich russische Soldaten freiwillig in Kriegsgefangenschaft begeben könnten. Dort würden sie zivilisiert behandelt.
Der Staatschef wandte sich damit schon zum zweiten Mal in dieser Woche auf Russisch an die Nachbarn - gegen die "verbrecherische Mobilisierung". Mit Blick auf die hohen Strafen für Fahnenflüchtige in Russland, die Putin in Kraft setzte, sagte Selenskyj, dass niemand erfahren werde, unter welchen Umständen die Soldaten aufgeben. "Wenn Ihr Angst habt zurückzukehren und keinen Gefangenenaustausch wollt, dann werden wir einen Weg finden, auch das sicherzustellen."
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Quelle: dpa, AFP

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