: Meloni: "Italien hat uns gewählt"

26.09.2022 | 10:57 Uhr
Giorgia Meloni feiert bei der Wahl in Italien mit ihrer FDI einen Sieg - und kommt mit anderen rechten Parteien auf eine komfortable Mehrheit. Nun will das Rechtsbündnis regieren.

Die Rechtsaußenpartei erhielt bei der Parlamentswahl rund ein Viertel der Stimmen und will mit ihren Bündnispartnern das Land drastisch verändern, auch den künftigen Europa-Kurs.

26.09.2022 | 01:35 min
Nach dem starken Abschneiden der ultrarechten Fratelli d'Italia bei der Parlamentswahl in Italien hat Parteichefin Giorgia Meloni Anspruch auf die Bildung der nächsten Regierung erhoben.
Das Rechtsbündnis ihrer Partei mit der Lega des ehemaligen Innenministers Matteo Salvini und der Forza Italia des ehemaligen Premierministers Silvio Berlusconi wird damit in beiden Kammern des italienischen Parlaments über deutliche Mehrheiten verfügen.

Meloni erhebt Anspruch auf Regierungsbildung

Am frühen Morgen sagte die 45-jährige Meloni, dies sei ein stolzer Tag für ihre Partei. Die Wähler hätten den rechten Parteien einen klaren Auftrag erteilt, die Regierung zu bilden.
Italien hat uns gewählt.
Giorgia Meloni
Man werde das Land nicht verraten. Sollte sie mit der Bildung der nächsten Regierung beauftragt werden, werde sie danach streben, das Land zu einen, erklärte Meloni.
Wenn wir dazu aufgerufen werden, diese Nation zu regieren, dann werden wir es für alle tun, wir werden es für alle Italiener tun und wir werden es mit dem Ziel tun, die Menschen (dieses Landes) zusammenzubringen.
Giorgia Meloni
Dies sei die Zeit, verantwortungsbewusst zu sein, ergänzte Meloni. Für Italien und die Europäische Union sei die Lage aktuell "besonders komplex".

Was ist von Giorgia Meloni nach ihrem Wahlsieg zu erwarten? Eine Einschätzung von ZDF-Reporter Andreas Postel aus Rom.

26.09.2022 | 00:45 min

Mehrheit für Rechtsbündnis

Bei der Parlamentswahl haben Meloni und ihre Rechtsaußen-Partei Fratelli d'Italia (FDI) dem rechten Lager in Italien einen deutlichen Sieg beschert.
  • Den Hochrechnungen zufolge erhielt die FDI bei der Parlamentswahl am Sonntag rund ein Viertel aller Stimmen und wird damit stärkste Kraft.
  • Das Rechtsbündnis aus Melonis FDI, der rechtsnationalen Lega und der Forza Italia (FI), kommt demnach auf gut 43 Prozent der Stimmen - was für eine klare Mehrheit in beiden Parlamentskammern reichen dürfte.
  • Meloni könnte somit erste Frau an der Spitze einer italienischen Regierung werden.
Aufgrund des komplizierten Wahlsystems dürfte das Bündnis aus Melonis FDI, der Lega von Ex-Innenminister Matteo Salvini und der konservativen Forza Italia des langjährigen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi in beiden Parlamentskammern eine absolute Mehrheit der Sitze erhalten - im Abgeordnetenhaus und im Senat.

Die Rechtsaußenpartei hat bei der Wahl in Italien erfolgreich abgeschnitten. Wie war das möglich und was ist zu erwarten? Eine Einschätzung von ZDF-Korrespondent Andreas Postel.

26.09.2022 | 01:30 min

Historisch niedrige Wahlbeteiligung

Die Demokratische Partei (PD) von Ex-Regierungschef Enrico Letta kommt den Hochrechnungen zufolge auf unter 20 Prozent, das Mitte-Links-Bündnis aus PD und anderen Parteien landet den jüngsten Umfragen zufolge bei etwa 26 Prozent. Die stellvertretende PD-Chefin Debora Serracchiani gestand den Sieg "der Rechten unter Führung Giorgia Melonis" ein und sprach von einem "traurigen Abend für das Land".
Die Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) erreichte etwa 15 Prozent der Stimmen und verlor damit stark gegenüber ihrem besten Wahlergebnis von mehr als 30 Prozent im Jahr 2018.
Die Wahlbeteiligung betrug 64,07 Prozent und lag damit deutlich unter der von 2018 mit 73,86 Prozent. Es ist die niedrigste Teilnahme an einer nationalen Parlamentswahl in Italien seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Offizielle Ergebnisse gibt das Innenministerium am heutigen Montag bekannt.
Die Reaktionen von Europapolitikern auf das Wahlergebnis fielen gespalten aus. Mehr dazu lesen Sie hier:
Quelle: AFP, Reuters

Mehr zur Wahl in Italien