: "Enttäuschen wir ihre Hoffnung nicht"

16.07.2021 | 11:56 Uhr
Das Hochwasser im Westen hat eine Spur der Verwüstung hinterlassen - der Wiederaufbau wird teuer werden. Bundespräsident Steinmeier verspricht Hilfe.
Das Hochwasser in RLP und NRW hat verheerende Folgen.Quelle: dpa
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat umfassende Hilfe für die von der Unwetterkatastrophe betroffenen Menschen zugesichert.
In diesen Tagen und Stunden kommt es darauf an, dass wir Solidarität zeigen mit denen, denen die Flut alles genommen hat.
Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident
Es sei gut, dass Bund und Länder Unterstützung angekündigt hätten. "In der Stunde der Not steht unser Land zusammen." Steinmeier mahnte zudem eine langfristige Unterstützung an. Vielleicht würden die Bilder der Flut schon in einigen Tagen nicht mehr die Nachrichten beherrschen. Doch gerade dann seien die Menschen auf fortgesetzte Unterstützung angewiesen, "enttäuschen wir ihre Hoffnung nicht".

Es geht um Milliarden

"Das ist eine einmalige Katastrophe mit bisher nicht gekanntem Ausmaß", bewertete der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, die Flutkatastrophe. "Es geht nach dem Schadensbild um Milliarden Euro", sagte er dem Magazin "Kommunal". 
Beim sogenannten Jahrhunderthochwasser von Elbe und Donau, das 2013 acht Bundesländer betraf, hatte die Bundesregierung einen Fluthilfefonds über acht Milliarden Euro aufgelegt. Welche Hilfen sind bisher schon zugesagt?
Starkregen, Überflutungen, eingestürzte Häuser: Der Westen Deutschlands ist von Hochwasser schwer getroffen worden. Einige Talsperren stehen massiv unter Druck.

Rheinland-Pfalz richtet Stabstelle Wiederaufbau ein

Rheinland-Pfalz hat bereits als kurzfristige Unterstützung 50 Millionen Euro bereitgestellt, um etwa Schäden an Straßen, Brücken und anderen Bauwerken zu beheben. Die Landesregierung in Rheinland-Pfalz richtet eine Stabstelle Wiederaufbau ein. "Inzwischen ist die Einschätzung von uns allen, dass die Schäden so dramatisch und gewaltig sind, dass wir noch eine lange Zeit mit diesem Thema zu tun haben werden, auch mit dem Wiederaufbau der Kommunen", sagte Dreyer. 
Die Höhe der Schäden durch das Hochwasser in Nordrhein-Westfalen ist Ministerpräsident Armin Laschet zufolge noch nicht abzusehen. Eine Sichtung der Schäden sei erst möglich, wenn die Fluten abgeflossen seien, sagte Laschet. Unter anderem die Infrastruktur des Landes sei schwer getroffen. Betroffenen Bürgern sagte Laschet rasche Hilfe zu. Vor allem die Menschen, die nun auf der Straße stünden, bräuchten Unterstützung.
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet fordert Hilfen vom Bund beim Wiederaufbau.

Hilfe vom Bund

Die Bundesregierung will Finanzhilfen für die Hochwasser-Geschädigten vorbereiten. "Das Konzept dafür entwickelt mein Haus gerade noch mit der Bundeskanzlerin und Bundesfinanzminister Olaf Scholz", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) dem "Spiegel". "Es soll möglichst schon am Mittwoch ins Kabinett." Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sicherte Hilfen beim Wiederaufbau zu.
Während ihrer USA-Reise hat Bundeskanzlerin Merkel den Betroffenen in den Hochwassergebieten ihre Hilfe zugesichert.

Hilfsfonds gefordert

Angesichts der katastrophalen Folgen der extremen Unwetter fordert der Eigentümerverband Haus & Grund die schnelle Einrichtung eines staatlichen Hilfsfonds. Verbandspräsident Kai Warnecke sagte:
Viele Menschen haben ihr Zuhause verloren. Ganze Familien stehen vor dem Nichts. Ihnen muss schnell und unbürokratisch vom Staat geholfen werden.
Kai Warnecke, Präsident des Eigentümerverbands Haus & Grund
Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner forderte rasche Hilfen für die Landwirte und Winzer in den westdeutschen Hochwasser-Gebieten. "Hier bedarf es jetzt unkonventioneller Hilfen und unbürokratischer Organisation, zum Beispiel die schnelle Genehmigung des Einsatzes von Hubschraubern, um den Pilzbefall in den Griff zu bekommen", erklärt die CDU-Politikerin. Straßen seien weitgehend unbefahrbar. Den einzelnen Weingütern sei die Schädlingsbekämpfung nicht mehr möglich.
Quelle: Reuters, dpa, AFP

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