: Zehntausende demonstrieren für Klimaschutz

03.03.2023 | 17:17 Uhr
Mehrere Zehntausend Menschen haben deutschlandweit für mehr Klimaschutz demonstriert. An über 250 Orten waren Aktionen geplant. Aufgerufen hatten Fridays for Future und Verdi.
In Deutschland und anderen Staaten haben Menschen weltweit für mehr Ehrgeiz im Kampf gegen die Klimakrise demonstriert. Nach Angaben der Bewegung Fridays for Future nahmen bundesweit mehr als 220.000 Personen teil. Große Protestmärsche der Klimabewegung gab es hierzulande am Freitag unter anderem in Berlin, München, Hamburg, Köln und Frankfurt am Main.
Geplant waren Aktionen an mehr als 250 Orten bundesweit. Auf Plakaten prangten Slogans wie "Klimaschutz statt Kohleschmutz", "Tempolimit Jetzt!" oder "Keine faulen Kompromisse".

ÖPNV-Streiks: 60.000 legen Arbeit nieder

Vielerorts war auch die Gewerkschaft Verdi mit dabei: Sie hatte zu Warnstreiks im Nahverkehr in mehreren Bundesländern aufgerufen - wo deswegen in vielen Regionen der ÖPNV lahmgelegt war. Insgesamt 60.000 Beschäftigte legten laut Verdi ihre Arbeit nieder.
Verdi und der Deutsche Beamtenbund hatten sich auch in der zweiten Tarifrunde nicht mit Bund und Kommunen einigen können. Die Gewerkschaften fordern 10,5 Prozent, monatlich aber mindestens 500 Euro mehr Gehalt für die rund 2,4 Millionen betroffenen Beschäftigten.
Auch in Köln wollen Klimaaktivisten zusammen mit Verdi protestieren, wie Dorthe Ferber berichtet:

Neubauer knöpft sich die FDP vor

Die Aktivistin Luisa Neubauer nahm auf der Kundgebung in Berlin insbesondere die Bundesregierung und die Kohle-, Öl- und Gas-Konzerne ins Visier. "Sie haben gedacht, sie kommen mit grünen Worten und grünen Reden durch - ob Parteien, Kanzler oder Konzerne."
Sie dachten, uns fällt nicht auf, wenn unter der Hand weitergemacht wird, als hätten wir drei weitere Planeten auf der Autobahnbaustelle rumliegen.
Luisa Neubauer, Klimaaktivistin
Besonders scharf kritisierte Neubauer die FDP. Es sei olympiareif, wie sich "diese unbeliebte Mini-Partei" erfolgreich weigere, "zu irgendeiner guten Idee einfach mal Ja zu sagen". Die FDP blockiere in der Bundesregierung nicht nur die Energiewende und die Bauwende, sondern nun auch das EU-weite Ende des Verbrennermotors.
Bei der Verkehrswende sind FDP und Grüne eher weit auseinander:

Auch in Italien "Fridays for Future"-Demonstrationen

Auch in Italien haben Tausende Menschen für mehr Klimaschutz demonstriert. Unter anderem in der Hauptstadt Rom und in Mailand folgten am Freitag viele Jugendliche und Erwachsene dem Aufruf von Fridays for Future und anderen Organisationen, für das Klima auf die Straße zu gehen. Den Demonstranten gehen die derzeitigen Anstrengungen gegen den Klimawandel nicht weit genug.
Der Sprecher der italienischen Grünen, Angelo Bonelli, sagte am Rande der Klima-Demonstration in Rom:
Wir sind zutiefst besorgt über die Untätigkeit der derzeitigen Regierung, was den Klimaschutz angeht.
Angelo Bonelli, Sprecher der italienischen Grünen
Die rechte Regierung von Giorgia Meloni versuche, Italien zu einer "europäischen Gasdrehscheibe" und das Land abhängig von fossilen Brennstoffen zu machen, sagte er weiter.
Quelle: dpa, AFP

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