Mike Pence: Trumps konservative Nummer Zwei

von Caroline Leicht
24.08.2020 | 18:30 Uhr
Seit 2017 ist Mike Pence US-Vizepräsident. Im November will er mit Trump zur Wiederwahl antreten. Wer ist die Nummer Zwei des US-Präsidenten und wofür steht er? Ein Porträt.
Schlanker Staat, legaler Zugang zu Waffen und leugnet den Klimawandel – dafür steht Mike Pence. Und er steht von Anfang an fest an der Seite von US-Präsident Trump.

Kurz und knapp: Zur Person Mike Pence

  • Geboren am 7. Juni 1959 in Columbus, Indiana
  • Studium der Geschichtswissenschaften am Hanover College, anschließend Jura-Studium an der Indiana University
  • Abgeordneter für den Bundesstaat Indiana im US-Repräsentantenhaus von 2001 bis 2013
  • Vorsitzender der House Republican Conference von 2009 bis 2011
  • Von 2013 bis 2017 Gouverneur von Indiana
  • Seit 2017 US-Vizepräsident unter Donald Trump
  • Verheiratet in erster Ehe mit Karen Pence
  • Drei Kinder
Im Wahlkampf 2016 fiel Donald Trumps Wahl für seinen Vizepräsidenten, seine Nummer Zwei, auf Mike Pence. Seit 2017 ist Pence nun im Amt und will 2020 gemeinsam mit Trump wiedergewählt werden.

Pence arbeitet als Anwalt und Moderator

Am 7. Juni 1959 wurde Mike Pence in Columbus im Bundesstaat Indiana geboren. Er studierte Geschichtswissenschaften am Hanover College und schloss ein Jura-Studium an der Indiana University an. Pence war als Mitglied der Demokratischen Partei registriert, bevor er 1983 zu den Republikanern wechselte.
Nach seinem Studium arbeitete Pence als Anwalt, bevor er von 1994 bis 1999 als Moderator von konservativen Radio- und TV-Sendungen arbeitete. Unter anderem moderierte er "Washington Update with Mike Pence" und "The Mike Pence Show".

Durchbruch in der Politik nach der Jahrtausendwende

Nach zwei gescheiterten Versuchen, in die Politik in Washington einzusteigen, wurde Pence schließlich 2000 zum Abgeordneten für Indiana in das US-Repräsentantenhaus gewählt. Dort vertrat er den Bundesstaat von 2001 bis 2013 und war von 2009 bis 2011 Vorsitzender der House Republican Conference.
2012 fokussierte sich Pence auf die Wahl zum Gouverneur von Indiana, die er schließlich knapp gewann. Das Amt hatte Pence bis zu seiner Vereidigung als Trumps Vizepräsident im Januar 2017 inne.

Umstrittene Gesetze als Gouverneur von Indiana

Als Gouverneur von Indiana setzte Pence eine Steuersenkung für den Bundesstaat durch und arbeitete für mehr finanzielle Förderung für Bildung. Er verabschiedete zudem Gesetze, die ihm viel Kritik einbrachten. So setzte er sich zum Beispiel gegen Abtreibungen und für das Recht auf Waffen ein.
Besonders umstritten ist das Gesetz "Religious Freedom Restoration Act", das Pence 2015 verabschiedete. Dieses Gesetz unterbreitet das Recht, religiöse Ansichten als Verteidigung in juristischen Angelegenheiten zu nutzen.
Kritiker warfen Pence vor, damit Diskriminierung gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen, besonders gegen LGBTQ-Menschen, rechtlich zu erlauben. Das Gesetz bekam schließlich einen Zusatz, nach dem LGBTQ-Menschen ausdrücklich geschützt werden sollten.

Gegen Abtreibung und LGBTQ-Rechte

Als Vizepräsident unter Donald Trump hat Pence viele seiner politischen Ansichten beibehalten. Er ist gegen Abtreibung und will der Organisation Planned Parenthood die Finanzierung entziehen. 2017 trat er beim "March for Life" in Washington DC auf. Wie auch Trump favorisiert Pence strenge Einwanderungsgesetze für die USA.
Pence ist ein Gegner der Ehe für Alle und stimmte bereits in seiner Zeit im US-Kongress gegen zahlreiche Anti-Diskriminierungsgesetze für LGBTQ-Menschen. Besonders für dieses Wahlverhalten und seine Anti-LGBTQ-Rhetorik steht Pence in der Kritik.
In der Corona-Krise wurde Pence zuletzt mit der Leitung der Coronavirus Task Force beauftragt. Bei der Wahl im November wird er gemeinsam mit Trump zur Wiederwahl antreten.
Der Autorin auf Twitter folgen: @carolineleicht.

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