: Lawrow wütet gegen den Westen

25.09.2022 | 00:59 Uhr
Der russische Außenminister Lawrow hat den westlichen Staaten "groteske" Angst vor Russland vorgeworfen. Kritik an den Scheinreferenden weist er zurück.

In der UN-Vollversammlung hat Russlands Außenminister Lawrow den Westen attackiert. Das Ziel des Westens sei es, die Welt zu spalten und Russland zu zerstören, so Lawrow.

25.09.2022 | 00:24 min
Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat westlichen Staaten eine "groteske" Angst vor Russland vorgeworfen. "Die offizielle Russophobie im Westen ist beispiellos, das Ausmaß ist grotesk", sagte Lawrow bei der UN-Generaldebatte in New York am Samstag. Die Staaten schreckten dabei nicht davor zurück, "Russland zu zerstören".
Lawrows Rede war vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine mit Spannung erwartet worden. Die UN-Generaldebatte steht in diesem Jahr im Zeichen des Ukraine-Kriegs, der in dieser Woche durch die russische Teilmobilmachung weiter eskalierte.

Bereits Donnerstag schwere Vorwürfe erhoben

Der russische Außenminister hatte bereits am Donnerstag eine Rede vor dem UN-Sicherheitsrat gehalten, dabei schwere Vorwürfe gegen die Ukraine erhoben - und den Saal nach seiner Rede verlassen. Lawrow warf den USA am Samstag vor, sie versuchten, "die ganze Welt in ihren Hinterhof zu verwandeln".
Nachdem sich Washington zum Sieger des Kalten Krieges erklärt hat, hat es sich fast zu einem Abgesandten Gottes auf Erden aufgeschwungen, ohne irgendwelche Verpflichtungen, außer dem heiligen Recht, überall und jederzeit ungestraft zu handeln,
Sergej Lawrow, russischer Außenminister
Mit Blick auf die USA, die EU und ihre Verbündeten sagte er: "Es ist ihnen nicht mal mehr peinlich, offen zu erklären, dass es nicht nur die Absicht gibt, unserem Land eine militärische Niederlage zuzufügen, sondern Russland zu zerstören, zu zerstückeln."

Lawrow: "Westen führt Trennlinien ein"

Westliche Staaten haben Russland mit harten Sanktionen belegt und grenzen sich von dessen Regierung ab, nachdem Moskaus Truppen Ende Februar das Nachbarland Ukraine überfallen hatten.
Unter dem Slogan einer regelbasierten Ordnung führt der Westen überall Trennlinien ein, die auf eine Konfrontation zwischen Blöcken hinauslaufen: Entweder bist du für uns oder gegen uns.
Sergej Lawrow, russischer Außenminister
Eine dritte Option sei nicht möglich, es gebe keine Kompromisse.

Lawrow verteidigt Scheinreferenden

Er verteidigte auch die Scheinreferenden in vier russisch kontrollierten Gebieten in der Ukraine zur Annexion durch Russland. Der "Wutausbruch" des Westens sei unbegründet, sagte er. Dabei beanspruchten lediglich Menschen das Land, "auf dem ihre Vorfahren seit hunderten Jahren leben", behauptete Lawrow.

Mit den sogenannten Referenden drohen sich die Staatsgrenzen der Ukraine zu verschieben. Wie reagieren die Menschen auf diese Aussicht? ZDF-Reporter Torge Bode hat sich umgehört.

23.09.2022 | 01:41 min
Kiew und seine westlichen Verbündeten haben die Abstimmungen in den Separatistengebieten Donezk und Luhansk sowie in den Regionen Cherson und Saporischschja als Scheinreferenden kritisiert. Ein Anschluss der vier ukrainischen Regionen an Russland infolge der "Referenden" wird vom Westen als illegal verurteilt. US-Präsident Joe Biden hatte Russland am Freitag für den Fall von Annexionen mit harten Sanktionen gedroht.
Einmal mehr kritisierte Lawrow auch westliche Waffenlieferungen an die angegriffene Ukraine. Die USA, die Nato und die EU könnten vor diesem Hintergrund nicht behaupten, an dem "Konflikt" unbeteiligt zu sein.
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Quelle: AFP

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