: Hunger als Kriegswaffe? Spott von Medwedew

24.06.2022 | 17:46 Uhr
Russlands Ex-Präsident Medwedew reagiert mit Spott und einer Gegenattacke auf Baerbocks Vorwurf, Russland würde Hunger als Kriegswaffe benutzen. Auch Putin reagiert.
Früher Reformer, jetzt Hardliner: Dmitri Medwedew (Archivbild).Quelle: Yekaterina Shtukina/Pool Sputnik Government/AP/dpa
Mit Spott hat der russische Ex-Präsident Dmitri Medwedew auf den Vorwurf von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) reagiert, Russland setzte den Hunger als Waffe ein. Eine solche Äußerung von einer deutschen Amtsträgerin sei "natürlich erstaunlich", erklärte Medwedew am Freitag in einer auf Deutsch und Englisch verbreiteten Twitter-Botschaft.
Baerbock sei schließlich Vertreterin eines Landes, das "Leningrad 900 Tage lang in einer Blockade abriegelte, wo fast 700.000 Menschen an Hunger starben", sagte er mit Bezug zu dem NS-Verbrechen aus dem Zweiten Weltkrieg.
Medwedew war von 2008 bis 2012 russischer Präsident und von 2012 bis 2020 Regierungschef, heute ist er stellvertretender Vorsitzender des Nationalen Sicherheitsrates.

Der Ukraine-Krieg sorgt für Getreideknappheit im globalen Süden. Eine Hungersnot droht. ZDFheute live dazu mit ZDF-Reporter in der Ukraine und einem Militärökonom.

03.06.2022 | 32:37 min

Vorwurf an Russland: Hunger als Kriegswaffe

Die Außenministerin hatte zuvor mit Blick auf die blockierten Getreideexporte in den Häfen der Ukraine erklärt, Russland setze Hunger "ganz bewusst als Kriegswaffe" ein und mache "die ganze Welt zur Geisel".
Auch Russlands Präsident Wladimir Putin äußerte sich zu dem Vorwurf. "Es wird künstlich eine Hysterie aufgeblasen wegen der Einstellung der Transporte, sagen wir mal, über die Schwarzmeerhäfen", sagte Putin nach Angaben der Agentur Interfax am Freitag bei einem Video-Gipfel der sogenannten Brics-Staaten. Weder behindere Russland Getreidelieferungen, noch seien diese für die Versorgung der globalen Märkte entscheidend.

Ukraine einer der größten Getreideexporteure

Putin warf der Ukraine einmal mehr vor, die Getreidelieferungen über das Schwarze Meer selbst zu hintertreiben. Russland sei bereit, den Schiffen freies Geleit zu gewährleisten. Zuvor müssten die Ukrainer jedoch die Minen in den eigenen Häfen räumen.
Die Ukraine ist einer der größten Getreideexporteure weltweit. Wegen des russischen Angriffskriegs gegen das Nachbarland sind die Lebensmittelpreise weltweit in die Höhe gegangen. Kiew und der Westen werfen Russland die gezielte Blockade ukrainischer Getreidelieferungen vor.

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Quelle: ZDF
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Wie arbeitet das Aktionsbündnis?

Das Aktionsbündnis Katastrophenhilfe hilft Menschen in der Ukraine und auf der Flucht. Gemeinsam sorgen die Organisationen Caritas international, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie Katastrophenhilfe und UNICEF Deutschland für Unterkünfte und Waschmöglichkeiten, für Nahrungsmittel, Kleidung, Medikamente und andere Dinge des täglichen Bedarfs. Auch psychosoziale Hilfe für Kinder und traumatisierte Erwachsene ist ein wichtiger Bestandteil des Hilfsangebots.
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Quelle: dpa, AFP

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