: Universität entzieht Giffey Doktortitel

10.06.2021 | 14:19 Uhr
Franziska Giffey führt den Doktortitel zwar nicht mehr, jetzt wird er ihr aber endgültig aberkannt. Die FU Berlin entzieht ihn der SPD-Politikerin.
Quelle: picture alliance / Flashpick
Wegen Plagiaten in ihrer Dissertationsschrift verliert die frühere Bundesfamilienministerin Franziska Giffey ihren Doktortitel. Wie die Freie Universität Berlin mitteilte, fasste das Hochschulpräsidium "nach umfassender Beratung einstimmig" den Beschluss, der SPD-Politikerin den Doktorgrad zu entziehen.
Zur Begründung hieß es, der Titel sei durch "Täuschung über die Eigenständigkeit ihrer wissenschaftlichen Leistung" erworben worden. Es seien Texte und Literaturnachweise anderer Autorinnen und Autoren übernommen worden, ohne dass dies hinreichend gekennzeichnet worden sei, so die Hochschule.

Giffey bedauert "Fehler"

Giffey erklärte, dass sie die Entscheidung akzeptiere. Nach wie vor stehe sie zu ihrer Aussage, "dass ich die im Jahr 2009 eingereichte Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen verfasst habe", teilte die SPD-Spitzenkandidatin zur Berliner Abgeordnetenhauswahl mit. Sie bedaure "Fehler, die mir bei der Anfertigung der Arbeit unterlaufen sind". Diese seien weder beabsichtigt noch geplant gewesen.
Sie verwies auch auf das anderslautende Votum der Hochschule aus dem Jahr 2019. Damals hatte die FU ihre Arbeit als "eigenständige wissenschaftliche Leistung" bewertet, Giffey eine Rüge erteilt und den Doktortitel nicht aberkannt.
Vergangenen November 2020 startete die FU Berlin dann eine erneute Überprüfung. Giffey kündigte an, den Doktortitel künftig nicht mehr zu tragen. Nach langen Diskussionen um die Doktorarbeit legte sie im Mai schließlich ihr Amt als Bundesministerin nieder. An ihrer Spitzenkandidatur in Berlin hält sie aber fest.
Quelle: dpa, AFP, epd

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