: Baerbock-Kritik: "Kleinigkeiten aufgebauscht"

02.07.2021 | 08:52 Uhr
Plagiatsvorwürfe gegen Annalena Baerbock - im ZDF verteidigt Bundesgeschäftsführer Michael Kellner die Reaktion der Partei. Man habe ein Stoppsignal setzen wollen.
Michael Kellner, Bundesgeschäftsführer der Grünen, im ZDF-Interview
Nach den Plagiatsvorwürfen gegen Grünen-Spitzenkandidatin Annalena Baerbock hat  Bundesgeschäftsführer Michael Kellner die Reaktion seiner Partei verteidigt. "Kritik ist völlig legitim", sagte der Wahlkampfmanager der Grünen im ZDF-Morgenmagazin.
Nur wir sehen eben auch, dass da auch Kleinigkeiten aufgebauscht werden.
Michael Kellner, Grünen-Bundesgeschäftsführer
Seinem Eindruck nach werde damit von "den großen Themen, um die es in diesem Wahlkampf gehen sollte" auch abgelenkt. Sie hätten in den letzten Wochen gesehen, wie "bewusst Falschbehauptungen, beispielsweise Frau Baerbock hätte keinen Studienabschluss" in die Welt gesetzt worden seien, sagte Kellner.
Nicht zuletzt die Plagiatsaffäre legt offen: Die Kampagne der Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock läuft nicht optimal. Schmutzkampagne oder normale Härte des Wahlkampfs?

Kellner: Keine Urheberrechtsverletzung

"Und es ging uns jetzt darum, als der Vorwurf einer Urheberrechtsverletzung im Raum steht, dass wir da einmal ein Stoppschild setzen, dass wir einmal sagen: Das lassen wir uns nicht gefallen," erklärte der Bundesgeschäftsführer der Grünen. Sowohl ihr Anwalt als auch viele andere sagten, es handele sich hier nicht um eine Urheberrechtsverletzung. Das habe man klar machen wollen.
Der österreichische Medienwissenschaftler Stefan Weber hatte am Dienstag zuerst auf mehrere Stellen in Baerbocks Buch "Jetzt. Wie wir unser Land erneuern" hingewiesen, die auffällige Ähnlichkeiten zu anderen Veröffentlichungen aufweisen.
Die Grünen sprechen von "Rufmord". Baerbock verweist in einem Gespräch auf die Vermischung von Wahrheit und Unwahrheit in den USA, ihre Partei habe deshalb deutlich gemacht: "Das stimmt so nicht!"

Wie können die Grünen Vertrauen zurückgewinnen?

Kellner betont, dass er den Medien in seinen Ausführungen nicht die Schuld gegeben habe. "Ich erlebe aber auch, und ich glaube, dass es viele Menschen auch nervt, dass wir in diesem Wahlkampf eben nicht über die inhaltlichen großen Fragen streiten, sondern über aufgebauschte Sachen."
Auf die Frage, wie die Grünen eingebüßtes Vertrauen und Glaubwürdigkeit zurückgewinnen wollten, sagt Kellner:
Indem wir über die Themen dieser Zeit sprechen, indem wir inhaltliche Vorstöße machen.
Michael Kellner, Grünen-Bundesgeschäftsführer
Wie schaffe man etwa eine gute Schulpolitik, einen erhöhten Mindestlohn oder ein Klimaschutzsofortprogramm. Über diese Themen wollten die Grünen in den nächsten Wochen reden.
Quelle: ZDF, dpa

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