: Bei Nord Stream 2 "auf einem guten Weg"

12.06.2021 | 20:28 Uhr
Die USA stehen der Gas-Pipeline Nord Stream 2 grundsätzlich skeptisch gegenüber. Nach Gesprächen mit Joe Biden sieht die Kanzlerin aber einen Weg zu einer Lösung ohne Sanktionen.
Angela Merkel spricht mit US-Präsident Joe Biden.Quelle: Guido Bergmann/Bundesregierung/dpa
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich zuversichtlich zu den Gesprächen mit den USA über die Gas-Pipeline Nord Stream 2 geäußert. Man sei "auf einem guten Weg", sagte sie nach einem Treffen mit US-Präsident Joe Biden am Rande des G7-Gipfels. Sie seien sich einig, dass es "existenziell und unabdingbar" sei, die Ukraine weiter am Gastransit von Russland nach Europa zu beteiligen.
Merkel betonte aber auch, dass es in dem Gespräch mit Biden vor allem um dessen für Mittwoch geplantes Gipfeltreffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gegangen sei. Über Nord Stream 2 habe man nur kurz gesprochen.
Die Kanzlerin traf sich in Carbis Bay zum ersten Mal mit dem neuen US-Präsidenten zu einem persönlichen Gespräch. Am 15. Juli reist sie zu längeren Beratungen nach Washington.

USA verzichteten auf Sanktionen

Die Regierung Bidens hatte vor drei Wochen ihren jahrelangen Widerstand gegen die umstrittene Pipeline zwischen Russland und Deutschland teilweise aufgegeben und auf Sanktionen gegen die Betreibergesellschaft verzichtet - auch aus Rücksicht auf die Beziehungen zu Deutschland.
Anschließend war eine Delegation der Bundesregierung nach Washington gereist, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Die Gespräche wurden auch danach fortgesetzt.
Die G7 will China mit einer Milliarden-Initiative zum Aufbau von Infrastruktur Konkurrenz machen und eine Alternative zu dem von China gestarteten Projekt der "Neuen Seidenstraße" bieten. Merkel traf sich mit Biden. Thema auch: der Streit um Nord Stream 2.

Russland rechnet mit Fertigstellung der Pipeline bis Ende 2021

Im Kern geht es darum, wie der Ukraine die Milliarden-Einnahmen aus dem russischen Gastransfer langfristig gesichert werden können. Der entsprechende Vertrag zwischen Russland und der Ukraine ist bis 2024 befristet. Die Bundesregierung will sich um eine frühzeitige Verlängerung bemühen.
Russland rechnet damit, dass die Pipeline bis Ende des Jahres fertiggestellt wird. Kritiker befürchten, dass sich Europa dadurch in zu starke Abhängigkeit von Russland bei der Energieversorgung begibt. Befürworter werfen den USA dagegen vor, nur ihr eigenes Flüssiggas besser in Europa verkaufen zu wollen.
Quelle: dpa

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