: Türkei: Getreide-Frachter darf weiterfahren

03.08.2022 | 12:25 Uhr
Es ist der erste Getreide-Frachter, der seit dem Ukraine-Krieg die türkische Küste erreicht. Nach einer Inspektion darf das Schiff nun in den Libanon weiterfahren.

Das erste Lastschiff darf den Bosporus nach einer Inspektion durch die Behörden passieren. Ob ihm weitere werden folgen können, bleibt abzuwarten.

03.08.2022 | 04:31 min
Der erste mit ukrainischem Getreide beladene Frachter seit Beginn des russischen Angriffskriegs hat nach einer Inspektion in Istanbul die Freigabe zur Weiterfahrt in den Libanon erhalten. Internationale Kontrolleure hätten ihre Inspektion beendet, teilte das türkische Verteidigungsministerium mit. Das Schiff werde in Kürze die durch Istanbul verlaufende Meerenge Bosporus passieren.

Getreide-Abkommen ermöglicht Ausfuhr

Am Morgen waren Experten der Ukraine, Russlands, der Türkei und der Vereinten Nationen an Bord des vor Istanbul ankernden Getreide-Frachters "Razoni" gegangen und hatten das Schiff inspiziert. Die "Razoni" hatte am Montag als erstes Schiff im Rahmen des Ende Juli von der Ukraine und Russland unterzeichneten Getreide-Abkommens den ukrainischen Schwarzmeer-Hafen Odessa verlassen.

Die Ukraine kann wieder Getreide exportieren, das Abkommen war nach langen Verhandlungen geschlossen worden.

03.08.2022 | 01:28 min

Weitere 17 Schiffe warten auf Ablege-Erlaubnis

Einer Mitteilung des ukrainischen Infrastrukturministeriums zufolge warten aktuell 17 bereits beladene Schiffe auf die Erlaubnis, ablegen zu können. Sie sollen über einen sicheren Korridor durch vermintes Gewässer im Schwarzen Meer gelotst und vor der Ausfahrt ins Mittelmeer von ukrainischen, russischen, türkischen und UN-Experten überprüft werden.
Damit soll der Export von Millionen Tonnen Getreide gesichert werden, die in der Ukraine wegen des russischen Angriffskriegs festhängen.

Am Montag hat zum ersten Mal ein Frachter mit blockierten Getreide-Lieferungen den Hafen der ukrainischen Stadt Odessa verlassen. Die Lieferung wird dringend benötigt.

01.08.2022 | 01:39 min

Koordinationszentrum überwacht Frachtschiffe

Am vergangenen Mittwoch war in Istanbul das im Abkommen vorgesehene Koordinationszentrum für den Getreideexport eröffnet worden. Dort sollen Vertreter der Ukraine und Russlands sowie der Türkei und der UNO künftig gemeinsam die sichere Durchfahrt ukrainischer Frachtschiffe auf den festgelegten Routen überwachen. Die Schiffe sollen außerdem in Istanbul bei ihrer Ankunft und Abfahrt inspiziert werden, um heimliche Waffenlieferungen zu verhindern.
In den ukrainischen Häfen sind infolge des Kriegs bis zu 25 Millionen Tonnen Getreide blockiert. Die Ukraine und Russland gehören zu den weltweit größten Getreideproduzenten. Für das Land geht es um Milliardeneinnahmen. Vor Beginn des Krieges lieferten beide Länder zusammen etwa 30 Prozent des weltweit gehandelten Weizens. Die Exportblockade trifft insbesondere arme Länder, die stark von Importen aus Russland und der Ukraine abhängig sind.
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Quelle: dpa, AFP

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