: Bündnis will emissionsfreie Autos bis 2040

10.11.2021 | 14:50 Uhr
Etwa 30 Staaten haben sich in Glasgow dazu bereit erklärt, bis 2040 vollständig auf emissionsfreie Autos umzusteigen. Nicht bei der Initiative dabei: Deutschland.
Emissionsfreie Autos bis 2040: Deutschland hat sich der Initiative nicht angeschlossen.Quelle: dpa
Bei der UN-Klimakonferenz in Glasgow hat sich ein Bündnis aus rund 30 Staaten sowie Städten und Unternehmen zum vollständigen Umstieg auf emissionsfreie Autos bekannt - bis spätestens 2040. In der Erklärung, die vom britischen COP26-Vorsitz veröffentlicht wurde, heißt es:
Zusammen werden wir daran arbeiten, dass alle Verkäufe neuer Autos und Kleinbusse generell bis 2040 und in führenden Märkten nicht später als 2035 emissionsfrei sind.
Bündnis-Erklärung

Deutschland gehört nicht zu Unterzeichnern

Neben Großbritannien haben EU-Staaten wie Dänemark, Polen, Österreich und Kroatien sowie weitere Industrieländer wie Israel und Kanada die Erklärung unterzeichnet. Auch Schwellen- und Entwicklungsländer wie die Türkei, Paraguay, Kenia und Ruanda schlossen sich der Initiative an. Deutschland gehört nicht zu den Unterzeichnern. Beteiligt sind außerdem Bundesstaaten wie Kalifornien und Städte wie Barcelona, Florenz und New York.
Von den deutschen Autobauern schloss sich Mercedes Benz der Initiative an. Außerdem sind andere Hersteller wie Ford, Volvo und Jaguar Landrover mit dabei. Darüber hinaus beteiligen sich Dutzende Unternehmen, die in die Autoindustrie investieren oder über eigene Wagenflotten verfügen, wie Eon, Ikea und Unilever.

Ministerien: Frage der E-Fuels nicht geklärt

Hintergrund ist unter anderem der Widerstand des noch geschäftsführenden Verkehrsministers Andreas Scheuer (CSU). Er hatte dem Vorstoß zuvor schon eine Absage erteilt. Die Erklärung berücksichtige den Antrieb mit synthetischen Kraftstoffen, sogenannten E-Fuels, nicht, rügte er. Deshalb sei sein Ministerium dagegen.
Das Umweltministerium lehnt den Einsatz dagegen ab, da E-Fuels knapp bleiben werden und eher im Flug- oder Schiffsverkehr eingesetzt werden sollten. In einer Mitteilung des Bundesumweltministeriums heißt es:
Deutschland wird die Erklärung zu "Zero Emission Cars" heute nicht unterzeichnen. Das ist das Ergebnis der regierungsinternen Prüfung.
Es bestünde demnach innerhalb der Bundesregierung zwar Konsens, dass bis 2035 nur noch Null-Emissionsfahrzeuge zugelassen werden sollten, allerdings gebe es nach wie vor keine Einigkeit zur Frage, ob aus Erneuerbaren Energien gewonnene e-Fuels in Verbrennungsmotoren Teil der Lösung sein können.
Das BMU hält E-Fuels in Pkw mit Blick auf Verfügbarkeit und Effizienz genau wie die Unterzeichnerstaaten nicht für zielführend. 

Bedingungen für rascheren Umstieg schaffen

Die beteiligten Staaten sowie Regionalregierungen und Städte wollen die Bedingungen schaffen, um den Umstieg von Wagen mit Verbrennermotoren auf emissionsfreie Fahrzeuge zu beschleunigen.
Klimafreundliche Mobilität ist an diesem Mittwoch ein Schwerpunkt bei der Klimakonferenz in Glasgow.Quelle: dpa
Die beteiligten Autobauer sagen zu, "in führenden Märkten" bis spätestens 2035 nur noch emissionsfreie Autos und Kleinbusse zu verkaufen und dies mit einer Geschäftsstrategie zu fördern, die eine entsprechende "Nachfrage der Konsumenten" stärke.
Die beteiligten Besitzer oder Betreiber von Wagenflotten und Mobilitätsplattformen sagen zu, die klimaschädlichen Emissionen ihrer Autos bereits bis spätestens 2030 auf null zurückzufahren. Gemeinsam arbeite das Bündnis an einem "Durchbruch im Straßenverkehr", hieß es in der Erklärung.

Glasgow: Klimafreundliche Mobilität im Fokus

Eine klimafreundliche Mobilität ist am Mittwoch Schwerpunkt der Weltklimakonferenz. Das Thema gehört auch zu den Schwerpunkten der britischen COP-Präsidentschaft, die Premierminister Boris Johnson mit den Schlagworten "coal, cars, cash and trees" (Kohle, Autos, Geld und Bäume) zusammengefasst hat.
Quelle: AP, dpa, Reuters

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