: Getreide-Tycoon stirbt bei russischem Angriff

31.07.2022 | 16:34 Uhr
In der Stadt Mykolajiw ist ein wichtiger Getreide-Unternehmer der Ukraine bei einem russischen Angriff getötet worden. Vorbereitungen für die ersten Getreide-Schiffe gehen weiter.
Das zerstörte Haus des getöteten Getreide-Unternehmers Oleksij Wadaturskyj in Mykolajiw.Quelle: reuters
Bei den russischen Angriffen auf die südukrainische Stadt Mykolajiw ist einer der wichtigsten Getreidehändler der Ukraine getötet worden. Oleksij Wadaturskyj, Eigentümer des wichtigsten ukrainischen Unternehmens für Getreidelogistik Nibulon, kam nach Angaben ukrainischer Behörden zusammen mit seiner Ehefrau Raissa in seinem Wohnhaus ums Leben.
Der ukrainische Präsidentenberater Mychailo Podoljak würdigte den 74-jährigen Verstorbenen als "einen der wichtigsten Agrarunternehmer des Landes", "Schlüsselfigur der Region" und "wichtigen Arbeitgeber". Der Millionär Wadaturskyj lag an 24. Stelle in der Rangliste der reichsten Ukrainer des Magazins "Forbes". Vor dem russischen Angriffskrieg exportierte sein Unternehmen Getreide in 70 Staaten.

In der Ukraine geraten Weizenfelder nahe Charkiw unter Beschuss. Zudem werfen die Ukraine und Russland sich gegenseitig vor, ein Kriegsgefangenenlager angegriffen zu haben.

30.07.2022 | 01:38 min

Heftige Angriffe auf Mykolajiw im Süden der Ukraine

Die südliche Regionalhauptstadt Mykolajiw wird seit Wochen fast täglich von russischen Truppen angegriffen. Am Sonntagmorgen sei die Stadt "massiv" und "wahrscheinlich so stark wie nie" unter Beschuss genommen worden, erklärte Bürgermeister Oleksandr Senkewytsch im Online-Dienst Telegram. Demnach wurde eine Reihe von Wohngebäuden beschädigt. Angaben zu Verletzten oder Toten machte der Bürgermeister zunächst nicht. Bei einem Angriff auf eine Bushaltestelle in Mykolajiw am Freitag waren sieben Menschen ums Leben gekommen.
Mykolajiw liegt zwischen Odessa und Cherson im Süden der Ukraine.Quelle: ZDF

Türkei erwartet erste Getreide-Lieferungen nächste Woche

Die türkische Regierung ist unterdessen zuversichtlich, dass die Getreide-Lieferungen aus der Ukraine am Montag oder Dienstag aufgenommen werden können. Ibrahim Kalin, Sprecher des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, sagte am Sonntag im privaten Fernsehsender Kanal 7:
Wenn alle Details bis morgen geklärt sind, gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das erste Schiff morgen früh losfahren kann. Spätestens am Tag darauf werden Schiffe den Hafen verlassen können.
Ibrahim Kalin, Sprecher des türkischen Präsidenten
Es gebe in Verhandlungen mit der russischen Seite noch "ein oder zwei Themen zu klären", ergänzte Kalin. Die Schiffe seien geladen und startklar, es sei aber eine "gute logistische Koordination" vonnöten. Am 22. Juli hatten die Ukraine und Russland sich auf ein von der Türkei und den Vereinten Nationen vermitteltes Abkommen zum Getreide-Export geeinigt. Die Ukraine und Russland verpflichten sich darin, sichere Korridore für die Frachtschiffe auf dem Schwarzen Meer zu respektieren und dort auf militärische Aktivitäten zu verzichten.

Seit Freitag warten die Menschen in Odessa darauf, dass Schiffe mit Getreidelieferungen auslaufen können. ZDF-Reporterin Anne Brühl ist vor Ort und berichtet über die Situation.

30.07.2022 | 01:07 min
Die Schiffe sollen anschließend in Istanbul inspiziert werden, um heimliche Waffenlieferungen zu verhindern. In den ukrainischen Häfen sind wegen des russischen Angriffskrieges seit Ende Februar bis zu 25 Millionen Tonnen Getreide blockiert. Die Ukraine zählt zu den weltgrößten Exporteuren von Weizen und anderem Getreide. Die Exportblockade trifft insbesondere ärmere Länder, die stark von Importen aus Russland und der Ukraine abhängig sind.
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Quelle: dpa, AFP, Reuters

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