: Johnson-Nachfolge steht am 5. September

11.07.2022 | 21:44 Uhr
Wer folgt auf Boris Johnson? Die Entscheidung soll am 5. September bekanntgegeben werden. Bis jetzt haben elf Bewerber ihren Hut in den Ring geworfen.
Der Nachfolger des scheidenden britischen Premierministers Boris Johnson wird am 5. September bekannt gegeben. Das teilte die regierende konservative Tory-Partei am Montagabend in London mit. Johnson hatte am vergangenen Donnerstag nach einer parteiinternen Revolte und Massenaustritten im Regierungsapparat seinen Rücktritt als Parteivorsitzender angekündigt, was auch das Aus für sein Regierungsamt bedeutete.
"Wir müssen dafür sorgen, dass es eine angemessene Zeitspanne gibt, bevor das Ergebnis am 5. September bekanntgegeben wird", sagte der Vorsitzende des einflussreichen Parteigremiums "1922 Committee", Graham Brady, vor Reportern zum weiteren Verfahren bei der Bestimmung des Johnson-Nachfolgers.

Erst Abstimmungsrunden, dann Briefwahl

Für die Nachfolge des scheidenden Premiers haben die Konservativen hohe Hürden gesetzt. Wie Brady mitteilte, müssen Bewerber mindestens 20 Unterstützer aus der eigenen Fraktion vorweisen, um an dem Auswahlverfahren teilzunehmen. Bewerbungen werden im Laufe des Dienstag entgegengenommen. Die ersten beiden Abstimmungsrunden in der Fraktion sollen noch am Mittwoch und am Donnerstag dieser Woche stattfinden. 
Die erste Runde übersteht demnach nur, wer mindestens 30 Stimmen von konservativen Abgeordneten erhält. Üblicherweise fällt in jeder weiteren Runde der Letztplatzierte raus. Das Prozedere wird dann so lange wiederholt, bis nur noch zwei Kandidaten übrig sind. Wer den Posten des Parteichefs und damit des Premiers von Boris Johnson übernimmt, entscheiden die Parteimitglieder in einer Briefwahl über den Sommer.

Bislang elf Bewerber für Johnson-Nachfolge

Bisher haben sich elf Politiker beworben. Unter den Favoriten sind Rishi Sunak und Sajid Javid, deren Rücktritt von den Posten des Finanz- und Gesundheitsministers der Auftakt einer Welle von mehr als 60 Rücktritten im Regierungsapparat gewesen war. Auch die amtierende Außenministerin Liz Truss bewirbt sich um die Johnson-Nachfolge.
Die dreijährige Amtszeit Johnson war vom Brexit geprägt, dessen Vollzug zu seinen zentralen Wahlversprechen zählte, von den Folgen der Corona-Pandemie sowie zahlreichen Affären und Skandalen, die letztlich zum politischen Aus für den umstrittenen Premier führten.
Quelle: AFP, dpa

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